Klonale, Hämatopoese

Klonale Hämatopoese: Blutmutation erhöht Herzrisiko unabhängig von Blutdruck

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Auswertung von fast 91.000 Menschen weist die altersabhängige Zellveränderung als eigenständigen Gefäßrisikofaktor aus.
Mikroskopische Aufnahme zellulärer Strukturen, die biologische Entzündungsprozesse im menschlichen Körper symbolisieren. Illustration mit AI erstellt.

Mutationen in den blutbildenden Zellen rücken zunehmend in den Fokus der kardiologischen Forschung. Eine im Fachjournal Nature veröffentlichte Untersuchung des Instituto Cardiovascular de Mount Sinai in New York zeigt, dass die sogenannte klonale Hämatopoese einen eigenständigen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt.

Die wissenschaftliche Auswertung stützt sich auf Datensätze von fast 91.000 Menschen und liefert grundlegende Erkenntnisse über biologische Mechanismen, die jenseits der bekannten Risikoprofile wirken.

Häufigkeit und kardiovaskuläre Auswirkungen im Alter

Bei der klonalen Hämatopoese handelt es sich um eine genetische Veränderung weißer Blutkörperchen, deren Verbreitung mit fortschreitendem Alter deutlich zunimmt. Den Erhebungen zufolge tritt diese Veränderung bei 25 Prozent der über 70-Jährigen auf. In der Altersgruppe der über 80-Jährigen lässt sich das Phänomen bereits bei 50 Prozent der Betroffenen nachweisen.

Klinisch ist dieser Befund von erheblicher Bedeutung: Die Mutation begünstigt die Entwicklung von Arteriosklerose und erhöht damit das Risiko für Herzinfarkte sowie Schlaganfälle.

Auffällig ist dabei, dass dieser Effekt unabhängig von klassischen Gefäßrisiken wie Bluthochdruck, Hypertonie, hohem Cholesterin und Tabakkonsum auftritt. Klonale Hämatopoese stellt damit einen separaten Risikofaktor dar, der bei herkömmlichen Vorsorgeuntersuchungen bislang selten erfasst wird.

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Entzündungsmechanismen und Ansatzpunkte durch den Lebensstil

Als wesentlicher Treiber hinter den beobachteten Gefäßschäden gilt eine anhaltende chronische Entzündungsreaktion im Organismus. Studienautor Cameron McAlpine erläuterte in diesem Zusammenhang, dass sich diese entzündlichen Prozesse gezielt durch eine gesundheitsbewusste Lebensführung reduzieren lassen.

Trotz des genetischen Ursprungs der Zellveränderung sind die Betroffenen den kardiovaskulären Folgen somit nicht schutzlos ausgeliefert; vielmehr kann das Entzündungsniveau durch Verhaltensanpassungen gesenkt werden.

Präventive Maßnahmen zur Entlastung des Gefäßsystems

Vor diesem Hintergrund gewinnen etablierte Gesundheitsempfehlungen für ältere Menschen weiter an Bedeutung. Zur Förderung der Gefäßgesundheit und zur Dämpfung systemischer Entzündungen empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC älteren Erwachsenen eine tägliche Schlafdauer von 7 bis 8 Stunden.

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Ergänzend dazu betonen Kardiologen des MemorialCare Heart & Vascular Institute in Kalifornien den Stellenwert regelmäßiger Bewegung: Empfohlen werden 150 Minuten moderate bis intensive körperliche Aktivität pro Woche, um das Herz-Kreislauf-System zu stabilisieren.

Einen ganzheitlichen Rahmen setzt zudem die American Heart Association mit ihren Richtlinien. Die Organisation rät zu einer Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse, dem vollständigen Verzicht auf Tabak sowie einer deutlichen Einschränkung des Zuckerkonsums.

Parallel dazu bleibt die konsequente Kontrolle der klassischen Stoffwechsel- und Gefäßwerte wie Cholesterin, Blutdruck und Blutzucker essenziell, um das kardiovaskuläre Gesamtrisiko auch bei bestehenden Zellmutationen so gering wie möglich zu halten.

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