Knäckebrot-Test: Acrylamid in allen 21 Produkten nachgewiesen
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 12:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer Untersuchung von Mitte September 2026 hat das Magazin Öko-Test die Qualität von Roggenvollkorn-Knäckebrot analysiert. Der Fokus der Untersuchung lag auf der Belastung durch Schadstoffe und Rückstände aus dem Anbau sowie dem Backprozess.
Insgesamt wurden 21 verschiedene Produkte unter die Lupe genommen, darunter 9 Erzeugnisse aus ökologischem Anbau. Die Ergebnisse deuten auf eine signifikante Qualitätsspanne innerhalb des Segments hin, da ein erheblicher Teil der Proben aufgrund von Laborbefunden abgewertet wurde.
Breite Belastung mit Acrylamid in allen Testprodukten
Ein zentraler Aspekt der Laboranalyse war der Nachweis von Acrylamid. Wie aus dem Bericht vom 16. September 2026 hervorgeht, wurde dieser Stoff in sämtlichen 21 untersuchten Knäckebrot-Varianten nachgewiesen. Acrylamid entsteht natürlicherweise bei starker Erhitzung von stärkehaltigen Lebensmitteln während des Backvorgangs.
Während die Konzentrationen in der Mehrzahl der Produkte als moderat eingestuft wurden, identifizierten die Labore in einem spezifischen Fall eine Überschreitung des geltenden EU-Richtwerts für Acrylamid. Dieser Befund führte zu einer entsprechenden Abwertung in der Gesamtnote, da der Stoff im Verdacht steht, die Gesundheit zu beeinträchtigen und daher in industriell gefertigten Lebensmitteln so weit wie möglich reduziert werden sollte.
Pestizidrückstände und Schimmelpilzgifte im Fokus
Neben prozessbedingten Schadstoffen untersuchten die Experten die Produkte auch auf Rückstände aus der Landwirtschaft. Die Ergebnisse zeigen hierbei deutliche Unterschiede. In einigen Proben wurden bis zu 6 verschiedene Pestizidrückstände gleichzeitig nachgewiesen. Unter den identifizierten Substanzen befanden sich laut dem Bericht vom 16. September 2026 unter anderem das Herbizid Glyphosat sowie das Fungizid Tebuconazol.
Der aktuelle Knäckebrot-Test zeigt: Acrylamid steckt in allen 21 untersuchten Produkten, in einem Fall sogar über dem EU-Richtwert — und in einigen Proben wurden bis zu 6 Pestizidrückstände gleichzeitig gefunden. Nur 5 Produkte schafften die Bestnote "sehr gut". Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie beim nächsten Einkauf schadstoffarmes Knäckebrot für Ihre Familie erkennen. Jetzt kostenlosen Knäckebrot-Ratgeber anfordern
Zusätzlich zur Pestizidproblematik deckte die Analyse Belastungen durch natürliche Giftstoffe auf. In einem Produkt stellten die Prüfer eine erhöhte Konzentration von T-2- und HT-2-Toxinen fest. Dabei handelt es sich um Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die bereits auf dem Feld das Getreide befallen können und als gesundheitlich bedenklich gelten.
Deutliche Unterschiede in der Gesamtbewertung
Die zusammenfassende Bewertung der 21 Produkte zeigt ein geteiltes Bild. Lediglich 5 der getesteten Knäckebrote konnten die Bestnote "sehr gut" erzielen. Diese Produkte zeichneten sich durch eine geringe Schadstoffbelastung aus und erfüllten die Qualitätsstandards der Prüfer in vollem Umfang.
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Im Gegensatz dazu fiel rund ein Drittel der getesteten Produkte im Urteil deutlich ab. Diese Waren wurden mit den Noten "mangelhaft" oder "ungenügend" bewertet. Hauptgründe für dieses negative Abschneiden waren die genannten Belastungen mit Pestiziden, Grenzwertüberschreitungen bei Acrylamid oder das Vorkommen von Schimmelpilzgiften.
Die Analyse unterstreicht damit, dass trotz der allgemeinen Wahrnehmung von Knäckebrot als gesundem Vollkornprodukt erhebliche Qualitätsunterschiede hinsichtlich der Reinheit der Inhaltsstoffe bestehen.
