Kindergewicht, RKI-Studie

Kindergewicht: RKI-Studie findet bei 10,3 Prozent Übergewicht oder Adipositas

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 17:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

RKI-Daten zeigen die Häufigkeit von Übergewicht bei Vorschulkindern; Mecklenburg-Vorpommern weist bei Adipositas-Diagnosen hohe Länderwerte auf.

RKI-Studie: Übergewicht bei Kindern hängt mit sozialer Lage zusammen
Symbolbild: Schüssel mit frischem Salat Illustration mit AI erstellt.

Die körperliche Entwicklung von Kindern vor dem Schuleintritt steht verstärkt im Fokus gesundheitspolitischer Betrachtungen. Eine im Juli 2026 veröffentlichte Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) liefert dazu eine breite empirische Grundlage über einen langfristigen Erhebungszeitraum.

Der Untersuchung zufolge waren zwischen 2006 und 2024 im Durchschnitt 10,3 Prozent der vier- bis siebenjährigen Kinder in Deutschland übergewichtig oder adipös. Die Datenbasis der Auswertung umfasst Angaben von fast 4,3 Millionen Kindern, die im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen in 13 Bundesländern erfasst wurden.

Soziale Lage beeinflusst das Erkrankungsrisiko maßgeblich

Über die reine Häufigkeit hinaus beleuchtet die Untersuchung auch die soziokulturellen Hintergründe der Betroffenen. Für das Einschulungsjahr 2019 bezog das RKI zusätzlich sozioökonomische Faktoren in die Analyse ein.

Die Auswertung zeigte, dass Übergewicht und Adipositas in Regionen mit einer höheren sozialen Benachteiligung verstärkt auftraten. Kinder aus sozial benachteiligten Milieus sind demnach deutlich häufiger von Übergewicht oder Fettleibigkeit betroffen als Gleichaltrige aus stabileren Verhältnissen.

Das Institut weist in seiner Auswertung auf die gesundheitlichen Gefahren hin, die mit einem frühen Beginn von Übergewicht einhergehen. Zu den möglichen Folgeerkrankungen zählen Diabetes, Bluthochdruck sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Regionale Auffälligkeiten in Mecklenburg-Vorpommern

Dass sich hinter bundesweiten Durchschnittswerten erhebliche regionale Unterschiede verbergen, verdeutlicht eine Sonderauswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) aus dem Gesundheitsatlas Deutschland im Auftrag der AOK Nordost. In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anteil der Kinder im Alter von null bis 14 Jahren mit einer Adipositas-Diagnose bei 4,3 Prozent. Dieser Wert liegt um ein Fünftel über dem Bundesdurchschnitt.

Im bundesweiten Vergleich der 16 Länder belegt Mecklenburg-Vorpommern damit den zweiten Rang bei den Adipositas-Diagnosen in der Altersgruppe von null bis 14 Jahren.

Auch innerhalb der einzelnen Entwicklungsphasen zeigen sich hohe Werte: Bei den Kitakindern im Alter von bis zu vier Jahren rangiert das Bundesland auf Platz zwei. In den Altersklassen der Fünf- bis Neunjährigen sowie der Zehn- bis Fünfzehnjährigen belegt Mecklenburg-Vorpommern jeweils den dritten Rang.

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Initiativen zur Prävention im Grundschulalter

Um der Problematik frühzeitig zu begegnen, laufen auf Landesebene ergänzende Maßnahmen. Eine davon ist die Verteilung von Biobrotboxen in Mecklenburg-Vorpommern. An 110 Grundschulen erhalten 6.500 Erstklässler entsprechende Boxen mit gesunden Lebensmitteln. Zwischen 2012 und 2025 wurden in dem Bundesland insgesamt 76.800 dieser Boxen an Schulanfänger ausgegeben. Für das Jahr 2027 ist eine Ausweitung der Initiative auf den Müritzkreis vorgesehen.

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