KI-Wurm, Forscher

KI-Wurm: Forscher zeigen autonome Netzwerk-Infektion zu 73,8%

05.06.2026 - 06:26:34 | boerse-global.de

Forscher entwickeln Prototypen, der sich selbstständig an Systeme anpasst und Sicherheitslücken ausnutzt. Die OECD stuft die Bedrohung als real ein.

KI-Wurm infiziert autonom 73,8 Prozent der Netzwerke
KI-Wurm - An abstract, glowing digital worm depicted as a complex web of light trails moving through a dark, futuristic server room. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein neuartiger Computerwurm nutzt künstliche Intelligenz, um sich selbstständig an verschiedene Systeme anzupassen und Sicherheitslücken auszunutzen.

Forscher der University of Toronto und der University of Cambridge haben einen Prototypen entwickelt, der ohne menschliches Eingreifen Unternehmensnetzwerke analysiert, Schwachstellen identifiziert und gezielt ausbeutet. Die Ergebnisse wurden am 2. Juni 2026 als Vorabveröffentlichung vorgestellt.

Hohe Infektionsrate in simulierten Umgebungen

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Das Team testete den KI-Wurm in einem kontrollierten Netzwerk namens FakeCorp, das aus 33 Servern mit Windows, Linux und diversen IoT-Geräten bestand. In 15 Versuchsdurchläufen identifizierte die KI durchschnittlich 31,3 Sicherheitslücken pro Sitzung.

Die Ergebnisse sind alarmierend: Der Wurm infizierte 73,8 Prozent des Netzwerks und blieb auf 61,8 Prozent der Systeme über einen Zeitraum von sieben Tagen aktiv. Bereits nach rund fünf Tagen hatte die Malware die Hälfte des simulierten Netzwerks unter Kontrolle. Dabei lief die Software auf einer handelsüblichen Enterprise-Grafikkarte wie der Nvidia A100 oder RTX PRO 6000. Die gekaperten Rechner nutzte der Wurm, um weitere KI-Berechnungen durchzuführen.

Autonome Anpassung an neue Sicherheitslücken

Besonders beunruhigend: Der Wurm konnte Sicherheitslücken ausnutzen, die erst nach dem Trainingszeitraum des zugrunde liegenden KI-Modells entdeckt wurden. Durch das Lesen öffentlicher Sicherheitshinweise aus dem Jahr 2026 entwickelte die Malware eigenständig Exploits für Schwachstellen wie CopyFail, DirtyFrag und CVE-2026-39987.

Die KI umging Sicherheitsmaßnahmen durch zielgerichtete Logik, änderte ihren eigenen Code, um Sperrlisten zu umgehen, und erkannte virtuelle Maschinen. Statt auf Zero-Day-Exploits zu setzen, konzentrierte sich der Wurm auf bekannte, aber ungepatchte Lücken und häufige Fehlkonfigurationen.

Sicherheitsbehörden alarmiert

Die OECD hat die Entwicklung als KI-Gefahr eingestuft und warnt vor dem realistischen Risiko eines Einsatzes in der realen Welt. Die Forscher informierten die kanadischen Behörden vor der Veröffentlichung und teilten ihre Daten mit nationalen Wissenschafts-, Sicherheits- und Verteidigungsorganisationen.

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Die Studie reiht sich in einen besorgniserregenden Trend ein. Daten des KI-Unternehmens Anthropic zeigen: Von 832 gesperrten Konten zwischen März 2025 und März 2026 nutzten 67,3 Prozent KI für die Entwicklung von Schadsoftware. Der Anteil mittlerer bis hoher Risikoakteure stieg im selben Zeitraum von 33 auf 56 Prozent.

Schutz vor adaptiver KI-Malware

Cybersicherheitsexperten empfehlen als Schutzmaßnahmen die zeitnahe Installation von Software-Updates, die Nutzung von Zwei-Faktor-Authentifizierung und die Netzwerksegmentierung von IoT-Geräten. Denn eines ist klar: Die Bedrohung durch KI-gestützte Angriffe wird weiter zunehmen.

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