Kinderurologie, S3-Leitlinie

Kinderurologie: Neue S3-Leitlinie macht Ultraschall strahlenfreier

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 07:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die DEGUM-Leitlinie etabliert Ultraschall als Alternative zur Röntgen-MCU und berücksichtigt die Methode zudem im GOÄ-Entwurf.

Neue S3-Leitlinie stärkt strahlenfreie MUS bei Kindern
Modernes Ultraschallgerät in einem hellen, klinischen Untersuchungsraum ohne sichtbare Texte oder Bildschirminhalte. Illustration mit AI erstellt.

Die medizinische Diagnostik bei Erkrankungen der ableitenden Harnwege im Kindes- und Jugendalter erfährt durch eine neue wissenschaftliche Grundlage eine wichtige Anpassung.

Die S3-Leitlinie „Kontrastverstärkte Miktionsurosonografie (MUS) im Kindes- und Jugendalter" definiert das Ultraschallverfahren als eine strahlenfreie Alternative zur herkömmlichen Röntgenuntersuchung. Damit wird ein Standard gesetzt, der die Sicherheit der Patienten durch die Vermeidung ionisierender Strahlung in den Vordergrund rückt.

Standardisierung durch wissenschaftliche Fachgesellschaften

Die Erarbeitung der neuen Empfehlungen erfolgte unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Als S3-Leitlinie repräsentiert das Dokument die höchste Stufe der methodischen Qualität im System der medizinischen Leitlinien, da es auf einer systematischen Aufarbeitung der vorhandenen Evidenz und einem breiten Konsens verschiedener Fachvertreter basiert.

In der offiziellen Datenbank der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) wird die Leitlinie unter der Registernummer 085-007 geführt. Durch diese Hinterlegung erhalten Mediziner eine verlässliche Orientierung für die Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen der ableitenden Harnwege.

Die Leitlinie zielt darauf ab, die kontrastverstärkte Miktionsurosonografie (MUS) fest im klinischen Alltag zu etablieren und damit die bisherige Praxis der radiologischen Miktionszystourethrographie (MCU) zu ergänzen oder zu ersetzen.

Funktionsweise und klinische Vorteile der MUS

Im Zentrum der klinischen Anwendung steht die Detektion des vesikoureterorenalen Refluxes (VUR). Dabei handelt es sich um einen krankhaften Rückfluss von Urin aus der Blase über die Harnleiter bis in das Nierenbecken, der unbehandelt zu Entzündungen und langfristigen Nierenschäden führen kann. Während die herkömmliche MCU-Diagnostik auf Röntgenstrahlen angewiesen ist, nutzt die MUS ein spezielles Ultraschallverfahren.

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Die Sichtbarkeit des Rückflusses wird hierbei durch den Einsatz von Kontrastmitteln erreicht, die aus sogenannten Microbubbles (Gasbläschen) bestehen. Diese winzigen Bläschen reflektieren die Ultraschallwellen stark und machen so den Weg des Urins im Körper ohne Strahlenbelastung deutlich erkennbar.

Insbesondere für Kinder und Jugendliche, bei denen aufgrund der Krankheitsverläufe oft wiederholte Kontrolluntersuchungen notwendig sind, stellt der Verzicht auf ionisierende Strahlung einen bedeutenden Fortschritt in der Patientensicherheit dar.

Berücksichtigung in der Gebührenordnung und Ausblick

Die wachsende fachliche Anerkennung des Verfahrens schlägt sich auch in den berufspolitischen und ökonomischen Rahmenbedingungen nieder. So findet die kontrastverstärkte Miktionsurosonografie bereits Berücksichtigung im aktuellen Entwurf der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Dieser Entwurf wurde im Rahmen des Deutschen Ärztetages 2025 vorgestellt.

Die Aufnahme in das Gebührenverzeichnis gilt als wesentlicher Schritt für die flächendeckende Anwendung der Methode, da sie die Abrechnungssicherheit für die behandelnden Ärzte und Einrichtungen erhöht.

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Experten bewerten die Etablierung der S3-Leitlinie als klares Signal für eine Modernisierung der pädiatrischen Urologie und Radiologie, bei der die Reduktion von Strahlenrisiken durch den Einsatz hochauflösender Ultraschalltechnik konsequent verfolgt wird.

Laut Berichten vom September 2026 bildet die neue Leitlinie damit das wissenschaftliche Fundament für eine patientenschonende Diagnostik in der Kinder- und Jugendmedizin.

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