Kniebeuge-Mythos, Gesäßtraining

Kniebeuge-Mythos: Warum Gesäßtraining wichtiger ist

16.06.2026 - 10:24:43 | boerse-global.de

Kniebeugen allein reichen nicht für gesunde Beine im Alter. Experten raten zu spezifischen Übungen für die Gesäßmuskulatur.

Kniebeugen-Mythen: Warum starke Beine mehr brauchen
Kniebeuge-Mythos - Senioren trainieren in einem modernen Fitnessstudio und führen gelenkschonende Kraftübungen wie Step-ups aus, um Beweglichkeit und Muskelkraft zu erhalten. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Doch aktuelle Berichte zeigen: Wer sich nur auf diese Übung verlässt, riskiert sogar Schäden.

Der Mediziner Dr. Nguyen Trong Thuy empfiehlt in einem aktuellen Bericht täglich fünf Minuten tiefe Kniebeugen (Malasana). Die Übung fördert die Beweglichkeit von Hüfte, Knie und Sprunggelenk, verbessert Gleichgewicht und Körperkontrolle. Zudem unterstützt sie die Wirbelsäulenhaltung und erleichtert Alltagsaktivitäten.

Das Problem sitzt oft weiter oben

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Viele Knieprobleme haben ihre Ursache gar nicht im Knie selbst. Fachberichte machen eine schwache Gesäßmuskulatur dafür verantwortlich. Kniebeugen allein können diese Schwäche nicht ausgleichen. Wer orthopädischen Beschwerden vorbeugen will, braucht spezifische Übungen für den Po.

Bei bestehenden Knieschmerzen, schwerer Arthrose, Bänderverletzungen oder nach Operationen sind tiefe Kniebeugen sogar tabu.

Gelenkschonende Alternativen ab 60

Der natürliche Muskelabbau beginnt bereits mit 30. Ohne Gegenmaßnahmen verlieren Senioren zunehmend an Kraft. Für Menschen ab 60 empfehlen Experten daher gelenkschonende Alternativen:

  • Step-ups: 3 Sätze à 6–10 Wiederholungen pro Bein
  • Seitliches Absenken: 3 Sätze à 6–8 Wiederholungen pro Bein
  • Hüftheben: 3 Sätze à 10–15 Wiederholungen
  • Seitliche Ausfallschritte: 3 Sätze à 6–10 Wiederholungen pro Seite
  • Zehenstand: 2 Sätze à 10 Wiederholungen

Ein effektives Training dauert 30 bis 45 Minuten, plus fünf bis zehn Minuten Aufwärmen. Das Ziel: Beinkraft erhalten, ohne die Gelenke zu überlasten.

Quadrobics: Krabbeln als neuer Trend

Neben klassischem Krafttraining gewinnt „Quadrobics" an Aufmerksamkeit. Das Ganzkörpertraining auf allen Vieren kombiniert Krabbel-, Spring- und Balancierbewegungen. Der Energieverbrauch ist mit zügigem Gehen vergleichbar. Die Waden werden entlastet, dafür arbeitet die Schultermuskulatur härter.

Muskelschwund durch Abnehmspritzen

Auch medizinische Entwicklungen rücken den Muskelerhalt in den Fokus. Bei GLP-1-Analoga zur Gewichtsreduktion entfallen bis zu 40 Prozent des Gewichtsverlusts auf Muskelmasse. Forscher testen derzeit den Antikörper Apitegromab in Kombination mit Tirzepatid, um diesen Abbau zu stoppen.

Der Endokrinologe Haiko Schlögl von der Uniklinik Leipzig betont: „Muskelverlust sollte primär durch gezielten Sport und ausreichend Protein vermieden werden."

Ernährung macht den Unterschied

Die Universität Sydney untersuchte 100 gesunde Probanden zwischen 65 und 75 Jahren. Das Ergebnis: Wer tierische Proteine von 50 auf 30 Prozent reduziert und gesättigte Fette durch pflanzliche Proteine sowie komplexe Kohlenhydrate ersetzt, verbessert sein biologisches Alter – ohne Kraftverlust.

Früherkennung für langfristige Mobilität

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Die Sana Kliniken Lübeck bieten Mitte Juni Informationsveranstaltungen zur Gefäßgesundheit an. Mediziner wie Dr. Christian Fatum und Dr. Sebastian Keil betonen die Früherkennung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Nur so bleibt die Mobilität der Beine langfristig gesichert.

Neue Erkenntnisse aus der Zellforschung

Das Barcelona Institut für Wissenschaft liefert neue Einblicke in die biomechanischen Grundlagen: Das Protein Prokollagen I liegt in Zellen als flüssige Kondensate vor – nicht als starre Fasern. Das Protein TANGO1 spielt dabei eine Schlüsselrolle. Diese Entdeckung könnte künftig die Wundheilung und die Therapie von Fibrosen verbessern.

de | wissenschaft | 69551210 |