KI und Arbeitsmarkt: Wildberger fordert gezielte Umschulung für Beschäftigte
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 07:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) sieht in der zunehmenden Verbreitung von Künstlicher Intelligenz einen tiefgreifenden Wandel für die Beschäftigung und mahnt verstärkte Qualifizierungsmaßnahmen an.
Das Wachstum im Bereich der KI werde auf lange Sicht zwar zu mehr Beschäftigung führen, diese werde jedoch in anderen Berufsfeldern entstehen als heute. Vor diesem Hintergrund betonte der Minister die Notwendigkeit, Erwerbstätige gezielt für den Arbeitsmarkt der Zukunft umzuschulen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teilt diese Einschätzung.
Finanzierung über Abgaben auf KI-Geschäfte
Um den anstehenden Arbeitsmarktumbau und Weiterbildungen – etwa in Bereichen wie dem Handwerk und der Pflege – zu finanzieren, plant Wildberger, Erlöse aus dem wirtschaftlichen Wachstum sowie Steuern auf KI-Geschäfte und KI-Umsätze in Deutschland heranzuziehen. Damit griff der Minister, dessen Ressort für Digitales und Staatsmodernisierung im Jahr 2025 neu geschaffen wurde, den Vorschlag von Microsoft-Gründer Bill Gates auf, Roboter und KI steuerlich zu erfassen. Ob er an einer solchen Digitalsteuer auch bei angedrohten US-Strafzöllen von Präsident Donald Trump festhalten würde, ließ Wildberger offen.
Als Reaktion auf die strukturellen Veränderungen hält der Minister zudem ein Modell für ein Grundeinkommen weiter im Gespräch. Den Begriff eines bedingungslosen Grundeinkommens wolle er dabei allerdings nicht mehr verwenden.
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Eigenes Sicherheitsinstitut und technologische Abhängigkeiten
Parallel zu den arbeitsmarktpolitischen Initiativen treibt die Bundesregierung Maßnahmen zur Kontrolle der Technologie voran. Deutschland bringt ein eigenes KI-Sicherheitsinstitut auf den Weg, das KI-Modelle künftig auf ihre Leistungsfähigkeit und mögliche Risiken testen soll. Wildberger äußerte die Erwartung, dass führende Anbieter wie OpenAI, Anthropic und Google ihre Modelle verlässlich absichern und die Welt nicht als Testlabor behandeln.
Zugleich stufte der Minister die bestehenden Abhängigkeiten im Bereich Deep Tech als größtes Risiko ein. Die jüngsten Konsolidierungen spiegeln diese Herausforderung wider: So fusionierte das deutsche Unternehmen Aleph Alpha mit Cohere, wobei Cohere laut Berichten des Handelsblatts rund 90 Prozent und Aleph Alpha etwa 10 Prozent an der fusionierten Gesellschaft hält.
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Während der Ausbau von Rechenzentren in Deutschland unter anderem durch Investitionen in Höhe von 40 Milliarden Euro aus den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt wird, konzentrieren sich in der Elektronikfertigung weiterhin 80 Prozent der Wertschöpfung in China.
Diese Asymmetrien wiegen umso schwerer, da rund 85 Prozent des weltweiten Wirtschaftswachstums der vergangenen 20 Jahre aus dem Technologiesektor stammten.
