Kimi K3.1 Pro: Moonshot AI startet Modell mit 2,8 Billionen Parametern
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 04:15 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas chinesische KI-Unternehmen Moonshot AI hat mit Kimi K3.1 Pro das erste Modell seiner K3.1-Serie präsentiert. Das System gehört zur sogenannten 3-Billionen-Parameter-Klasse und stellt nach Unternehmensangaben das bisher leistungsfähigste Modell des Entwicklers dar. Zu den zentralen Schwerpunkten der Neuentwicklung gehören verbesserte Fähigkeiten beim Programmieren, bei der Erstellung von 3D-Modellen sowie bei komplexen Finanzrecherchen.
Architektur und technische Leistungsdaten
Technisch basiert Kimi K3.1 Pro auf einer Mixture-of-Experts-Architektur. Das Modell umfasst insgesamt 2,8 Billionen Parameter, von denen im laufenden Betrieb 104 Mrd. aktiv geschaltet sind.
Das System greift dabei auf 896 neuronale Netze zurück, von denen jeweils nur 16 zeitgleich arbeiten. Als Post-Training-Version des Vorgängers Kimi K3 durchlief das System einen stark erhöhten Post-Training-Rechenaufwand sowie Reinforcement Learning über hunderte Downstream-Bereiche.
Das Basismodell bietet ein Kontextfenster von 1 Mio. Token, das in höheren Tarifen von Kimi Code auf bis zu 1.048.576 Token anwächst. Zudem verfügt das Modell über native Multimodalität inklusive Bild-Input. Ergänzend stellte Moonshot AI die Variante Kimi K3.1 Pro Highspeed vor, die bei identischem Funktionsumfang laut Unternehmensangaben eine 2- bis 3-mal schnellere Ausgabegeschwindigkeit erreicht.
Testergebnisse im Branchenvergleich
In internen und externen Leistungstests zeigt das Modell deutliche Zuwächse. Beim Terminal-Bench 4.0 für Coding-Agenten erreichte Kimi K3.1 Pro laut Unternehmensangaben einen Wert von 65,7 Prozent, der bislang nicht unabhängig geprüft wurde. Damit platzierte sich das System vor OpenAI GPT-6 Astra mit 58,2 Prozent und knapp hinter Anthropic Claude Opus 5.5 mit 66,4 Prozent.
Im Test Kimi Code Bench 3.0 Long-horizon erzielte das Modell 61,2 Prozent nach 55,95 Prozent beim K3. Beim auf 3D-Modell-Coding ausgelegten BenchCAD mit Tools lag der Wert bei 92,7 Prozent, während Claude Opus 5.5 96,2 Prozent und GPT-6 Astra 95,9 Prozent erreichten.
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Bei komplexen Finanzanalysen im OfficeQA Pro v2 erzielte das Modell mit 64,4 laut Moonshot AI einen Bestwert. Gegenüber dem Vorgänger legte das System um 7,2 Punkte im Financial Modeling und um 11,6 Punkte im Financial Research zu, bei einer rund 4,2-fachen Steigerung im Bereich Business Operation.
Gleichzeitig sank die Fehlerrate auf Aussagenebene im Kimi Hallu Bench Hard von zuvor 23,4 Prozent auf 8,3 Prozent; beim Vorgänger K3 wiesen noch 42,4 Prozent der Antworten mindestens einen Faktenfehler auf. Im xdev-bench-hard erreichte das Modell final 81,0 Prozent sowie 90,5 Prozent pass@3 in der ungefilterten Version.
Bei Cybersecurity-Benchmarks fiel das Modell gegenüber Astra und Opus 5.5 deutlich zurück, was das Unternehmen auf die gezielte Entfernung von Sicherheits- und Angriffsdaten aus dem Post-Training zurückführt.
Im Artificial-Analysis-Index lag das System laut Simon Willison bei einem Wert von 55, womit es sich vor Claude Fable 5.1, GPT-6 Astra und Gemini 4 Argon mit jeweils 53 Punkten platzierte und lediglich hinter Claude Opus 5.5 mit 58 Punkten blieb.
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Verfügbarkeit, Schnittstellen und Unternehmensentwicklung
Kimi K3.1 Pro steht über die Plattformen kimi.com und Kimi.ai, über mobile Apps für iOS, Android und HarmonyOS, über Kimi Work ab Version 3.1.0 für Windows und Apple Silicon sowie über Kimi Code und API-Schnittstellen mit Zero Data Retention bereit. Über das Vercel AI Gateway lässt sich das Modell laut Vercel ohne Aufschlag oder Plattformgebühr nutzen, auch im Rahmen eigener Lizenzschlüssel.
Bis zum 4.11.2026 will Moonshot AI zudem die vollständigen Modellgewichte als Open Weights zugänglich machen. Die API-Preise beziffert das Unternehmen auf 2,00 US-Dollar pro 1 Mio. Input-Token und 10 US-Dollar pro 1 Mio. Output-Token; für die Highspeed-Variante werden 4 US-Dollar beziehungsweise 20 US-Dollar fällig.
Das 2023 in Peking gegründete Unternehmen peilt bis zum Jahresende einen Umsatz von 2 Mrd. US-Dollar an. Die annualisierten wiederkehrenden Umsätze stiegen von 300 Mio. US-Dollar im Juni auf über 1 Mrd. US-Dollar im August.
Nach einer Bewertung von 35 Mrd. US-Dollar im Juli 2026 schloss das Unternehmen im Oktober 2026 eine Finanzierungsrunde bei einer Bewertung von 50 Mrd. US-Dollar ab; für das erste Quartal 2027 ist ein Börsengang in Hongkong geplant. Aus Washington sowie von US-Wettbewerbern vorgebrachte Vorwürfe, Moonshot AI betreibe unzulässige Modelldestillation, ließ das Unternehmen öffentlich unkommentiert.
