Kniearthrose, Teilprothese

Kniearthrose: Teilprothese erhält gesunde Gelenkstrukturen, birgt aber ein Risiko

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei Kniearthrose hängt die Wahl zwischen Teil- und Vollprothese vom individuellen Befund ab; robotergestützte Verfahren verbreiten sich weiter.

Kniearthrose: Teilprothese, Roboterchirurgie und wachsende Märkte
Ein steriler, moderner Operationssaal mit einem leeren Operationstisch und einer fokussierten Deckenleuchte. Illustration mit AI erstellt.

Bei Kniearthrose, die auf einen einzelnen Gelenkabschnitt begrenzt ist, rückt die Teilprothese zunehmend als Alternative zur kompletten Gelenkersatzoperation in den Fokus. Das Sankt Josef-Hospital Xanten erläutert, dass eine solche Teilprothese gesunde Gelenkstrukturen erhalten und bei geeigneten Patienten die frühe funktionelle Erholung begünstigen kann. Eine schnellere Genesung sei damit jedoch nicht garantiert, betont die Klinik.

Abwägung zwischen Teil- und Vollprothese

Trotz möglicher Vorteile bei begrenzter Arthrose weisen Registerauswertungen laut dem Sankt Josef-Hospital Xanten darauf hin, dass Teilprothesen insgesamt höhere Wechselraten aufweisen als Vollprothesen.

Die Entscheidung, welches Verfahren im Einzelfall infrage kommt, richtet sich demnach nach den individuellen Beschwerden, der körperlichen Untersuchung und der Bildgebung. Eine pauschale Empfehlung für das eine oder andere Verfahren gibt es nach dieser Darstellung nicht.

Für das laufende Jahr rechnet das Sankt Josef-Hospital Xanten mit rund 1.100 Hüft- und Knieprothesenversorgungen. Um Patientinnen und Patienten über die Verfahrensoptionen zu informieren, bietet die Klinik im Rahmen von EndoFIT eine kostenfreie Infoveranstaltung an, die jeweils am ersten Donnerstag des Monats um 17 Uhr stattfindet und eine vorherige Anmeldung erfordert.

Robotergestützte Systeme in weiteren Kliniken

Parallel zur Diskussion um Prothesentypen setzen mehrere Kliniken verstärkt auf robotergestützte Verfahren. Die OsteMed Klinik Bremervörde nutzt seit 2022 das Mako-System für den Kniegelenkersatz; inzwischen wurden dort nach eigenen Angaben nahezu 1.000 Gelenke mit Roboterunterstützung implantiert.

Grundlage ist eine Computertomografie, die der individuellen dreidimensionalen Planung dient. Der Roboter führt dabei die Bewegungen des Operateurs aus, der die Kontrolle über den Eingriff behält. Das System kommt laut Klinik sowohl bei Vollprothesen als auch bei bestimmten Teilprothesen zum Einsatz, die Mobilisierung der Patienten beginnt in der Regel am Operationstag oder am Folgetag.

Zur Information interessierter Patienten sind Vorträge am 14. Oktober 2026 um 18 Uhr im Ratssaal Bremervörde sowie am 15. Oktober 2026 um 18 Uhr im Hotel Paulsen in Zeven geplant.

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Auch jenseits der Kniechirurgie gewinnt robotergestützte Operationstechnik an Bedeutung. Der WDR berichtete über die RWTH Aachen, wo bei einer 52-jährigen Patientin eine Gebärmutter minimalinvasiv mit einem Operationsroboter entfernt wurde.

Die Chirurgin steuert dabei die Instrumente über eine Konsole, während der Roboter die Bewegungen ausführt und Zittern herausfiltert. Laut dem Bericht kommen robotergestützte Eingriffe an der Aachener Uniklinik mittlerweile in zehn Fachbereichen zum Einsatz, darunter Gynäkologie, Orthopädie und Urologie.

Ein weiteres Beispiel liefert das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien, das das da-Vinci-System erstmals Anfang August 2011 bei einer Prostatektomie einsetzte und mittlerweile zwei Systeme betreibt.

Vier Abteilungen nutzen dort roboterassistierte Chirurgie: die Urologie seit August 2011, die Gynäkologie seit Mai 2016, die Chirurgie seit Juli 2017 und die HNO/Phoniatrie seit Dezember 2017. Beide Systeme verfügen über die Firefly-ICG-Technologie; das Krankenhaus erklärt, roboterassistierte Chirurgie könne unter anderem Gewebetrauma, Blutverlust, Schmerzen und Aufenthaltsdauer verringern.

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Wachsender Markt für medizinische Service-Roboter

Die Verbreitung solcher Systeme spiegelt sich auch in globalen Marktzahlen wider. Laut dem IFR World Robotics Report 2026 stieg der weltweite Absatz professioneller Service-Roboter 2025 um 24 Prozent auf fast 250.000 Einheiten.

Im Bereich chirurgischer Operationsroboter wurden demnach 2025 rund 8.400 Einheiten verkauft, ein Plus von 57 Prozent; die Umsätze mit Medizinrobotern legten im selben Jahr um 19 Prozent zu.

Weitere Segmente wie Transport und Logistik (117.500 Einheiten, plus 21 Prozent, 47 Prozent Marktanteil) sowie Haushalts-Service-Roboter (fast 34,2 Millionen Einheiten, plus 37 Prozent) verzeichneten ebenfalls deutliche Zuwächse; zudem wurden 2025 weltweit etwa 7.000 Full-Size-Humanoide über 140 Zentimetern Größe verkauft.

Der IFR weist jedoch darauf hin, dass diese Marktdaten auf Stichproben von 238 Unternehmen beruhen und nicht auf die gesamte Branche hochgerechnet werden, wobei sich die Zusammensetzung der Stichprobe jährlich ändert.

Für Patientinnen und Patienten mit Kniearthrose bedeutet diese Entwicklung in der Summe ein breiteres Spektrum an Optionen – von der klassischen Vollprothese über die gelenkschonende Teilprothese bis hin zur computergestützten Operationsplanung. Welche Methode im Einzelfall geeignet ist, bleibt jedoch eine individuelle medizinische Entscheidung, die sich an Befund und Untersuchungsergebnissen orientiert.

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