Kniearthrose, Strahlentherapie

Kniearthrose: Strahlentherapie senkt Behinderungsrisiko laut Langzeitdaten um 67 Prozent

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine russische Studie verbindet die Bestrahlung mit weniger Gelenkabbau und Behinderungen; die Langzeitbefunde gelten als vorläufig.

Kniearthrose: Studie untersucht langfristige Effekte niedrigdosierter Strahlentherapie
Ein leerer, moderner Behandlungsraum in einer medizinischen Einrichtung mit einem Untersuchungstisch und hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Niedrigdosierte Strahlentherapie könnte das Fortschreiten von Kniearthrose verlangsamen und die Notwendigkeit von Gelenkersatzoperationen verringern. Das legt eine randomisierte Studie aus Russland nahe, deren Ergebnisse auf der ASTRO-Jahrestagung 2026 vorgestellt wurden, wie auntminnie.com berichtete.

Studiendesign und Behandlungsansatz

An der randomisierten Studie nahmen 292 Patienten mit Kniearthrose teil, klassifiziert nach dem Kellgren-Lawrence-System in den Graden 0 bis 2, mit einem Medianalter von 38 Jahren. Ein Teil der Probanden erhielt zusätzlich zur medikamentösen Standardbehandlung mit Glucosamin und Chondroitin eine niedrigdosierte Strahlentherapie – konkret 4,5 Gy, verteilt auf zehn Sitzungen. Die Vergleichsgruppe erhielt ausschließlich die medikamentöse Therapie.

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Ergebnisse bei Schmerz und Gelenkstruktur

Die Kombination aus Strahlentherapie und Medikamenten führte laut der Studie zu anhaltenderen Verbesserungen bei Schmerz, Funktion und Lebensqualität als die medikamentöse Behandlung allein. Bildgebende Verfahren mittels Magnetresonanztomografie zeigten über einen Zeitraum von drei Jahren zudem einen geringeren strukturellen Abbau des Gelenks in der Gruppe mit Strahlentherapie.

Langzeitdaten zu Behinderung und Gelenkersatz

Über einen medianen Nachbeobachtungszeitraum von 11,9 Jahren fiel das adjustierte Risiko für eine behördlich bestätigte Behinderung in der Gruppe mit Strahlentherapie insgesamt um 67 Prozent niedriger aus als in der Vergleichsgruppe.

Besonders deutlich zeigten sich die Unterschiede bei Patienten mit Kellgren-Lawrence-Grad 2, einer Untergruppe von 78 Teilnehmern: Hier lag die Rate behördlich bestätigter Behinderung bei 31 Prozent unter Strahlentherapie gegenüber 61 Prozent unter alleiniger Medikation.

Die Rate der Knieersatzoperationen betrug in dieser Untergruppe 14 Prozent bei den mit Strahlentherapie behandelten Patienten gegenüber 36 Prozent bei jenen, die nur Medikamente erhielten.

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Einordnung und weiteres Vorgehen

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass die Langzeitergebnisse sowie die Auswertung der Untergruppe mit Grad-2-Arthrose auf explorativen Analysen beruhen und damit vorläufigen Charakter haben. Um die Befunde zu erhärten, ist eine größere multizentrische Studie geplant, die im Gegensatz zur vorliegenden Arbeit eine Scheinbestrahlung als Kontrollbedingung vorsieht – ein Studiendesign, das mögliche Placeboeffekte besser abgrenzen soll.

Für Patienten mit früher Kniearthrose, die bislang vor allem auf medikamentöse Behandlung und im fortgeschrittenen Stadium auf einen operativen Gelenkersatz angewiesen sind, könnte eine bestätigte Wirksamkeit der niedrigdosierten Strahlentherapie eine zusätzliche Behandlungsoption eröffnen.

Bis belastbarere Daten aus der geplanten multizentrischen Studie vorliegen, bleibt der Ansatz jedoch experimentell und noch nicht Teil etablierter Behandlungsleitlinien.

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