Knie-Arthrose, Niedrigdosierte

Knie-Arthrose: Niedrigdosierte Bestrahlung senkt Behinderungsrisiko um 67 Prozent

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 15:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine russische Langzeituntersuchung verbindet Bestrahlung mit besseren Schmerz- und Funktionswerten; die Aussagekraft bleibt jedoch begrenzt.

Knie-Arthrose: Langzeitstudie untersucht niedrig dosierte Bestrahlung
Ein heller, minimalistischer Krankenhausflur mit reflektierenden Böden und neutraler Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Im Rahmen der Jahrestagung der American Society for Radiation Oncology (ASTRO) in Boston wurden im September 2026 neue Daten zur Behandlung von Knie-Arthrose vorgestellt. Eine über einen langen Zeitraum angelegte Untersuchung analysierte dabei die Wirksamkeit einer niedrigdosierten Strahlentherapie in Kombination mit bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Ansatz gegenüber einer rein medikamentösen Standardtherapie deutliche Vorteile hinsichtlich der Schmerzlinderung und des Erhalts der Gelenkfunktion bieten kann.

Studienaufbau und Methodik der Untersuchung

Die Grundlage der präsentierten Ergebnisse bildete eine prospektive Untersuchung, die an einer einzelnen Klinik in Russland durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen 292 Patienten mit einem mittleren Alter von 38 Jahren an der Studie teil. Bei den Probanden war eine Knie-Arthrose der Kellgren-Lawrence-Grade 0 bis 2 diagnostiziert worden. Die Nachbeobachtungszeit der Teilnehmer betrug im Median fast 12 Jahre.

Die Interventionsgruppe erhielt eine niedrigdosierte Strahlentherapie mit einer Gesamtdosis von 4,5 Gy, die in zehn Sitzungen mittels Orthovolt-Röntgenstrahlen verabreicht wurde. Begleitend dazu nahmen die Patienten Glucosamin und Chondroitin ein. Wie aus Berichten vom 28.09.2026 hervorgeht, diente eine Gruppe, die lediglich medikamentös behandelt wurde, als Vergleichsmaßstab.

Langfristige Effekte auf Lebensqualität und Gelenkstruktur

Den Auswertungen zufolge zeigten Patienten der Bestrahlungsgruppe anhaltend bessere Werte in den Bereichen Schmerzkontrolle, Gelenkfunktion und allgemeine Lebensqualität. Diese positiven Effekte konnten über den gesamten Beobachtungszeitraum von mehr als einem Jahrzehnt festgestellt werden.

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Auch strukturelle Veränderungen am Kniegelenk wurden im Rahmen der Forschung dokumentiert. Magnetresonanztomographien (MRT) nach drei Jahren belegten eine geringere Verschlechterung der Gelenkstrukturen in der Bestrahlungsgruppe.

Bereits nach zwölf Monaten sei laut den Studienunterlagen eine leichte Verbesserung des Zustands bei den bestrahlten Patienten eingetreten, während in der nur mit Medikamenten behandelten Gruppe eine Verschlechterung beobachtet wurde.

Auswirkungen auf das Behinderungsrisiko und operative Eingriffe

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung betrifft die langfristige Mobilität der Patienten. Über einen Zeitraum von median 11,9 Jahren wurde ein um 67 Prozent geringeres adjustiertes Risiko für eine staatlich zertifizierte Behinderung in der Gruppe mit Strahlentherapie festgestellt.

Besonders signifikante Auswirkungen zeigten sich bei einer Teilgruppe von 78 Patienten, die unter einer Arthrose des Grades 2 nach Kellgren-Lawrence litten. In dieser Gruppe lag die Rate der Behinderungen bei 31 Prozent, während sie in der Kontrollgruppe 61 Prozent erreichte.

Zudem konnte die Notwendigkeit eines totalen Knieersatzes bei diesen Patienten deutlich reduziert werden. Während in der medikamentösen Vergleichsgruppe 36 Prozent einen Gelenkersatz benötigten, waren es in der Bestrahlungsgruppe lediglich 14 Prozent. Dies entspricht einer Reduktion des Risikos für einen Knieersatz um 64 Prozent bei Patienten mit Grad-2-Arthrose.

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Sicherheitsprofil und wissenschaftliche Einordnung

In Bezug auf die Sicherheit der Anwendung wurden keine akuten Reaktionen auf die Bestrahlung gemeldet. Zudem seien im beobachteten Bereich keine Fälle von Krebserkrankungen aufgetreten, die auf die Therapie zurückzuführen wären.

Dennoch wiesen die Fachleute auf der Tagung auf Limitationen der vorliegenden Daten hin. Da es sich um eine offene Studie an einem einzelnen Zentrum handelte und die Kontrollgruppe keine Scheinbestrahlung erhielt, ist die Aussagekraft begrenzt.

Die Analysen zu den Langzeiteffekten und den Patienten mit Grad-2-Arthrose wurden als explorativ eingestuft. Zudem wurde angemerkt, dass der Unterschied bei den Knieersatz-Operationen über das gesamte Patientenkollektiv hinweg nicht statistisch signifikant war und die vorliegenden MRT-Daten teilweise unvollständig seien.

Nach Angaben der Studienautoren ist als nächster Schritt eine multizentrische, randomisierte Studie geplant. In dieser soll eine simulierte Bestrahlung als Placebo-Kontrolle eingesetzt werden, um die bisherigen Beobachtungen wissenschaftlich abzusichern.

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