Kinderpsychiatrie, Erkrankungen

Kinderpsychiatrie: Erkrankungen in 15 Jahren um ein Drittel gestiegen

31.05.2026 - 20:01:32 | boerse-global.de

Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Europa steigen drastisch. Die WHO will mit neuen Strategien gegensteuern.

Kinderpsychiatrie: Erkrankungen in 15 Jahren um ein Drittel gestiegen - Foto: über boerse-global.de
Kinderpsychiatrie: Erkrankungen in 15 Jahren um ein Drittel gestiegen - Foto: über boerse-global.de

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO/Europe) will nun gegensteuern.

Die Zahlen sind alarmierend: In der Altersgruppe der 0- bis 19-Jährigen stiegen psychische Erkrankungen innerhalb von 15 Jahren um ein Drittel. Schätzungen zufolge ist jedes siebte Kind oder jeder siebte Jugendliche betroffen.

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Athen wird zum Treffpunkt der Gesundheitspolitik

Anfang Juni 2026 organisiert WHO/Europe eine öffentliche Veranstaltung in Athen. Unter dem Titel „Growing Healthier Together“ soll die psychische Gesundheit fest in der Primärversorgung verankert werden. Rund 30 Akteure treffen sich im Kifissia Park, um Konzepte zur frühzeitigen Erkennung und Behandlung vorzustellen.

Das Ziel: Psychosoziale Dienste müssen niedrigschwellig erreichbar sein. Nicht erst dann, wenn die Krise bereits ausgebrochen ist.

Kleine Staaten, große Herausforderungen

Ein weiteres Treffen findet am 4. und 5. Juni 2026 in Riga statt. Im Rahmen der „Small Countries Initiative“ (SCI) beraten Vertreter aus zwölf Ländern mit weniger als zwei Millionen Einwohnern über die Zukunft des Gesundheitspersonals. Luxemburg, Island, Zypern und Montenegro sind dabei.

Die Agenda umfasst die Bindung von Fachkräften, die Rolle der Pflegeführung und den Einsatz von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Die Teilnehmer wollen eine gemeinsame Erklärung verabschieden, um die Nachhaltigkeit der Gesundheitsbelegschaften zu sichern.

Ernährung als Prävention

Psychische Gesundheit wird zunehmend als sektorübergreifende Aufgabe verstanden. Anfang Juni treffen sich in Dänemark Vertreter des European Salt Action Network und des Sugar and Calorie Reduction Network. Die Reduktion von Salz, Zucker und Kalorien gilt als präventiver Beitrag zur Volksgesundheit – und die hängt eng mit dem psychischen Wohlbefinden zusammen.

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Nationale Initiativen zeigen Wirkung

Mehrere Länder haben bereits konkrete Schritte unternommen:

  • Jersey: Im März 2026 startete die „All Age Mental Health Strategy (2026–2030)“. Sie priorisiert den Zugang zu koordinierten Diensten.
  • Kanada: Ende Mai 2026 wurde die Initiative „Ajuinnata“ gestartet. Mit 5 Millionen CAD Startkapital fördert sie gemeinschaftsbasierte Dienste in nördlichen Gemeinschaften.
  • Brasilien: Das Gesundheitsministerium treibt den Ausbau psychosozialer Dienste massiv voran. Für 2026 sind 159 neue Dienste geplant. Das Budget für psychische Gesundheit wurde im Vergleich zu 2022 deutlich erhöht.
  • Deutschland: Die DRK Kliniken Berlin Westend eröffneten im März 2026 eine neue Eltern-Kind-Tagesklinik. Sie bietet teilstationäre Behandlungen für Kinder mit sozialen oder emotionalen Auffälligkeiten.

Globale Disparitäten bleiben enorm

Trotz regionaler Fortschritte: Die Schere zwischen Arm und Reich klafft auch bei der psychischen Versorgung weit auseinander. Ein erstes länderübergreifendes Treffen der WHO-Region Afrika Ende Mai 2026 verdeutlichte die Lage: Rund 150 Millionen Menschen in Afrika leben mit psychischen oder neurologischen Störungen. Doch nur sieben Länder verfügen über umfassende Dienste auf Ebene der Primärversorgung. Die Pro-Kopf-Ausgaben liegen bei weniger als 0,07 USD.

Ein Folgetreffen in Togo im Juli 2026 soll die Vorbereitungen für den globalen Gipfel zur psychischen Gesundheit Anfang 2027 vorantreiben.

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