Koa: Salesforce stellt CRM-KI vor, die 3× weniger Fehler macht
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 16:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Rahmen der Dreamforce 2026 hat Salesforce umfassende Erweiterungen seines Portfolios im Bereich der künstlichen Intelligenz vorgestellt. Im Zentrum der Ankündigungen stehen die neue Schnittstellen-Ebene AIforce sowie Koa, ein speziell für das Kundenbeziehungsmanagement (CRM) entwickeltes Reasoning-Modell.
Die neuen Lösungen zielen darauf ab, komplexe, mehrstufige Unternehmensaufgaben zu automatisieren und dabei auf die bestehende Dateninfrastruktur aufzusetzen.
AIforce integriert generative KI in bestehende Arbeitsumgebungen
Mit AIforce führt Salesforce einen Live-Interface-Layer ein, der Daten aus dem Salesforce-System direkt in Anwendungen wie Claude, Slack und Lightning zugänglich macht.
Zum Start umfasst das Angebot mehrere Komponenten, darunter die Beta-Version von Claudeforce mit 37 spezifischen Vertriebsfertigkeiten sowie Slackforce und den Agentforce Coworker. Letzterer verzeichnete laut Unternehmensangaben bereits 100.000 Nutzer innerhalb der ersten 35 Tage nach seiner Einführung.
Bei der Implementierung setzt das Unternehmen auf Sicherheitsstandards wie Zero Data Retention und die Beibehaltung bestehender Berechtigungen. Derzeit wird Claudeforce von etwa 40 Kunden getestet, darunter Deloitte, Siemens und GitLab.
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Innerhalb von Salesforce nutzen bereits 4.000 tägliche Anwender das System kurz nach dem Start. Ein Beispiel für die praktische Anwendung liefert die Fulton Bank, die den Agentforce Coworker in über 20 Anwendungsbereichen für rund 3.000 Nutzer einsetzt.
Koa: Ein CRM-spezifisches Modell in Kooperation mit NVIDIA
Parallel zu den Schnittstellen-Erweiterungen präsentierte Salesforce mit Koa sein erstes CRM-Reasoning-Modell für Agentforce. Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit NVIDIA und basiert auf dem Modell NVIDIA Nemotron 3 Super (120B). Koa wurde mit synthetischen Daten trainiert, die auf fast drei Jahrzehnten CRM-Expertise und Wissen aus über 14 Branchen beruhen.
Rohan Kumar von Salesforce verwies dabei auf die 27-jährige Wissensgrundlage als Basis für das Training. Ein wesentlicher Aspekt des Trainingsprozesses mit Methoden wie SFT und GRPO war der vollständige Verzicht auf die Nutzung von Kundendaten.
Leistungsdaten aus dem CRM Benchmark deuten auf eine hohe Spezialisierung hin. Den Angaben zufolge ist Koa dreimal weniger fehleranfällig als führende Generalisten-Modelle. Weitere Kennzahlen bescheinigen dem Modell eine um 11 Prozent höhere Präzision, eine 2,1-fache Steigerung der Zuverlässigkeit sowie einen um 15 Prozent verbesserten Kontextbezug.
Jayesh Govindarajan, EVP für KI bei Salesforce, erläuterte, dass das Reasoning zuvor über externe Modelle via AI-Gateway abgewickelt wurde, während Koa nun weniger Tokens verbrauche als Claude oder ChatGPT. Kari Ann Briski, Vizepräsidentin bei NVIDIA, hob ebenfalls die token-effiziente Inferenz des neuen Modells hervor.
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Pilotphasen und globale Infrastruktur-Partnerschaften
Das Modell Koa wird aktuell von einer Reihe von Pilotkunden erprobt, zu denen unter anderem die Formula 1, Xero, 1-800Accountant, BCU, Engine sowie die University of Chicago Medicine und The Auto Club Group gehören. Die allgemeine Verfügbarkeit von Koa in den USA wird voraussichtlich für den Winter 2026 angestrebt. Die Lösung Missionforce Operations ist in den USA bereits allgemein verfügbar.
Flankiert werden die Software-Neuerungen durch den Ausbau globaler Partnerschaften. In Kooperation mit Google Cloud ist für US-Kunden ab dem vierten Quartal 2026 eine Migration auf Hyperforce geplant; eine Bereitstellung in Deutschland ist für das Jahr 2027 vorgesehen.
Zudem soll die Commerce Cloud ab Herbst 2026 in Google Search und Gemini integriert werden. Auch die Zusammenarbeit mit Amazon Web Services (AWS) wird vertieft: Salesforce-Daten stehen künftig in Amazon QuickSight zur Verfügung, und spezialisierte AWS-Agenten für Sicherheit, FinOps und Partner-Zentralen sollen im Herbst 2026 in Slack verfügbar sein.
Die technische Reichweite des Salesforce-Ökosystems wird durch aktuelle Kennzahlen unterstrichen: Täglich verzeichnet das System rund 9,6 Milliarden API-Aufrufe, während die Community der sogenannten Trailblazer mittlerweile 12 Millionen Anwendungen auf der Plattform betreibt.
