Kniearthrose, Charité

Kniearthrose: Charité belegt Wirksamkeit von Mikroembolisation

19.06.2026 - 08:19:34 | boerse-global.de

Studien belegen Erfolge von Embolisation und Kniedistraktion. Robotik und digitale Therapie gewinnen an Bedeutung.

Kniearthrose: Neue Verfahren verschieben Gelenkersatz
Kniearthrose - Nahaufnahme eines menschlichen Kniegelenks, das eine innovative, minimalinvasive medizinische Behandlung mit präziser Technologie darstellt. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ziel: Den künstlichen Gelenkersatz so lange wie möglich vermeiden.

Mikroembolisation statt Skalpell

Ein vielversprechender Ansatz kommt aus der interventionellen Radiologie. Die Charité Berlin belegt in einer aktuellen Studie die Wirksamkeit der Genicular Artery Embolization (GAE) – einem Verfahren, bei dem winzige Gelatine-Kügelchen in die Kniearterien gespritzt werden.

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194 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren nahmen an der Untersuchung teil. Die Ergebnisse sind deutlich: Der Schmerzwert sank innerhalb eines Jahres von 7 auf 3 Punkte (Skala 0-10). Rund 80 Prozent der Teilnehmer berichteten von einer klinisch relevanten Besserung. Die Lebensqualität stieg von 19 auf 40 Punkte.

Schwere Komplikationen traten nicht auf. Lediglich in 6,7 Prozent der Fälle gab es leichte, vorübergehende Reaktionen. Weltweit leiden schätzungsweise 365 Millionen Menschen an Kniearthrose. Die Methode könnte die Lücke zwischen konservativer Therapie und Gelenkersatz schließen.

Kniedistraktion: Zeitgewinn durch Abstand

Neben der Embolisation rückt ein mechanisches Verfahren in den Fokus: die Kniedistraktion. Dabei wird der Gelenkspalt vorübergehend erweitert, um Regenerationsprozesse anzuregen. Ziel ist es, den künstlichen Gelenkersatz um mehrere Jahre hinauszuzögern.

Ist eine OP unvermeidbar, liefert eine Langzeitstudie aus Großbritannien neue Erkenntnisse. Die KAT-Studie der Universitäten Oxford und Aberdeen untersuchte über 20 Jahre mehr als 1.700 Patienten. Ergebnis: Der Oberflächenersatz der Kniescheibe während einer Knie-Totalendoprothese ist der kosteneffektivste Ansatz. Die Daten zeigen konsistent bessere Knie-Funktion und geringere Revisionsraten.

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Digitale Therapie und Roboter-Assistenz

Die konservative Behandlung wird digitaler. Ab Juli 2026 integriert die Barmer Krankenkasse das GLA:D-Therapiekonzept aus Dänemark. Das Programm kombiniert Physiotherapie mit einer App – gezieltes Training und Aufklärung sollen Operationen vermeiden. Auch die BKK Linde setzt auf spezialisierte Hüfte-Knie-Therapien in zertifizierten Zentren.

In den OP-Sälen hält die Robotik Einzug. Am 11. Juni 2026 wurde in Müllheim erstmals das Mako-System für eine Knieoperation eingesetzt. Es nutzt ein 3D-Modell auf Basis von CT-Daten für präzisere Implantatplatzierung. Die erste Patientin konnte den Krankenhausaufenthalt von sieben auf fünf Tage verkürzen. Kliniken in Meiningen planen bereits Informationsveranstaltungen zu der Technologie.

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