Know-Your-Agent-Framework, Mio

Know-Your-Agent-Framework: 300 Mio. Shopper sollen bis 2030 KI nutzen

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Visa, Mastercard und Ant schaffen gemeinsame Regeln für KI-Agenten im Handel, während Vertrauen, Pilotprojekte und Sicherheitsfragen den Markt prägen.

Visa, Mastercard und Ant bündeln Standards für KI-Zahlungen
Ein modernes, minimalistisches Rechenzentrum mit abstrakten Server-Racks in einer kühlen, technologisch geprägten Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die führenden Zahlungsdienstleister Visa, Mastercard und Ant International haben am 10. September 2026 ein gemeinsames interoperables Rahmenwerk angekündigt, um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Konsumhandel zu standardisieren. Das sogenannte „Know-Your-Agent“-Framework (KYA) soll sicherstellen, dass autonome KI-Shopping-Agenten netzwerkübergreifend identifiziert und verifiziert werden können.

Harmonisierung technischer Protokolle

Das neue KYA-Framework dient der Zusammenführung bestehender Sicherheitslösungen der beteiligten Unternehmen. Konkret harmonisiert es das „Trusted Agent Protocol“ von Visa, „Verifiable Intent“ von Mastercard sowie das „Agentic Mobile Protocol“ von Ant International. Die Initiative basiert technisch auf dem SAFR-Framework (Safeguards for Agentic Finance at Runtime).

Das Modell ruht auf drei zentralen Säulen: einer netzwerkübergreifenden Rückverfolgbarkeit der Betreiber, gemeinsamen Zertifizierungsanforderungen für die Agenten sowie einem kontinuierlichen Monitoring der Transaktionen.

Ein entscheidender Vorteil des Frameworks liegt in der gegenseitigen Anerkennung: Sobald ein KI-Agent einmal verifiziert wurde, gilt diese Einstufung für alle beteiligten Zahlungsnetzwerke. Die Entwicklung wird über die von der Monetary Authority of Singapore (MAS) einberufene Industrieplattform BuildFin.ai koordiniert.

Marktpotenzial und Prognosen bis 2030

Branchenexperten messen dem sogenannten „Agentic Commerce“ eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung bei. Prognosen gehen davon aus, dass KI-Agenten bis zum Jahr 2030 einen globalen Konsumhandel im Wert von 3 Bio. USD bis 5 Bio. USD orchestrieren könnten.

Mastercard rechnet damit, dass bis zu diesem Zeitpunkt weltweit mehr als 300 Mio. Online-Shopper – was mehr als jedem zehnten Konsumenten entspricht – ihre Einkäufe über KI-Assistenten abwickeln werden.

Aktuell macht der durch KI-Agenten gesteuerte Handel jedoch noch weniger als 1 % des gesamten E-Commerce aus. Daten für den August 2026 zeigen zudem, dass der durch generative KI generierte Empfehlungsverkehr zwar bei Plattformen wie Wayfair (39 %) oder Walmart (28 %) messbar ist, am Gesamtaufkommen der Webseiten jedoch lediglich einen Anteil von 1 % bis 2 % stellt.

Anzeige

Während KI den Finanzsektor und das Shopping grundlegend verändert, stellt sich für Anleger die Frage nach den künftigen Marktführern. Ein aktueller Report zeigt, welche 3 Unternehmen von der KI-Revolution wirklich profitieren – bevor der breite Markt reagiert. 3 potenzielle KI-Gewinner im Finanzsektor entdecken

Akzeptanz und Vertrauen bei Konsumenten

Trotz der technologischen Fortschritte bleibt das Vertrauen der Nutzer eine hürde. Laut dem am 9. September 2026 von Visa vorgestellten „Trust Index“, der auf einer Befragung von 2.065 US-Erwachsenen basiert, haben zwar 72 % der Befragten bereits KI-Assistenten getestet, aber nur 23 % würden einer generativen KI eine eigenständige Zahlung anvertrauen. Dabei nannten 61 % der Teilnehmer Visa als das vertrauenswürdigste Unternehmen für die Abwicklung solcher Transaktionen.

Unterschiede zeigen sich vor allem in den Altersgruppen. Eine Untersuchung von Mastercard unter 26.000 Eltern und Jugendlichen in überwiegend europäischen Märkten ergab, dass 27 % der 13- bis 18-Jährigen vollautomatisierte Shopping-Assistenten nutzen würden, während dies in der Elterngeneration nur auf 16 % zutrifft.

Markteintritte und Pilotprojekte

Parallel zur Standardisierung treiben Technologiekonzerne die praktische Umsetzung voran. Meta launchte am 8. September 2026 in den USA den KI-Agenten „Muse“ für Erwachsene. Das System, das über WhatsApp oder eine dedizierte App gesteuert wird, kann autonom Reisen buchen oder E-Mails versenden.

Anzeige

Wer sich mit den neuen Möglichkeiten des autonomen Shoppings und digitaler Assistenten befasst, sollte auch die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act Umsetzungsleitfaden kostenlos herunterladen

Zur Sicherheit läuft Muse in einer isolierten virtuellen Umgebung, wobei Käufe am Checkout mit gespeicherten Zahlungsdaten weiterhin eine menschliche Freigabe erfordern. Meta bietet den Dienst in verschiedenen Preisstufen von kostenlos bis zu 80 US-Dollar pro Monat an.

Auch andere Akteure positionieren sich im Markt. Das E-Wallet MPay aus Macau adoptierte bereits das Agentic Mobile Protocol von Ant International. Pine Labs meldete für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 737 Crore Rupien und einen Nettogewinn von 19,57 Crore Rupien. Das Unternehmen fokussiert sich verstärkt auf „Agentic Commerce“ und ermöglicht über sein P3P-Protokoll vorautorisierte Transaktionen für KI-Agenten.

Während Plattformen wie Amazon bereits „AgentCore Payments“ mit Partnern wie Coinbase und Stripe gestartet haben, berichten andere Anbieter wie Instinct von Herausforderungen: Hier kam es laut Berichten zu fehlerhaften Buchungen und Stornierungen, die zu finanziellen Verlusten für Nutzer führten.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70096474 |