Klarna-Anrufschutz: Neue Verifizierung startet weltweit in 26 Märkten
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 15:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Zahlungsdienstleister Klarna führt weltweit eine neue Funktion zur Anrufverifizierung ein. Mit dem Werkzeug namens „Klarna Call Status Detection“ können Kundinnen und Kunden künftig direkt in der App überprüfen, ob ein eingehender Anruf tatsächlich von dem Unternehmen stammt. Das Sicherheitsmerkmal steht in allen 26 Klarna-Märkten zur Verfügung.
Zuvor befand sich die Funktion seit September in fünf nordischen Ländern im Einsatz. Während dieser Pilotphase nutzten mehrere Tausend Verbraucher das System.
Farbige Banner warnen vor Fake-Anrufen
Die Überprüfung läuft direkt während des Telefonats ab. Erhält eine Person einen Anruf von einem angeblichen Klarna-Mitarbeiter, öffnet sie parallel die Klarna-App. Erscheint dort ein grünes Banner, gilt der Anruf als verifiziert, und das Gespräch kann sicher fortgesetzt werden. Signalisiert die App hingegen ein gelbes oder oranges Banner, lässt sich der Anruf nicht verifizieren. In diesem Fall rät das Unternehmen zum sofortigen Auflegen.
Auf Apple-Geräten mit dem Betriebssystem iOS ist die Funktion standardmäßig aktiviert. Nutzerinnen und Nutzer von Android-Geräten müssen das Merkmal hingegen manuell in den Einstellungen der App einschalten. Die neue Anruferkennung ergänzt den bereits bestehenden Klarna-Posteingang, über den Kunden eingehende E-Mails, SMS und Briefe auf ihre Echtheit prüfen können.
Täuschung durch manipulierte Rufnummern
Den Hintergrund für diesen Schritt bildet das sogenannte Call-ID-Spoofing. Bei dieser Betrugsmasche manipulieren Kriminelle die übermittelte Rufnummernanzeige, sodass auf dem Display des Angerufenen eine scheinbar legitime Telefonnummer erscheint. Dadurch wird die reine Rufnummernanzeige als Sicherheitsnachweis unzuverlässig.
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Woody Malouf, der bei Klarna den Bereich Bekämpfung von Finanzkriminalität leitet, erklärte dazu, dass Betrüger ein globales Problem darstellten und die Schutzmaßnahmen deshalb ebenfalls weltumspannend sein müssten.
Nach Schätzungen von Nasdaq Verafin beliefen sich die weltweiten Betrugsverluste durch Scams und Bankbetrug im Jahr 2025 auf 579 Milliarden US-Dollar, wobei diese Summe nicht ausschließlich auf Telefonbetrug zurückgeht.
Klarna selbst zählt über 120 Millionen aktive Nutzer, wickelt täglich 3,8 Millionen Transaktionen ab, arbeitet mit 1,2 Millionen Händlern zusammen und ist an der New Yorker Börse unter dem Tickersymbol KLAR gelistet.
Vorfälle zeigen Relevanz der Schutzmaßnahmen
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Wie akut Betrugsversuche über den Namen des Zahlungsdienstleisters sind, belegen aktuelle Fälle aus der Praxis. Wie die Polizei und deren Sprecher Ulf Gollungberg berichteten, wurden am Mittwoch, den 4. November 2026, drei Betrugsversuche per Telefon mit angeblichen Klarna-Mitarbeitern im schwedischen Vimmerby registriert. In allen Fällen handelte es sich um versuchten Betrug, der jedoch dank der Wachsamkeit der Betroffenen erfolglos blieb.
Gegen 10 Uhr morgens sollte ein 35-jähriger Mann telefonisch zum Abschluss einer Klarna-Karte bewegt werden, gab jedoch keine persönlichen Daten preis. Eine 35-jährige Frau erhielt einen Anruf mit einer vorab aufgezeichneten Stimme bezüglich einer Klarna-Karte sowie eines Einkaufs und beendete das Telefonat eigenständig.
Gegen 15 Uhr desselben Tages wurde schließlich ein 40-jähriger Mann von Personen kontaktiert, die sich als Mitarbeiter von Klarna und der Swedbank ausgaben; auch er durchschaute die verdächtige Nachfrage nach persönlichen Daten rechtzeitig. Die neue Verifizierungsfunktion soll Verbrauchern in solchen Situationen künftig sofortige Gewissheit verschaffen.
