Kniearthrose, Allocetra

Kniearthrose: Allocetra erzielt bei über 64-Jährigen 79,2 Prozent Ansprechen

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei über 64-Jährigen lag die Ansprechrate nach zwölf Monaten mit Allocetra bei 79,2 Prozent, gegenüber 47,6 Prozent unter Placebo.
Ein minimalistisch eingerichteter, heller Behandlungsraum in einer medizinischen Einrichtung ohne Personen oder Geräte. Illustration mit AI erstellt.

Die Erforschung nicht-operativer Therapien bei Kniearthrose verzeichnet neue klinische Ergebnisse. Im Fokus steht dabei die Phase-IIa-Studie ENX-CL-05-001 des Unternehmens Enlivex Ltd., das laut Berichten vom 02.11.2026 Zwölf-Monats-Daten zu seinem Produktkandidaten Allocetra bei mittelschwerer bis schwerer Kniearthrose vorgelegt hat.

Zugleich beleuchten weitere klinische Untersuchungen aus dem Herbst 2026 ergänzende interventionelle und biomechanische Verfahren zur Linderung arthrosebedingter Schmerzen.

Zwölf-Monats-Ergebnisse der Phase-IIa-Studie zu Allocetra

Bei der Untersuchung von Enlivex Ltd. handelte es sich um eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte und multinationale Phase-IIa-Studie mit 134 Patientinnen und Patienten, die einen einmaligen Zyklus aus drei Injektionen erhielten.

Das Unternehmen meldete für die Altersgruppe ab 64 Jahren nach zwölf Monaten ein klinisch bedeutsames Ansprechen gemäß den Kriterien von OMERACT-OARSI bei 79,2 Prozent unter Allocetra im Vergleich zu 47,6 Prozent in der Placebogruppe (p=0,027).

Die Ansprechraten in dieser Altersgruppe lagen nach drei Monaten um 80 Prozent (p=0,019) und nach sechs Monaten um 39 Prozent (p=0,168) über jenen der Placebogruppe.

Bei der Schmerzmessung anhand des WOMAC-3-Index zeigte sich gegenüber Placebo bei den über 64-Jährigen eine Differenz von -17,5 Punkten nach drei Monaten (p=0,004), -15,4 Punkten nach sechs Monaten (p=0,012) sowie -12,2 Punkten nach zwölf Monaten (p=0,113).

Bei der Gelenkfunktion ergab sich eine WOMAC-Differenz von -19,3 Punkten nach drei Monaten (p=0,0008), -19,5 Punkten nach sechs Monaten (p=0,0008) und -13,1 Punkten nach zwölf Monaten (p=0,067). In der Studie traten keine behandlungsbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse auf.

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Eine Poster-Präsentation der Daten ist für die Fachtagung ACR Convergence 2026 am 08.11.2026 in Orlando geplant, während Topline-Ergebnisse einer Phase-IIb-Studie bis Ende des zweiten Quartals 2027 erwartet werden.

Interventionelle Ansätze: Gefäßembolisation im klinischen Einsatz

Parallel zu zellulären Ansätzen untersuchen klinische Zentren gefäßorientierte Eingriffe. Eine in der Fachzeitschrift Radiology publizierte prospektive Single-Center-Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin unter der Leitung von Dr. Florian Nima Fleckenstein untersuchte die Genikuläre Arterienembolisation (GAE) mit schnell resorbierbaren Gelatine-Mikrosphären.

Beteiligt waren 194 Personen (114 Frauen und 80 Männer) mit Knie-Arthrose-Schmerzen nach mindestens dreimonatiger erfolgloser konservativer Therapie. Das mediane Alter lag bei 69 Jahren, der mediane BMI bei 28,4. Der mediane Schmerzwert sank auf der Skala von 0 bis 10 von 7 vor der Intervention auf 4 nach sechs Wochen sowie auf 3 nach sechs und zwölf Monaten. Nach zwölf Monaten erreichten 80 Prozent der Nachbeobachteten eine Schmerzreduktion von mindestens 2 Punkten.

In Ungarn betreibt das Városmajor Herz- und Gefäßzentrum der Semmelweis Universität in Budapest ein strukturiertes GAE-Programm. Die Methode zielt auf entzündliche Neovaskularisationen ab, ersetzt jedoch keine Knieprothese. Seit dem Beginn der Prozeduren im Februar 2026 wurden dort 22 Patienten behandelt, wobei eine frühe Nachsorge bei fast 80 Prozent eine messbare Schmerzreduktion im Vergleich zum Vorzustand zeigte.

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Ergänzende biomechanische und regenerative Verfahren

Neben Injektionen und Embolisationen werden auch biomechanische Anpassungen erprobt. Eine im Journal The Lancet Rheumatology veröffentlichte klinische Studie eines Forschungsteams um Scott Uhlrich von den Universitäten Utah, NYU und Stanford zeigte, dass ein sensorisch ermittelter, personalisierter Fußwinkel beim Gehen Schmerzen über ein Jahr hinweg lindern kann.

An der Studie nahmen 68 Personen mit Knorpelverschleiß im inneren Kniekompartiment teil, wobei sich eine signifikante Entlastung im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigte. Die aktuellen Untersuchungen verdeutlichen die Bandbreite der Ansätze, die derzeit zwischen rein konservativer Betreuung und dem operativen Gelenkersatz erforscht werden.

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