KI-Workstations: GMKtec und Minisforum starten Rechner mit 192 GB RAM
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 14:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Hardware-Hersteller GMKtec und Minisforum haben den Marktstart neuer Desktop-KI-Workstations bekannt gegeben, die auf der leistungsstarken Prozessor-Plattform AMD Ryzen AI Max+ PRO 495 basieren.
Wie aus Berichten vom 28. September 2026 hervorgeht, zielen diese Systeme mit einer Kapazität von bis zu 192GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher auf die lokale Ausführung großer Sprachmodelle (LLMs) ab. Damit etabliert sich eine neue Geräteklasse für professionelle Anwender, die komplexe KI-Berechnungen ohne Cloud-Anbindung durchführen wollen.
AMD Ryzen AI Max 400 als technische Basis
Grundlage für die neuen Workstations ist die von AMD vorgestellte Ryzen AI Max 400 Serie, die unter dem Codenamen „Gorgon Halo“ firmiert. Mit dieser Plattform steigt das Limit für LPDDR5X-Unified-Memory bei x86-Client-Prozessoren von bisherigen Werten auf 192GB. Davon lassen sich laut Herstellerangaben bis zu 160GB direkt als Grafikspeicher (VRAM) für die integrierte Grafikeinheit zuweisen.
Das Spitzenmodell der Serie, der Ryzen AI Max+ PRO 495, verfügt über 16 Kerne der Zen-5-Architektur mit 32 Threads und erreicht eine Boost-Taktfrequenz von bis zu 5,2GHz. Die integrierte Radeon 8065S Grafikeinheit ist mit 40 Compute Units (CUs) ausgestattet.
Zusammen mit der XDNA-2-NPU, die eine Leistung von bis zu 55 TOPS erbringt, soll das Gesamtsystem laut AMD eine KI-Rechenleistung von bis zu 131 TOPS erreichen. Auf einem Branchenevent nannte der Chiphersteller kurzfristig über 20 verschiedene Gerätepartner für diese Plattform, die sowohl Windows 11 als auch Linux x86_64 unterstützen.
GMKtec präsentiert EVO-X5 Pro für Offline-KI
Mit dem EVO-X5 Pro bringt GMKtec ein System auf den Markt, das speziell für den Betrieb großer Offline-Modelle mit bis zu 300 Milliarden Parametern konzipiert ist.
Die Workstation nutzt den Ryzen AI Max+ PRO 495 und bietet 192GB Unified Memory. In der Ausstattung stehen SSD-Optionen mit 2TB oder 4TB zur Verfügung, wobei der Speicherplatz auf insgesamt bis zu 24TB erweitert werden kann.
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Die Konnektivität des EVO-X5 Pro umfasst unter anderem zwei USB4-Anschlüsse an der Vorderseite sowie zwei USB4-v2-Ports an der Rückseite, ergänzt durch duale 10GbE-Schnittstellen und Unterstützung für 8K-Videoausgabe. Für den professionellen Einsatz sind Funktionen wie TPM 2.0, AMD DASH und Out-of-Band-Management integriert.
GMKtec bietet das Modell in zwei Hauptkonfigurationen an: Die Variante mit 192GB RAM und 2TB SSD wird regulär für 6.799 US-Dollar geführt, während die Version mit 4TB SSD 7.099 US-Dollar kostet. Für frühe Käufer wurden zeitlich limitierte Preisnachlässe angekündigt, die den Einstiegspreis auf 6.399 US-Dollar senken können.
Minisforum setzt auf Cluster-Fähigkeit und Rack-Montage
Der Wettbewerber Minisforum positioniert die neue Flaggschiff-KI-Mini-Workstation MS-S1 MAX-P495 als eines der ersten Seriengeräte dieser Leistungsklasse. Laut Hersteller ist das Einzelgerät in der Lage, das 284B-Modell DeepSeek V4 Flash in einer Q4-Quantisierung autonom auszuführen. Durch die Zusammenschaltung in einem Zweier-Cluster könne das System sogar Inferenz-Aufgaben für Modelle mit fast 400 Milliarden Parametern übernehmen.
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Das Gehäuse des MS-S1 MAX-P495 ist flexibel gestaltet und unterstützt sowohl die stehende oder liegende Aufstellung als auch die Montage in 2U-Racks. Intern ist ein 320W-Netzteil verbaut, das eine Dauerleistung von 160W sicherstellen soll.
Die Anschlussausstattung umfasst zwei USB4 v2 Ports, zweimal 10GbE sowie Wi-Fi 7 und einen PCIe-x16-Schacht im Vollausbau. Neben dem Topmodell bietet Minisforum mit dem MS-S1 MAX-395 ein Schwestermodell an, das über 128GB Unified Memory verfügt.
Agentische KI-Software durch Kooperation mit Perplexity
Parallel zur Hardware-Einführung bringt der KI-Anbieter Perplexity seine agentische KI-Lösung „Portable Computer“ auf die neue AMD-Plattform. Die Anwendung ermöglicht es, Modelle wie Qwen 3.8 27B oder PPLX 27B lokal auf den Windows-Rechnern auszuführen. Sensible Dateien bleiben dabei vollständig auf dem lokalen System, während für komplexe Web-Recherchen bei Bedarf Cloud-Ressourcen zugeschaltet werden können.
Die Software bietet eine tiefe Integration in Arbeitsumgebungen wie Slack, GitHub, Gmail und Outlook. Für Unternehmen wurden spezifische Sicherheitskontrollen, Sandboxing-Funktionen und Enterprise-IT-Verwaltungstools integriert. Die Lösung ist laut Ankündigung für Abonnenten der Pro- und Max-Pläne über die Perplexity Windows App verfügbar.
