Kniearthrose: Inulin lindert Schmerzen und stärkt laut Studie die Griffkraft
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deChronische Gelenkerkrankungen wie die Kniearthrose stellen Betroffene häufig vor erhebliche Herausforderungen im Alltag. Neben etablierten Behandlungsformen rücken zunehmend auch ernährungsbasierte Ansätze in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen.
Eine sechswöchige randomisierte Studie der Universität Nottingham liefert konkrete Hinweise darauf, dass die tägliche Einnahme des Ballaststoffs Inulin mit Verbesserungen verschiedener Beschwerdebilder bei Kniearthrose einhergehen kann.
Studiendesign und unterschiedliche Effekte auf Schmerz und Kraft
An der sogenannten INSPIRE-Studie der Universität Nottingham nahmen 117 Erwachsene teil, die an Kniearthrose litten. Die Forschenden teilten die Probanden in vier verschiedene Interventionsgruppen ein: Eine Gruppe erhielt täglich Inulin, eine zweite Gruppe absolvierte eine digital gestützte Physiotherapie, eine dritte Gruppe erhielt eine Kombination aus beiden Maßnahmen und eine vierte Gruppe diente als Placebo-Kontrolle.
Die Auswertung ergab, dass sowohl die Einnahme von Inulin als auch die Durchführung der Physiotherapie jeweils separat zu einer Linderung der Knieschmerzen führten.
Zusätzliche funktionelle Vorteile zeigten sich jedoch spezifisch unter der Zufuhr des Ballaststoffs: Eine Verbesserung der Griffkraft sowie eine verringerte Schmerzempfindlichkeit wurden ausschließlich in der Inulin-Gruppe festgestellt.
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Deutliche Unterschiede gab es zudem bei der Therapietreue. Während die Abbruchquote in der Gruppe mit ausschließlicher Physiotherapie bei 21 Prozent lag, belief sie sich in der Inulin-Gruppe auf lediglich 3,6 Prozent.
Zusammenhänge im Stoffwechsel: Butyrat und GLP-1
Im Rahmen der Untersuchung analysierten die Forschenden der Universität Nottingham auch biologische Signalwege im Körper. Bei den Teilnehmenden der Inulin-Gruppe wurden höhere Konzentrationen von Butyrat sowie des Hormons GLP-1 gemessen. Dabei zeigte sich eine statistische Assoziation zwischen erhöhten GLP-1-Werten und einer verbesserten Griffkraft.
Das Forschungsteam wies in diesem Zusammenhang jedoch ausdrücklich darauf hin, dass dieser Befund keinen Nachweis für einen ursächlichen Zusammenhang darstellt.
Einordnung der Ergebnisse und therapeutische Grenzen
Bei Inulin handelt es sich um einen präbiotischen Ballaststoff, der natürlicherweise in verschiedenen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt. Zu den Quellen zählen unter anderem Zwiebeln, Knoblauch, Bananen, Chicorée-Wurzeln sowie Jerusalem-Artischocken.
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Die im Fachjournal Nutrients veröffentlichte Untersuchung unterliegt jedoch methodischen Einschränkungen. Das Forschungsteam der Universität Nottingham stufte die INSPIRE-Studie selbst als klein sowie kurz ein und forderte größere Folgestudien, um die beobachteten Effekte weiter abzusichern.
Zudem betonten die Autoren, dass das Supplement keinesfalls einen Ersatz für körperliche Bewegung oder eine bestehende Standardtherapie darstellt. Fachleute raten Betroffenen dementsprechend dazu, eine Supplementierung mit Inulin nicht ohne vorherige ärztliche Rücksprache zu beginnen oder abzusetzen.
