KI-Urheberrechtsstreit, US-Zeitungen

KI-Urheberrechtsstreit: 400 US-Zeitungen verklagen OpenAI und Microsoft

25.06.2026 - 06:23:57 | boerse-global.de

Fast 400 US-Zeitungen werfen OpenAI und Microsoft systematischen Diebstahl urheberrechtlich geschützter Artikel für KI-Training vor.

US-Zeitungsallianz verklagt OpenAI und Microsoft wegen Urheberrechtsverletzung
KI-Urheberrechtsstreit - A stylized gavel rests on a stack of newspapers, partially obscured by glowing digital lines representing AI data. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Vorwurf: Die Tech-Konzerne sollen millionenfach urheberrechtlich geschützte Artikel ohne Erlaubnis zum Training ihrer KI-Modelle genutzt haben.

Die Klage wurde am 24. Juni 2026 beim Bundesgericht für den Südbezirk von New York eingereicht. Insgesamt 35 verschiedene Verlage stehen hinter der Initiative, darunter AIM Media, Richner Communications, die Arkansas Democrat-Gazette und The New York Amsterdam News. Vertreten werden sie von der Kanzlei Platkin LLP, deren Gründer Matt Platkin früher Generalstaatsanwalt von New Jersey war.

Systematischer Diebstahl geistigen Eigentums?

Die Verlage werfen den Tech-Unternehmen vor, ihre Inhalte systematisch abgegriffen zu haben. Dabei sollen die KI-Firmen nicht nur frei zugängliche Artikel gescrapt haben, sondern auch Texte hinter Bezahlschranken. Die gesammelten Daten flossen laut Klageschrift in die Entwicklung der großen Sprachmodelle, die ChatGPT und Microsoft Copilot antreiben.

Neben Urheberrechtsverletzungen berufen sich die Kläger auf den Digital Millennium Copyright Act (DMCA). Die Beklagten hätten demnach beim Scraping die Urheberrechtsinformationen aus den Inhalten entfernt. Das Anwaltsteam spricht von einem „vorsätzlichen Diebstahl journalistischer Arbeit", der die Lokalpresse zusätzlich schwäche.

In der Klageschrift wird auch auf frühere Aussagen von OpenAI-CEO Sam Altman verwiesen. Der hatte eingeräumt, dass das Training hochwertiger KI-Modelle die Nutzung urheberrechtlich geschützten Materials erfordere. OpenAI beruft sich zwar auf die „Fair Use"-Doktrin des US-Urheberrechts. Die Verlage aber argumentieren, dass Umfang und kommerzieller Charakter des Scrapings diese Grenzen deutlich überschreiten.

Welle von KI-Klagen

Der neue Rechtsstreit reiht sich in eine Serie prominenter juristischer Auseinandersetzungen ein. OpenAI und Microsoft stehen bereits wegen ähnlicher Klagen vor Gericht – unter anderem von der New York Times, Ziff Davis und dem Wörterbuch-Verlag Merriam-Webster.

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Der Druck auf KI-Entwickler wächst branchenweit. Erst Anfang Juni 2025 verklagten Disney und Universal den Bildgenerator Midjourney in Kalifornien. Sie werfen dem Unternehmen vor, unerlaubte Kopien berühmter Figuren zu produzieren. Zudem mehren sich Stimmen aus der Independent-Musikszene, die Googles Nutzung von YouTube-Inhalten für Musik-KI kritisieren. Allgemeine Nutzungsbedingungen, so ihr Argument, stellten keine informierte Einwilligung für KI-Entwicklung dar.

Lizenzdeals und regulatorische Weichenstellungen

Trotz der juristischen Fronten sucht OpenAI auch den Schulterschluss mit Rechteinhabern. Erst am 21. Juni 2026 schloss das Unternehmen einen mehrjährigen Lizenzvertrag mit der Bildagentur Getty Images. Die Vereinbarung erlaubt OpenAI, lizenzierte Bilder in den Suchergebnissen von ChatGPT anzuzeigen. Konkrete finanzielle Details blieben ungenannt, ebenso ob die Vereinbarung auch Trainingsrechte umfasst. Die Getty-Aktie legte nach der Ankündigung um satte 123 Prozent zu.

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Auch internationale Gerichte und Behörden verschärfen den Ton. Das Münchner Landgericht I entschied am 28. Mai 2026, dass Google für Falschinformationen haftet, die seine KI-Übersichten generieren. Die Argumentation des Konzerns, die KI gebe lediglich Drittinhalte weiter, ließen die Richter nicht gelten. In Großbritannien wiederum räumte die Wettbewerbsbehörde Medienhäusern das Recht ein, ihre Inhalte aus Googles KI-Suchzusammenfassungen auszuschließen – ein wichtiger Schritt für faire Nutzung und korrekte Quellenangaben.

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