Körpergröße, Verlust

Körpergröße schrumpft: 6 cm Verlust signalisiert Wirbelbruchrisiko

28.05.2026 - 08:30:16 | boerse-global.de

Neue Leitlinien empfehlen Frauen ab 40 progressives Krafttraining zur Osteoporose-Prävention. Auch Calcium und Vitamin D sind zentral.

Körpergröße schrumpft: 6 cm Verlust signalisiert Wirbelbruchrisiko - Foto: über boerse-global.de
Körpergröße schrumpft: 6 cm Verlust signalisiert Wirbelbruchrisiko - Foto: über boerse-global.de

Besonders Frauen ab 40 sollten jetzt handeln: In den ersten zehn Jahren nach der Menopause verlieren sie bis zu 20 Prozent ihrer Knochendichte. Neue internationale Leitlinien und Fachleute setzen deshalb auf gezieltes Krafttraining.

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Progressives Krafttraining als Schlüssel

Prof. Dr. Melanie Haffner-Luntzer von der Universität Ulm empfiehlt Frauen ab 40 zwei bis drei Krafttrainingseinheiten pro Woche. Die Intensität sollte dabei stetig steigen – das ist das Prinzip des progressiven Krafttrainings. Ergänzend helfen Balanceübungen, Koordinationstraining und Alltagsbelastungen wie zügiges Gehen, Treppensteigen oder Wandern. Auch Vibrationstraining kommt als Option infrage.

Die Empfehlungen decken sich mit den neuen Leitlinien des American College of Sports Medicine (ACSM). Die weltweit größte Organisation für Sportmedizin veröffentlichte sie am 26. Mai 2026. Ihr Rat: mindestens zwei Krafttrainingseinheiten pro Woche. Der Podcast „Hallo Wechseljahre!“ griff das Thema ebenfalls auf – mit einem alarmierenden Fakt: Nach der Menopause ist jede dritte Frau von Osteoporose betroffen.

Wenn die Körpergröße schrumpft

Ein oft übersehenes Warnsignal für fortgeschrittene Osteoporose ist der Verlust an Körpergröße. Mehr als vier Zentimeter weniger bedeuten ein deutlich erhöhtes Risiko für Wirbelbrüche. Die Zahlen sind eindeutig: Sechs Zentimeter Verlust weisen eine Spezifität von 94 Prozent für einen Wirbelbruch auf. Bereits 2007 zeigte eine Studie: 45 Prozent der Frauen mit mindestens drei Zentimetern Größenverlust hatten bereits Wirbelfrakturen. Pro 1,3 Zentimeter steigt das Frakturrisiko statistisch um 19 Prozent. Fachleute betrachten den Größenverlust daher als unabhängigen Prädiktor für Knochenschäden.

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Calcium, Vitamin D und die Gefahr von Abnehmspritzen

Neben Training spielt die Ernährung eine zentrale Rolle. Der Dachverband Osteoporose (DVO) empfiehlt bei bestehender Osteoporose 1.000 mg Calcium täglich. Vitamin D und Protein sind ebenfalls essenziell. Vor einer Supplementierung sollte der Vitamin-D-Spiegel jedoch ärztlich getestet werden. Auch eine Hormonersatztherapie ist eine Option, die im ärztlichen Gespräch geklärt werden sollte.

Ein kritischer Blick gilt aktuell den GLP-1-Präparaten zur Gewichtsreduktion. Bei Semaglutid oder Tirzepatid entfallen 25 bis 40 Prozent des Gewichtsverlusts auf Muskelmasse. Begleitendes Krafttraining ist hier essenziell, um Grundumsatz und Skelettstabilität zu sichern. Die SELECT-Studie zeigte zudem: Semaglutid senkt das Risiko für Herzinfarkte unabhängig vom Gewichtsverlust um 20 Prozent.

Longevity: Mehr als nur Nahrungsergänzung

Am 28. Mai 2026 diskutierte Dr. Lara Vadlau bei einer Buchpräsentation Strategien für Langlebigkeit. Dr. Katerina Noel warnte dabei: Schlaf und Stressmanagement sind nicht zu unterschätzen. Nahrungsergänzungsmittel allein seien kein Ersatz für einen gesunden Lebensstil.

Forschung des Leibniz-Instituts für Alternsforschung in Jena zeigt zudem molekulare Ursachen für Energieverlust im Alter. Eine Studie vom 26. Mai 2026 legt nahe: Ein Mangel an bestimmten Fettmolekülen macht die Membranen der Mitochondrien unbeweglich. Daten der UK Biobank belegen, dass niedrige Werte dieser Moleküle besonders häufig nach der Menopause und bei Diabetes auftreten.

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