Klimaanlage-Boom, Haushalte

Klimaanlage-Boom: 19% der Haushalte rüsten auf, Produktion +75%

25.06.2026 - 08:41:12 | boerse-global.de

19 Prozent der Haushalte besitzen bereits eine Kühlung. Hitzeperioden führen zu Engpässen und treiben Verbraucher zu günstigen Alternativen.

Klimaanlagen-Boom in Deutschland: Nachfrage und Risiken steigen
Klimaanlage-Boom - Eine moderne, minimalistische Inneneinrichtung mit einem diskreten, preisgünstigen mobilen Klimagerät im Vordergrund, das sich in den Raum einfügt. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

2024 besaßen bereits 19 Prozent der Haushalte eine Klimaanlage – ein Anstieg um sechs Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Die Produktion kletterte zwischen 2019 und 2024 um 75 Prozent auf 317.000 Geräte.

Engpässe und günstige Alternativen

In Hitzeperioden sind beliebte Modelle wie die Midea Portasplit regelmäßig bundesweit vergriffen. Installateure haben volle Auftragsbücher. Die Knappheit treibt Verbraucher zu günstigeren Lösungen.

Während professionelle Split-Klimaanlagen pro Raum zwischen 2.000 und 4.500 Euro kosten, greifen viele zu Einstiegsgeräten. Für Ende Juni wurden 3-in-1-Klimaanlagen für rund 175 Euro angekündigt. Eiswürfel- und Speismaschinen gibt es bereits für 20 bis 50 Euro.

Wann Hitze die Miete mindert

Die Gerichte beschäftigen sich zunehmend mit der Frage: Ab wann ist sommerliche Hitze ein Mietmangel? Ein genereller Anspruch auf eine Klimaanlage besteht nicht. Doch Präzedenzfälle zeigen klare Grenzen.

In Hamburg erkannte ein Gericht bei 30 Grad am Tag und 25 Grad in der Nacht eine Mietminderung von 20 Prozent an. In Berlin bestätigte ein Gericht sogar die fristlose Kündigung einer Dachgeschosswohnung mit 46 Grad Celsius.

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Mieter sollten Temperaturen genau dokumentieren, bevor sie rechtliche Schritte einleiten. Mobile Klimageräte dürfen sie in der Regel ohne Zustimmung des Vermieters betreiben. Fest installierte Anlagen brauchen dagegen eine explizite Genehmigung.

Vorsicht vor Betrug und Gefahren

Die hohe Nachfrage lockt auch Betrüger an. Im Juni warnten Experten vor KI-generierten Werbeseiten, die angebliche Mini-Klimaanlagen für 50 bis 130 Euro anbieten. Geliefert werden dann oft nur einfache Akku-Ventilatoren ohne Kühlfunktion.

Auch gesundheitliche Risiken lauern. Feuerwehren warnen vor der gleichzeitigen Nutzung mobiler Klimageräte und Gasthermen. Der erzeugte Unterdruck kann lebensgefährliches Kohlenmonoxid aus der Therme in die Wohnräume saugen. CO-Melder und getrennte Betriebszeiten sind daher Pflicht.

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Passive Kühlung und staatliche Förderung

Nicht immer muss es die teure Technik sein. Fachleute schwören auf außenliegenden Sonnenschutz – er ist deutlich effektiver als Vorhänge oder Jalousien innen. Rollläden sollten nicht komplett geschlossen bleiben, damit die Lüftungsschlitze keinen Hitzestau verursachen.

Kommunen wie der Burgenlandkreis setzen auf „Kühle-Orte-Karten“. Sie zeigen klimatisierte Gebäude, Trinkbrunnen und Schattenplätze.

Für Unternehmen und Kommunen gibt es bis Ende 2026 finanzielle Anreize: Die Kälte-Klima-Richtlinie fördert stationäre Anlagen mit nicht-halogenierten Kältemitteln wie CO?, Ammoniak oder Propan. Die Zuschüsse betragen bis zu 200.000 Euro pro Maßnahme – maximal 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Das Ziel: energieeffizientere Kühltechnik und weniger klimaschädliche Kältemittel.

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