Klue-Hack, Icarus-Gruppe

Klue-Hack: Icarus-Gruppe stiehlt CRM-Daten von elf Sicherheitsfirmen

22.06.2026 - 17:55:15 | boerse-global.de

Hacker nutzen alte Testzugänge bei Klue und stehlen CRM-Daten von Sicherheitsfirmen. Icarus-Gruppe droht mit Veröffentlichung.

Klue-Sicherheitslücke: Hacker erbeuten Salesforce-Daten via OAuth-Tokens
Klue-Hack - Stylized visual of data flowing from a compromised server to multiple digital platforms, representing a supply chain data breach. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die als Icarus bekannte Hackergruppe verschaffte sich über alte, nicht gelöschte Test-Zugangsdaten Zugriff auf die Salesforce-Umgebungen mehrerer namhafter Unternehmen. Cyber-Sicherheitsfirmen bestätigten den Datenabfluss.

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OAuth-Token als Einfallstor

Der Angriff flog am 12. Juni 2026 auf. Die Täter nutzten sogenannte Legacy-Test-Credentials – Zugangsdaten für Testumgebungen, die nach Projektende nie deaktiviert wurden. Damit erlangten sie OAuth-Tokens, die dauerhaften Zugriff auf verbundene Anwendungen ermöglichen – ganz ohne Passwort.

Die Angreifer setzten automatisierte Python-Skripte ein, um über die Salesforce REST API massenhaft Daten abzugreifen. Besonders auffällig: In einem Fall führten sie fast 1.000 Abfragen innerhalb von 15 Minuten aus. Branchenkenner sehen Parallelen zu früheren Angriffen auf das Salesforce-Ökosystem.

Das eigentliche Problem: „Schlafende" OAuth-Tokens, die in verbundenen Anwendungen aktiv bleiben, selbst wenn sie niemand mehr nutzt. Ein klassisches Identity-Governance-Problem, das viele Unternehmen unterschätzen.

Betroffene Unternehmen und gestohlene Daten

Die Liste der betroffenen Firmen liest sich wie ein Who's who der Cybersicherheits-Branche:

  • Recorded Future, Tanium, Snyk, Jamf, HackerOne
  • Huntress, OneTrust, Sprout Social, Insurity, ReliaQuest
  • Auch Gong bestätigte einen Zugriff auf seine Umgebung

Die gestohlenen Daten umfassen vor allem geschäftliche Kontaktinformationen: Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Positionen und Firmenanschriften. In einigen Fällen erbeuteten die Hacker auch sensible Vertriebsdaten wie Preisangebote, Abonnementdetails, Vertriebskommunikation und interne Opportunity-Notizen.

Die betroffenen Unternehmen betonen: Der Vorfall beschränkt sich auf CRM-Daten. Es gibt keine Hinweise auf kompromittierte Produktinfrastruktur, Telemetriedaten, Passwörter oder Zahlungsinformationen.

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Gegenmaßnahmen und Erpressungsdrohung

Klue reagierte umgehend: Das Unternehmen deaktivierte die Integrationen zu Salesforce, HubSpot, Slack, Google Drive, Zoom und SharePoint. Die Cybersicherheitsfirma CrowdStrike wurde mit der forensischen Untersuchung beauftragt, die Strafverfolgungsbehörden sind eingeschaltet.

Salesforce selbst griff am 17. Juni ein und deaktivierte die Klue-Battlecards-Integration, um weiteren unbefugten Zugriff zu unterbinden.

Sicherheitsexperten raten CISOs dringend:
- Alle OAuth-Tokens von Klue sofort widerrufen
- Salesforce-Umgebungen auf ungewöhnliche API-Aktivitäten prüfen

Die Icarus-Gruppe hat die Verantwortung übernommen und droht, die gestohlenen Daten heute, am 22. Juni 2026, zu veröffentlichen – sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Bislang wurden jedoch weder Lösegeldforderungen noch konkrete Datenproben auf dem Leak-Portal der Gruppe veröffentlicht.

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