Kill, Switch

Kill Switch für iPhones: Apples Sicherheitsupdate senkt Diebstahl um 18%

11.06.2026 - 16:47:41 | boerse-global.de

Sir Mark Rowley verlangt eine gesetzliche Regelung zur Gerätesperrung. Diebstähle in London sanken bereits um 18 Prozent.

Londoner Polizei fordert gesetzlichen Kill Switch für gestohlene Handys
Kill - A smartphone screen with a large 'X' symbol, held by a hand, symbolizing a disabled or 'kill-switched' device. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der oberste Polizeichef Großbritanniens, Sir Mark Rowley, hat die Regierung aufgefordert, einen gesetzlichen „Kill Switch“ für gestohlene Mobiltelefone einzuführen. Der Vorstoß richtet sich an Innenministerin Shabana Mahmood und zielt darauf ab, gestohlene Geräte für kriminelle Netzwerke endgültig wertlos zu machen.

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Partnerschaft mit Apple zeigt Wirkung

Die Metropolitan Police hat bereits eine Datenvereinbarung mit Apple getroffen. Demnach übermitteln die Ermittler Identifikationsmerkmale gestohlener iPhones an den Technologiekonzern, um deren Reaktivierung zu verhindern. Die jüngsten technischen Neuerungen zeigen laut Polizeiangaben deutliche Erfolge: Apples „Stolen Device Protection“-Funktion, die mit dem Update iOS 26.4 standardmäßig aktiviert wird, hat die Reaktivierungsrate gestohlener iPhones von 80 auf rund 20 Prozent drastisch gesenkt.

„Wenn die Möglichkeit entfällt, ein Gerät wiederzuverwenden oder weiterzuverkaufen, bricht das gesamte Geschäftsmodell der Handy-Räuberbanden zusammen“, betonte Rowley.

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Während Apple hier die Vorreiterrolle übernimmt, ziehen andere Hersteller nach. Sowohl Samsung als auch Google arbeiten eigenen Angaben zufolge an vergleichbaren Sicherheitsupdates für ihre Plattformen.

Rückgang der Diebstähle in London

Die Kombination aus verbessertem Softwareschutz und gezielten Polizeimaßnahmen zeigt bereits messbare Ergebnisse. Im Zeitraum Juni 2025 bis Mai 2026 sank die Zahl der gemeldeten Handydiebstähle in der britischen Hauptstadt um 18 Prozent – das entspricht rund 14.000 Fällen. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Bezirk Westminster aus: Dort gingen die Diebstähle in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 um 45,8 Prozent zurück.

Diese Erfolge fallen mit der Polizeiaktion „Operation Reckoning“ zusammen, bei der 248 Festnahmen gelangen und 770 gestohlene Geräte sichergestellt wurden.

Dennoch zeigt ein Blick auf die Gesamtbilanz das Ausmaß des Problems: Zwischen 2017 und 2024 wurden in London mehr als 587.000 Mobiltelefone gestohlen – weniger als 14.000 davon gelangten jemals zu ihren Besitzern zurück.

Organisierte Kriminalität im Visier

Die Initiative zur Gerätesperrung richtet sich gegen hochprofessionelle kriminelle Organisationen, die gestohlene Hardware häufig ins Ausland verschiffen. Erst kürzlich deckten Ermittler ein Netzwerk auf, das bis zu 40.000 gestohlene Handys im Wert von schätzungsweise 180 Millionen Pfund nach China geschmuggelt hatte.

Besonders besorgniserregend: Die Banden rekrutieren ihre Helfer zunehmend über soziale Netzwerke. Auf Plattformen wie Snapchat sollen Kinder mit Zahlungen von 380 Pfund pro geliefertem iPhone geködert werden. Indem gestohlene Geräte zu „unbrauchbaren Ziegeln“ werden, wollen die Behörden genau diesen finanziellen Anreiz beseitigen – und damit die Basis der Straßenkriminalität austrocknen.

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