KI-Welle, Mode

KI-Welle in der Mode: Swatch, Google und BeContent starten Tools

Veröffentlicht am: 04.06.2026 um 12:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

FlipHTML5 präsentiert KI-Tool zur schnellen Erstellung professioneller Lookbooks. Weitere Mode-Firmen setzen auf KI für Design und Trendanalysen.

Nuad Thai: Thailändische Massage als Antwort auf digitalen Stress Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
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Der neue Dienst ermöglicht die Erstellung professioneller Modepräsentationen per Textbeschreibung oder aus bestehenden Dokumenten.

München – Der Digital-Publishing-Spezialist FlipHTML5 hat am Donnerstag seinen KI-gestützten Lookbook-Generator vorgestellt. Das Tool richtet sich an Mode- und Einzelhandelsunternehmen, die ihre Präsentationen schneller und professioneller gestalten wollen. Nutzer können visuelle Kataloge entweder durch Texteingabe oder durch Konvertierung bestehender PDF- und Word-Dokumente erstellen.

„Die Entwicklung adressiert den branchenweiten Bedarf an schnelleren, professionelleren Präsentationswerkzeugen in kreativen Bereichen“, erklärte FlipHTML5-CEO Winston Zhang.

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KI-Welle erfasst die Modebranche

Die Ankündigung reiht sich in eine Serie von KI-Initiativen in der Modewelt ein, die sich in dieser Woche überschlagen. Bereits am Mittwoch hatte die belgische Firma BeContent mit „Demain“ ein kreatives KI-Studio speziell für den Modebereich vorgestellt. Das Studio setzt auf Markenidentität als Grundlage für KI-gestützte Umsetzungen. Zum Auftakt produzierte Demain einen experimentellen Modefilm – vollständig KI-generiert und in weniger als drei Wochen fertiggestellt.

Auch Swatch zieht nach: Der Uhrenhersteller hat am Dienstag sein KI-Tool „AI-DADA“ global ausgerollt. Das System, trainiert auf mehr als 40 Jahren Firmengeschichte, generiert in unter zwei Minuten ein einzigartiges „New Gent“-Uhrendesign. Swatch-CEO Vivian Stauffer betont den Exklusivitätsanspruch: Jedes Design erhält ein individuelles Symbol, pro Nutzer sind maximal drei Entwürfe täglich möglich.

Ebenfalls am Dienstag brachte EzCreate neue KI-Werkzeuge auf den Markt, die Marketingkampagnen beschleunigen sollen – von Social-Media-Skalierung über E-Commerce-Lokalisierung bis hin zu personalisiertem E-Mail-Marketing.

Personalisierung und Trendanalyse per KI

Die Technologieintegration dringt zunehmend in den Endkundenbereich vor. Google Photos führt seit Dienstag die „Wardrobe“-Funktion für AI Pro- und Ultra-Abonnenten in den USA, Indien und Brasilien ein. Die Funktion identifiziert Kleidungsstücke aus der Fotobibliothek – mindestens 1.000 Bilder vorausgesetzt – und ermöglicht virtuelle Outfit-Kombinationen.

Die südkoreanische Modeplattform Musinsa startete am Mittwoch ihren „AI Trend Curation“-Service. Das System analysiert globale Trends in Echtzeit und empfiehlt passende Produkte. Der Fokus liegt zunächst auf Kopfbedeckungen, soll aber auf weitere Mode- und Beauty-Kategorien ausgeweitet werden.

Die Investitionsbereitschaft bleibt hoch: Das Madrider KI-Start-up Modelia schloss am Dienstag eine Seed-Finanzierung in Höhe von 1,03 Millionen Euro ab. Das Unternehmen, das bereits über 300.000 SKUs für Kunden wie Desigual und Fútbol Emotion verarbeitet hat, will mit dem Kapital seine Expansion in Europa und den USA vorantreiben.

Vom Shopping-Assistenten bis zur digitalen Modeschau

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Im Vereinigten Königreich launchte Hey Savi am Dienstag eine KI-gestützte Shopping-Such-App. Nutzer können über Text oder Screenshots in mehr als 10.000 Marken suchen, Startpartner ist die Debenhams Group.

Der Trend zu digitalen Workflows zeigt sich auch auf breiterer Ebene: ASOS brachte im Mai seine Stylist-App in ChatGPT für Nutzer in Großbritannien und den USA auf den Markt. Canva führte im April mit Canva AI 2.0 autonome Workflows und Markenintelligenz-Funktionen ein – bei einer Unternehmensbewertung von 42 Milliarden Dollar.

Auf technischer Seite arbeiten Spezialisten an der Verfeinerung der Werkzeuge. Style3D argumentiert, dass allgemeine Kreativplattformen wie Blender zwar für Kampagnenbilder taugen, aber die spezifische Bekleidungslogik – etwa 2D-Schnittmuster und Stofftests – für Kern-Workflows vermissen lassen. Die Bedeutung spezialisierter Digital-Tools unterstrich im April auch die Kent State University mit einer rein digitalen Modenschau, bei der 39 Designs ohne physische Prototypen präsentiert wurden.

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