Kleidermotten, Umweltbundesamt

Kleidermotten: Umweltbundesamt empfiehlt Tiefkühlkur bei mindestens ?19 °C

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Saubere, trockene und gut verschlossene Aufbewahrung schützt Wollkleidung; der Warentest kürte zwei Merino-Shirts zu Testsiegern.

Kleidermotten vermeiden: Textilien schützen und Wolle richtig lagern
Leeres, minimalistisches Holzregal in einem Kleiderschrank mit natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

In beheizten Wohnräumen stellen Kleidermotten ein ganzjähriges Risiko für Textilien dar. Wie das Umweltbundesamt hervorhebt, sind es vor allem die Larven der Insekten, die durch Fraß an tierischen Fasern wie Wolle erhebliche Schäden hinterlassen. Bei anstehenden Saisonwechseln im Kleiderschrank kommt es daher auf gezielte Prävention und die richtige Vorbereitung der Textilien an, um einen Befall von vornherein zu verhindern.

Befall frühzeitig erkennen und gezielt bekämpfen

Typische Hinweise auf die Schädlinge sind unregelmäßige Fraßlöcher im Gewebe sowie sichtbare Gespinste oder Kokons. Werden solche Spuren entdeckt, ist rasches Handeln nötig.

Nach Angaben des Umweltbundesamts lassen sich befallene Textilien behandeln, indem sie gut verschlossen verpackt bei mindestens ?19 °C tiefgefroren werden. Um sicherzugehen, dass auch nachgeschlüpfte Larven abgetötet werden, sollte dieser Vorgang bei Bedarf nach zwei bis drei Wochen wiederholt werden.

Zur natürlichen und giftfreien Abwehr von Motten können Produkte aus Lavendel und Zedernholz eingesetzt werden. Pheromonfallen dienen derweil vorrangig der Befallskontrolle, da sie Aufschluss über das Ausmaß eines möglichen Auftretens geben. Bei einem besonders starken oder wiederkehrenden Befall kann zudem die Unterstützung einer professionellen Schädlingsbekämpfung sinnvoll sein.

Gründliche Reinigung vor der Einlagerung

Ein entscheidender Schritt zur Vermeidung von Schäden ist das Säubern der Textilien vor dem Einlagern. Da verbleibende Gerüche Schädlinge anziehen können, sollte Kleidung vorab gewaschen werden. Der Kleiderschrank selbst sollte regelmäßig ausgesaugt werden, um Staub und potenzielle Brutstätten zu entfernen.

Für Wollpullover empfiehlt sich nach der Reinigung eine flache Trocknung. Anschließend sollten sie an einem kühlen, trockenen und möglichst luftdichten Ort aufbewahrt werden. Zwar schaffen Vakuumbeutel zusätzlichen Platz im Schrank, doch sollte ihr Einsatz zeitlich begrenzt bleiben: Werden Wollfasern zu lange stark komprimiert, droht ihnen der Verlust ihrer natürlichen Elastizität.

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Auch bei der Wahl von Bügeln ist Vorsicht geboten; so sollten Holzkleiderbügel vor der Nutzung abgewischt, vollständig getrocknet und an einem trockenen, gut belüfteten Ort gelagert werden, um Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung abzuwenden.

Pflege und Eigenschaften von Wolltextilien

Wollfasern verlangen eine schonende Handhabung. Für das Waschen von Wollsachen empfiehlt sich der Woll- oder Schonwaschgang bei höchstens 30 bis 40 °C, wobei die Waschmaschinentrommel maximal zu einem Viertel gefüllt sein sollte.

Die Stiftung Warentest untersuchte in ihrer Ausgabe 10/2026 zwölf Funktionsshirts – darunter sechs Modelle aus reiner Merinowolle und sechs Varianten aus Mischgewebe. Dabei zeigte sich, dass reine Merinowolle Schweißgeruch weniger stark annimmt, während Mischgewebe im Vergleich schneller trocknet.

Den Testsieg mit der Note 1,9 teilten sich das „Merino 200 Base Layer T-Shirt“ von Odlo aus reiner Merinowolle sowie das „150 Cool Brand TS“ von Ortovox, das aus Merino, Lyocell und Polyamid besteht, für jeweils 90 Euro.

Als Preistipp schnitt das „Lauparen Merino 190 Base Tee“ von Devold für 60 Euro mit der Note 2,4 ab, bei dem laut Stiftung Warentest die Verwendung mulesingfreier Wolle belegt ist.

Struktur und Raumklima im Kleiderschrank

Neben der Sauberkeit spielt auch die Art der Unterbringung eine wesentliche Rolle für den Erhalt empfindlicher Materialien. Offene Aufbewahrungen in feuchten Räumen wie dem Badezimmer bergen Risiken für Schimmel und Materialschäden. Naturfasern, schwere Wollpullover, Lederkleidung sowie Anzüge reagieren besonders empfindlich auf Feuchtigkeit.

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Hängende Kleidungsstücke sollten daher mit mindestens einer Handbreit Abstand platziert werden. Während täglich genutzte Kleidung nur bei kontinuierlich guter Belüftung offen hängen sollte, gehört länger eingelagerte Garderobe in einen geschlossenen, belüfteten Schrank außerhalb des Badezimmers.

Zur Organisation bieten sich flexible Ansätze an. Statt eines strikten Wechsels kann ein schrittweises Schichtenprinzip gewählt werden, bei dem Übergangsteile griffbereit nach vorn sortiert und rein sommerliche Textilien nach hinten geräumt werden. Platzsparende Faltmethoden – etwa das Zusammenlegen zu kleinen Paketen, die sich aufrecht in Schubladen einordnen lassen – schaffen Übersicht und schonen das Gewebe empfindlicher Stücke dauerhaft.

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