Kniearthrose: Ingwer-Extrakt lindert Schmerzen nach zwölf Wochen
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deMedizinische Empfehlungen heben zunehmend den Stellenwert einer gezielten Ernährung hervor, wenn es darum geht, Entzündungsreaktionen bei Kniegelenksbeschwerden zu regulieren.
Zwar kann kein einzelnes Lebensmittel geschädigten Knorpel reparieren oder eine Arthrose heilen, doch bestimmte Nährstoffmuster können Schmerzen lindern und Gelenkstrukturen funktionell unterstützen. Vor allem fetter Fisch, ausgewählte Gewürze und pflanzliche Öle stehen dabei im Mittelpunkt fachlicher Betrachtungen.
Entzündungshemmende Fette und gezielte Nährstoffe
Fetter Fisch wie Lachs und Makrele liefert erhebliche Mengen der langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Diese Fettsäuren dienen dem Organismus unter anderem als Vorstufe für Resolvine und Protectine, die Entzündungsprozesse aktiv dämpfen. Fachleute empfehlen für Lachs einen Verzehr von ein- bis zweimal pro Woche, vorzugsweise schonend gegart.
Stark gesalzene Produkte wie Räucherlachs oder traditioneller Salzfisch sollten wegen des hohen Natriumgehalts hingegen gemieden werden. Neben gesunden Fetten liefern Makrele und Lachs hochwertiges Protein sowie Vitamin D, was der Erhaltung der Oberschenkelmuskulatur und der Knochengesundheit zugutekommt.
Ergänzend dazu tragen einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren – etwa aus nativem Olivenöl, Nüssen und Samen – zum Erhalt der Synovialflüssigkeit bei. Olivenöl enthält neben Oleinsäure, Polyphenolen und Vitamin E auch den entzündungshemmenden Pflanzenstoff Oleocanthal. Da Olivenöl jedoch eine hohe Energiedichte aufweist, sollte der Konsum maßvoll bleiben, um zusätzliches Körpergewicht und damit Druck auf das Knie zu vermeiden.
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Pflanzliche Wirkstoffe: Ingwer und Kurkuma im Fokus
Unter den pflanzlichen Zusätzen weisen Ingwer und Kurkuma biologisch aktive Substanzen auf. Die im Ingwer enthaltenen Scharfstoffe Gingerol und Shogaol wirken antioxidativ, binden an TRPV1-Rezeptoren zur Schmerzsignalmodulation und hemmen COX-Enzyme, wodurch die Bildung entzündungsfördernder Prostaglandine gedrosselt wird.
Eine im Journal Osteoarthritis and Cartilage veröffentlichte Untersuchung zeigte, dass Teilnehmende nach einer zwölfwöchigen Einnahme von Ingwer-Extrakt signifikant weniger Knieschmerzen berichteten als die Placebo-Gruppe. Bei empfindlichem Magen oder der Einnahme von Antikoagulanzien ist jedoch Vorsicht geboten.
Kurkuma wiederum enthält Curcumin, das entzündungshemmende Eigenschaften besitzt, vom Körper jedoch schwer resorbiert wird. Zur Verbesserung der Bioverfügbarkeit raten Ernährungsexperten zur Kombination mit Fett und schwarzem Pfeffer. Personen mit Gallensteinen sollten vor dem Einsatz hochkonzentrierter Präparate ärztlichen Rat einholen.
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Darmgesundheit, Gewichtsmanagement und Bewegung als Basis
Neben einzelnen Lebensmitteln rückt das Zusammenspiel aus Körpergewicht, Darmflora und Gelenkgesundheit in den Fokus. Eine im Fachjournal Nutrients publizierte Studie der University of Nottingham mit 117 Erwachsenen mit Knie-Arthrose untersuchte über sechs Wochen die Gabe des präbiotischen Ballaststoffs Inulin, digitale Physiotherapie sowie Kombinationen daraus.
Sowohl die Inulin- als auch die Bewegungsgruppe verzeichneten verringerte Knieschmerzen; bei der Inulin-Gruppe verbesserten sich zudem die Griffkraft und die Schmerzempfindlichkeit, begleitet von einem Anstieg des Botenstoffs GLP-1. Inulin ernährt Darmbakterien, die kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat bilden.
Der Neurowissenschaftler Dr. David Cox von der University of Cambridge verweist darauf, dass laut Daten von Arthritis UK Arthrose gehäuft ab dem 45. Lebensjahr auftritt. Bei jedem Anstieg des Body-Mass-Index um 5 Punkte steigt das Risiko für eine Knie-Arthrose um 35 Prozent.
Eine mediterrane Kost, eine Gewichtsreduktion von mindestens 10 Prozent bei Übergewicht und die Reduktion von Transfetten sowie AGEs aus stark frittierten Speisen bilden daher das Fundament jeder konservativen Ernährungsanpassung. Bei bestehenden Diagnosen sollte jede Nahrungsumstellung mit den behandelnden Fachärzten abgestimmt werden.
