KITECH-Forschungsplattform: Bewegungsdaten sollen humanoide Roboter trainieren
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Korea Institute of Industrial Technology (KITECH) hat den Aufbau einer spezialisierten Forschungsplattform namens Human-to-Humanoid Intelligence Platform (HHIP) bekannt gegeben.
Wie südkoreanische Medien am 14. Oktober 2026 berichteten, dient das System der umfassenden Erfassung menschlicher Ganzkörperbewegungen von Kopf bis Fuß. Das Projekt wird von einem Forscherteam unter der Leitung von Ahn Beom-mo aus der Abteilung für künstliche Intelligenz und Robotikforschung (AI and Robotics Research Division) des Instituts vorangetrieben.
Kuppelkonstruktion mit Hochgeschwindigkeits-Laufband
Herzstück der neu errichteten Anlage ist eine kuppelförmige Struktur, in deren Zentrum sich ein Hochgeschwindigkeits-Laufband befindet. Dieses Laufband erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 45 km/h. Rund um das Band sind optische Motion-Capture-Kameras installiert, die die Bewegungen der Testpersonen im dreidimensionalen Raum verfolgen.
Zur Datengewinnung setzt das KITECH-Team auf ein kombiniertes Messverfahren: Neben Gelenkmarkern kommen Bodenkraftmessplatten zur Registrierung der Bodenreaktionskräfte sowie handschuhförmige Sensoren für Handbewegungen zum Einsatz. Zudem zeichnet das System über Elektromyografie-Sensoren (EMG) gleichzeitig die elektrischen Muskelsignale der Probanden auf.
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Um die Vielzahl der parallel erfassten Werte verarbeiten zu können, entwickelten die Forscher eine eigene Software. Diese speichert alle Sensorinformationen synchron auf einer einheitlichen Zeitachse ab, wobei die Genauigkeit der zeitlichen Ausrichtung im Vorfeld verifiziert wurde.
Anwendungen für Exoskelette und humanoide Steuerungsmodelle
Ein zentraler Anwendungsbereich der Plattform liegt im direkten Vorher-Nachher-Vergleich bei der Nutzung von Exoskelett-Robotern. Die Messungen werden unter identischen Bedingungen sowohl mit dem unbedeckten Körper als auch mit angelegtem Exoskelett durchgeführt. Dadurch lässt sich präzise analysieren, wie ein robotergestütztes System die menschliche Biomechanik und die Bewegungsmuster verändert.
Die Plattform kam unter anderem bereits zum Einsatz, um die Leistungsfähigkeit von AirKnee zu verifizieren, der laut Berichten als weltweit leichtester kniegetragener Roboter gilt.
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Gegenwärtig erfassen die Forscher vor allem Daten zu menschlichen Arbeitsbewegungen, um darauf aufbauend Steuerungsmodelle für humanoide Roboter zu trainieren. Der leitende Forscher Ahn Beom-mo erklärte hierzu, dass das Institut eine breite Palette an menschlichen Arbeitsabläufen sammeln wolle.
Diese Bewegungsdaten sollen künftig nicht nur der Steuerung von Humanoiden zugutekommen, sondern auch die Entwicklung tragbarer Robotersysteme und den Bereich der medizinischen Rehabilitation unterstützen.
