Körber steigt bei NAiSE ein: Flottensteuerung für mehr als 28 Robotik-Marken
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Technologiekonzern Körber hat am 22. Oktober 2026 eine Minderheitsbeteiligung an der NAiSE GmbH erworben. Wie Fachmedien berichteten, bündeln beide Unternehmen ihre Expertise, um gemischte Fahrzeugflotten in Produktion und Lagerhaltung künftig gemeinsam zu steuern. Das deutsche Softwareunternehmen entwickelt Lösungen für das herstellerübergreifende Flottenmanagement in der Intralogistik.
Plattform für fahrerlose Transportsysteme und manuelle Fahrzeuge
Die 2017 gegründete NAiSE GmbH agierte bis zum Einstieg von Körber vollständig eigenfinanziert und ohne externes Risikokapital, wie Branchenberichte vom 25. Oktober 2026 festhielten.
Das Kernprodukt des Unternehmens ist ein Flottenmanagementsystem, das fahrerlose Transportsysteme (AGVs), autonome mobile Roboter (AMRs) unterschiedlicher Hersteller sowie manuelle Flurförderzeuge auf einer übergeordneten Steuerungsebene zusammenführt. Die Software arbeitet dabei unabhängig von bestehenden Lagerverwaltungs- und Materialflusssystemen wie WMS, WES oder WCS.
Laut Berichten vom 24. Oktober 2026 behalten die Gründer Kai Przybysz-Herz, Robert Libert und Raphael Kusumoto weiterhin die operative Leitung des Unternehmens. Laut Geschäftsführer Przybysz-Herz unterstütze die Vereinbarung mit Körber vor allem den internationalen Vertrieb, während die operative Eigenständigkeit von NAiSE vollständig gewahrt bleibe.
Strategische Partnerschaft und neue Einsatzbereiche
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Die Transaktion hebt eine bereits bestehende Kooperation beider Partner auf das Niveau einer strategischen Partnerschaft. Körbers Supply-Chain-Software sowie der Bereich Material Handling sind in über 30 Ländern aktiv. Vorgesehen ist eine engere Verzahnung der NAiSE-Software mit den Lagerlösungen von Körber. Zudem planen die Partner neue Anwendungsfälle in der Intralogistik, die künftig auch humanoide Robotik umfassen sollen.
Dr. Helena Garriga, Vorstandsmitglied für den Bereich Supply Chain bei Körber, vertrat den Konzern bei der Transaktion. Sie bezeichnete den herstellerunabhängigen, standardisierten sowie praxiserprobten Ansatz der Plattform als eine Antwort auf die aktuellen Anforderungen des Marktes, wie am 25. Oktober 2026 berichtet wurde.
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Offenes Ökosystem bleibt bestehen
Zur finanziellen Dimension der Transaktion machten die beteiligten Unternehmen keine Angaben; sowohl die genaue Höhe der Minderheitsbeteiligung als auch das Investitionsvolumen blieben ungenannt. Aus öffentlich zugänglichen Handelsregisterdaten geht hervor, dass die vor der Transaktion gültige Gesellschafterliste vom 1. Oktober 2021 datiert.
Zu diesem Zeitpunkt hielten Kai Przybysz-Herz 28,33 Prozent, Robert Libert 28,33 Prozent, Raphael Kusumoto Barbosa de Almeida 10,01 Prozent und die NAiSE GmbH selbst 33,33 Prozent der Anteile bei einem Nominalkapital von 25.000 Euro. Ein aktualisiertes Dokument nach Abschluss der Transaktion wurde im Register noch nicht hinterlegt.
Nach Angaben von Körber bleibt NAiSE auch nach dem Einstieg für weitere Systemintegratoren und Fahrzeughersteller offen. Das bestehende Partnernetzwerk stehe Neu- sowie Bestandskunden uneingeschränkt weiter zur Verfügung. Demnach sind über die Plattform bereits mehr als 28 verschiedene AGV- und AMR-Marken angebunden.
