Kneipp-Studie: 49% der Frauen spüren Effekt noch nach 6 Monaten
Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die klassische Kneipp-Lehre rückt verstärkt in den Fokus der medizinischen Prävention bei hormonellen Umstellungsphasen. Ein aktuelles Forschungsprojekt in Bad Wörishofen widmet sich der Untersuchung, inwieweit die traditionellen Verfahren der Kneipp-Therapie zur Linderung von Beschwerden während der Wechseljahre beitragen können.
Die Sebastian-Kneipp-Schule betont dabei insbesondere das Potenzial präventiver Maßnahmen, um den Übergang in die Menopause gesundheitlich zu unterstützen.
Wissenschaftlicher Hintergrund und die fünf Säulen der Therapie
Die vom Priester Sebastian Kneipp vor rund 150 Jahren in Bad Wörishofen entwickelte Therapieform basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz. Seit dem Jahr 2015 ist die Kneipp-Lehre als Immaterielles Kulturerbe anerkannt. Ihr Fundament bilden fünf zentrale Säulen: Wasseranwendungen, Bewegung, gesunde Ernährung, der Einsatz von Heilpflanzen sowie die Lebensordnung, die auf eine ausgewogene Gestaltung des Alltags abzielt.
Medizinische Untersuchungen stützen die Wirksamkeit der Verfahren. Eine im North American Journal of Medical Sciences veröffentlichte klinische Studie belegt beispielsweise, dass wiederholte Kaltwasserreize das Immunsystem beeinflussen.
Den Ergebnissen zufolge führen diese Reize zu einer Erhöhung der Lymphozyten sowie des Gamma-Interferons im Körper. Michael Dodel, Leiter der Sebastian-Kneipp-Schule, sieht in diesen Mechanismen eine wichtige Grundlage für die Anwendung bei verschiedenen Beschwerdebildern.
Aktuelle Studienlage zu Menopause und Stressbewältigung
Um die Effekte der Kneipp-Lehre spezifisch auf prämenopausale und menopausale Beschwerden zu verifizieren, ist derzeit eine neue Studie in Planung. Diese soll die bereits bestehende Datenlage ergänzen, die positive Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden nahelegt.
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Ein vergleichbares Programm, das in Füssen in Kooperation mit der LMU München durchgeführt wurde, lieferte bereits Erkenntnisse zur Wirksamkeit bei stressbedingten Symptomen. Die Teilnehmer dieses Programms berichteten von einer signifikanten Verbesserung ihrer Schlafqualität und einer Reduktion von chronischem Stress.
Besonders hervorzuheben ist die Nachhaltigkeit der Effekte: Rund 49 % der Teilnehmenden gaben an, auch sechs Monate nach Abschluss des Programms noch eine positive Wirkung zu verspüren. In der Praxis werden hierfür oft einfache Übungen wie das Kontrast-Fußbad oder die Nutzung der zahlreichen Tretbecken empfohlen.
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Infrastrukturelle Herausforderungen und Klimaanpassung
Trotz der wachsenden wissenschaftlichen Beachtung steht der Kurort Bad Wörishofen, in dem regulär 23 Tretbecken zur Verfügung stehen, vor praktischen Herausforderungen. Aufgrund anhaltender Trockenheit ist der Grundwasserpegel in der Region deutlich gesunken. Dies hatte zur Folge, dass bereits zwei Quellen versiegt sind und eine weitere Anlage vom Netz genommen werden musste. Derzeit können daher nur 21 von 24 Kneippbecken betrieben werden.
Angesichts dieser klimatischen Veränderungen prüft die Stadtverwaltung technische Anpassungen der Infrastruktur. Bürgermeister Daniel Pflügl betonte die Notwendigkeit, bei der Umrüstung auf geschlossene Wasserkreisläufe aktiv zu werden, um die Verfügbarkeit der Anlagen langfristig zu sichern.
Diese Maßnahmen sollen gewährleisten, dass die traditionellen Heilverfahren auch unter veränderten Umweltbedingungen weiterhin als fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge und zur Unterstützung in den Wechseljahren genutzt werden können.
