Kochstudio, Krebsbetroffene

Kochstudio für Krebsbetroffene: SAKG-Kurs in Wittenberg am 14. Oktober

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Regionale Kochangebote unterstützen Krebsbetroffene, vermitteln Ernährungspraxis und bringen Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen.

Kochworkshops verbinden Ernährungswissen mit sozialem Austausch
Frisches, rohes Saisongemüse wie Karotten, Rote Bete und Spitzkohl auf einer hölzernen Arbeitsplatte in einer Küche. Illustration mit AI erstellt.

Die gemeinsame Zubereitung von Lebensmitteln gewinnt als Methode zur Förderung von Wohlbefinden und gesellschaftlicher Teilhabe an Bedeutung. Zahlreiche regionale Initiativen, medizinische Einrichtungen und Selbsthilfeorganisationen setzen auf Kochworkshops, Kochstudios und spezielle Kurse, um gesundheitliche Aufklärung mit sozialem Austausch zu verbinden. Die Spanne der Angebote reicht von klinisch begleiteter Ernährungsberatung bis hin zu interkulturellen Begegnungen am Herd.

Gezielte Ernährungsunterstützung bei gesundheitlichen Belastungen

In Sachsen-Anhalt richtet sich ein spezialisiertes Angebot an onkologische Patienten. Die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft (SAKG) organisiert am Mittwoch, 14. Oktober 2026, von 16 bis 19 Uhr ein Kochstudio für Krebsbetroffene. Die Veranstaltung findet in der Lehrküche im Bildungszentrum für Beruf und Wirtschaft in Wittenberg (Gebäude 5, Dessauer Straße 134) statt.

Unter der Leitung von Diätassistentin Doreen Garlipp widmet sich der Kurs dem Thema Ernährung bei Krebs. Die Inhalte umfassen Rezepte zur Gewichtsstabilisierung und Gewichtszunahme sowie praktische Hinweise bei typischen Beschwerden wie Appetitlosigkeit, entzündeten Schleimhäuten, Mundtrockenheit und Geschmacksstörungen. Für die Teilnahme wird eine Gebühr von 10 Euro erhoben.

Auch in Brandenburg verbinden therapeutische Einrichtungen und Beratungsstellen ihre Expertise. In Bad Freienwalde veranstaltet die örtliche Selbsthilfekontaktstelle am 13. Oktober von 9.30 bis 11.30 Uhr im dortigen Bahnhofsgebäude einen herbstlichen Kochtreff. Referentin ist die Diätassistentin und Ernährungsberaterin Claudia Büchel von der Fachklinik und Moorbad Bad Freienwalde.

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Auf dem Plan stehen Rezepte mit Spitzkohl, Möhren und Roter Bete inklusive Nährstoffkunde. Die Fachklinik und die Kontaktstelle kooperieren siebenmal im Jahr für solche Koch-Events, bei denen zehn bis zwölf Plätze für einen Kostenbeitrag von jeweils 5 Euro vergeben werden.

In Österreich nimmt die Primärversorgung ähnliche Schwerpunkte auf. Die PVE Wien West startet nach einer Baupause wieder mit Kochworkshops in der Langauergasse 2 in Wien, erreichbar über den Westbahnhof. Der nächste Termin ist für Dienstag, 10. November 2026, von 11:00 bis 13:00 Uhr angesetzt. Unter Anleitung der Diätologin Jasmin Kremser, BSc, bereiten Interessierte ohne notwendige Vorkenntnisse Vor-, Haupt- und Nachspeisen zu.

Kulinarischer Austausch gegen soziale Isolation

Neben medizinisch fundierter Ernährungslehre dient die Arbeit in der Küche verstärkt als Instrument zur Überwindung sozialer Distanz. Ein Projekt in Lingen setzt auf multikulturelle Kochrunden, um Einsamkeit aktiv zu bekämpfen. Durch regelmäßige Zusammenkünfte von Einheimischen und Zugezogenen wird der Herd zum Treffpunkt für den nachbarschaftlichen Dialog, wie in einem Beitrag der Sendung Perspektiven auf NDR Info berichtet wurde.

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Ähnliche Konzepte greifen auch im ländlichen Raum. Im Mehrgenerationenhaus Heinebach fand am 10. Oktober 2026 im Rahmen der Interkulturellen Woche ein deutsch-ukrainischer Kochworkshop statt.

Rund 20 Teilnehmende bereiteten gemeinsam traditionelle Gerichte zu, darunter einen 20-Liter-Topf Borschtsch, mit Dill, Öl und Knoblauch bestrichene Pampuschki-Hefebrötchen, Apfelstrudel, Kartoffelsalat, Weißwürste sowie Chrustiki.

Die Teilnahme war kostenfrei, während gesammelte Spenden Projekten in der Ukraine zugutekommen; als nächstes Vorhaben planen die Beteiligten die Zubereitung von gefüllten Wareniki.

Die Vielfalt der Initiativen verdeutlicht, dass das gemeinsame Kochen über reine Wissensvermittlung hinausreicht. Durch die Kombination aus praktischer Nährstoffkunde und niedrigschwelliger Interaktion schaffen die Vorhaben Räume für gesundheitliche Prävention und gemeinschaftlichen Zusammenhalt.

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