Kniearthrose: Neue Embolisations-Methode senkt Schmerz von 7 auf 3
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 13:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Minimalinvasive Eingriffe und regenerative Ansätze könnten die klinische Praxis bei Arthrose nachhaltig verändern – weg von der reinen Schmerztherapie.
Embolisation der Kniearterie: Schmerzwerte halbiert
Ein vielversprechendes Verfahren ist die Genicular Artery Embolization (GAE). Dabei setzen Ärzte resorbierbare Mikrosphären ein, um die Durchblutung in entzündeten Bereichen der Gelenkkapsel gezielt zu reduzieren.
Eine Studie mit 194 Patienten, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Radiology, belegt die Wirksamkeit. Die Probanden waren im Schnitt 69 Jahre alt. Ihr Schmerzniveau sank auf einer Skala von eins bis zehn von durchschnittlich 7 auf 3 Punkte. Signifikante Nebenwirkungen traten laut den Forschern nicht auf.
Zellverjüngung: Forscher wollen Knorpel reparieren
Parallel arbeiten Wissenschaftler an der Ursache der Arthrose: dem altersbedingten Verschleiß des Knorpels. An der Stanford University gelang es Forschern, Knorpelzellen zu verjüngen. Der Ansatz zielt darauf ab, die biologische Alterung des Gewebes umzukehren.
Noch einen Schritt weiter geht ein Team der University of Colorado Boulder. In Tierversuchen kehrte eine neu entwickelte Behandlung Arthroseerscheinungen innerhalb von vier bis acht Wochen um. Erste Tests an menschlichen Zellen zeigten positive Anzeichen. Klinische Studien am Menschen stehen jedoch noch aus.
Pilz-Wirkstoff: 100.000 Patienten bereits behandelt
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In der Praxis angekommen ist eine Therapie des belgischen Herstellers KiOmed Pharma. Das Unternehmen vermarktet eine jährliche Injektion auf Basis von Chitosan, das aus Pilzen gewonnen wird. Nach eigenen Angaben wurden bereits 100.000 Patienten in rund 30 Ländern behandelt. KiOmed will die Reichweite in den kommenden Jahren deutlich ausbauen.
Neue Erkenntnisse zur Geweberegeneration
Grundlagenforschung liefert ebenfalls neue Einblicke. In Nature Communications berichten Forscher, dass sie mit spezifischen Proteinen bei Mäusen das Nachwachsen von amputierten Fingergliedern induzieren konnten. Eines der beteiligten Proteine ist bereits von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassen, ein weiteres befindet sich in klinischen Studien. Langfristig könnten diese Erkenntnisse auch für die Wiederherstellung von Gelenkstrukturen relevant werden.
Nebenwirkungen: Neubewertung für Hunde-Medikament
Im Bereich der Tiermedizin gibt es regulatorische Neuigkeiten. Die britische Arzneimittelbehörde VMD schloss eine Neubewertung des Arthrose-Präparats Librela ab. Der Beipackzettel wurde um seltene Nebenwirkungen wie Gelenkschwellungen, Knochenneubildungen oder immunvermittelte Polyarthritis ergänzt. Die Zulassung des Medikaments bleibt bestehen.
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Pharmalogistik: Schott Pharma profitiert vom Trend
Die steigende Nachfrage nach injizierbaren Medikamenten zeigt sich auch am Kapitalmarkt. Der Spezialglashersteller Schott Pharma, der unter anderem Spritzensysteme liefert, verzeichnete zuletzt eine positive Kursentwicklung. Analysten der Deutschen Bank werten dies als Zeichen, dass eine geschäftliche Talsohle durchschritten sei. Das Unternehmen rechnet für die zweite Jahreshälfte 2025/26 mit einer weiteren Wachstumsbeschleunigung.
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