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Kids Act: EU verbietet Kindern unter 13 Jahren Social Media

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 22:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission will Kinderkonten beschränken und Plattformen stärker in die Pflicht nehmen; der Gesetzesentwurf folgt am 17. September.

EU plant Kids Act mit Altersgrenzen für soziale Medien
Ein leerer, modern gestalteter Korridor in einem EU-Gebäude mit großen Glasfronten und hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union vor dem EU-Parlament in Straßburg den sogenannten Kids Act angekündigt.

Die Gesetzesinitiative sieht weitreichende Beschränkungen für Minderjährige auf Plattformen vor: Kindern unter 13 Jahren soll der Zugang zu sozialen Medien gänzlich untersagt werden, während für Jugendliche unter 15 Jahren keine eigenständigen Nutzerkonten mehr vorgesehen sind. Der offizielle Gesetzestext soll am Donnerstag, dem 17.09.2026, in Brüssel vorgestellt werden.

Gestuftes System und Pflichten für Plattformbetreiber

Für Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren plant die EU-Kommission die Einführung von Mini-Konten. Diese Profile müssen von den Eltern beaufsichtigt werden, verfügen über stark eingeschränkte Funktionen und unterliegen einer strikten Zeitbegrenzung von einer Stunde pro Tag.

Ab einem Alter von 15 Jahren sollen Vollkonten zwar möglich sein, allerdings nur dann, wenn die Plattformen ein nachweisbar sicheres Umfeld bereitstellen. Für die Altersgruppe von 15 bis 18 Jahren soll ein sicheres Design gesetzlich verpflichtend werden.

Dazu gehört der Verzicht auf suchtfördernde Mechanismen wie Autoplay oder Endlos-Scrollen. Zudem soll das sogenannte Doomscrolling verboten werden. Um diese Vorgaben durchzusetzen, plant die Kommission eine Beweislastumkehr: Nicht mehr die Behörden oder Nutzer müssen Risiken belegen, sondern die Plattformen selbst müssen den Nachweis erbringen, dass ihre Dienste sicher gestaltet sind.

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Die EU-Kommission will Social Media für Kinder unter 13 Jahren untersagen und eigene Konten erst ab 15 Jahren erlauben — für 13- bis 15-Jährige sind elternbeaufsichtigte Mini-Konten mit einer Stunde pro Tag geplant. Bis das Gesetz steht, dauert es noch: Der Entwurf wird erst vorgestellt und muss dann in Rat und Parlament verhandelt werden. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Kind schon heute begleiten. Kostenlosen Eltern-Leitfaden anfordern

Die Überprüfung des Alters soll künftig über die europäische digitale Identität erfolgen. Die sogenannte EUDI-Wallet soll am 2. Januar starten und Anfang 2027 auch in Deutschland zur Verfügung stehen.

Reaktionen aus Politik und Digitalwirtschaft

In Deutschland rief die Ankündigung unterschiedliche Reaktionen hervor. Bundesjustizministerin Hubig mahnte zu einem zügigen Handeln auf europäischer Ebene. Bundesbildungsministerin Prien stellte ihrerseits eigene Eckpunkte für Oktober in Aussicht. Auf europäischer Ebene verfolgen einzelne Mitgliedstaaten bereits ähnliche Wege; so plant Frankreich ein Verbot für Jugendliche unter 15 Jahren.

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Ihr Kind hängt stundenlang im Feed und Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Der geplante Kids Act bringt Regeln für Autoplay, Endlos-Scrollen und Doomscrolling — aber erst nach der Verhandlung in Brüssel. Dieser Leitfaden gibt Ihnen eine Checkliste für sichere Mini-Konten und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur EUDI-Wallet, mit der die Altersprüfung künftig laufen soll. Checkliste jetzt kostenlos sichern

Kritik kommt aus der Wirtschaft und von Fachleuten. Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder bezeichnete den Kids Act als teilweise über das Ziel hinausgehend. Medienpädagogen in Nordrhein-Westfalen äußerten ebenfalls Bedenken und verwiesen darauf, dass eine starre Altersgrenze in der Praxis nur schwer durchsetzbar sei.

Bis zur Umsetzung der Pläne steht den Institutionen ein längeres Verfahren bevor. Die Vorschläge der Kommission sollen in den kommenden Monaten im Rat der Europäischen Union und im EU-Parlament verhandelt werden. Beobachter gehen davon aus, dass eine endgültige Einigung Monate bis Jahre in Anspruch nehmen könnte.

Mehr zum Thema bei DER SPIEGEL: „Social Media: EU-Kommission will Accounts für Kinder unter 13 Jahren verbieten“

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