KI-Umschulung, RAISE

KI-Umschulung: RAISE US startet mit 500 Millionen Euro

26.06.2026 - 11:49:33 | boerse-global.de

Neue Non-Profit-Organisation startet mit Milliardensumme, um Arbeitnehmer auf die KI-Transformation vorzubereiten.

RAISE US: 500 Millionen Euro für KI-Umschulung der Belegschaft
KI-Umschulung - Erwachsene Lernende in einem modernen Klassenzimmer mit holografischen KI-Algorithmen, die Umschulung für die Zukunft symbolisieren. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine neue Non-Profit-Organisation namens RAISE US will das ändern – mit einem Startkapital von über 500 Millionen Euro.

Milliarden für die Umschulung der Belegschaft

Am 25. Juni startete RAISE US mit dem Ziel, Arbeitnehmer für die KI-geprägte Wirtschaft fit zu machen. Gegründet von der ehemaligen US-Wirtschaftsministerin Gina Raimondo und Ex-Gouverneur Eric Holcomb (Indiana), peilt die Organisation ein Gesamtbudget von rund 930 Millionen Euro an. Zu den Unterstützern zählen Schwergewichte wie Amazon, Microsoft, Anthropic, die OpenAI Foundation sowie Bank of America, UPS, General Motors und IBM. Pilotprojekte laufen zunächst in Utah, Arkansas, Maryland und Connecticut.

Der Handlungsdruck ist enorm: Laut einer Analyse der Boston Consulting Group (BCG) könnte KI in den USA rund 50 Prozent aller Jobs verändern und innerhalb von fünf Jahren bis zu 25 Millionen Stellen überflüssig machen. Goldman Sachs prognosticiert zudem, dass 25 Prozent der aktuellen Arbeitsstunden automatisiert werden könnten.

Der Siegeszug der KI-Agenten

Während die Umschulungsinitiativen anlaufen, zeigt sich in Unternehmen ein radikaler Wandel: KI wird zunehmend als komplexer „Agent" eingesetzt – weit über einfache Chat-Oberflächen hinaus. OpenAI meldet, dass inzwischen 98 Prozent der eigenen Mitarbeiter Codex-Agenten nutzen – ein sprunghafter Anstieg von 40 Prozent im August 2025. Besonders bemerkenswert: Die Nutzung durch Nicht-Entwickler stieg um das 137-fache. Die Rechtsabteilung des Unternehmens generierte im Juni 2026 dreizehnmal mehr Tokens als noch Ende 2025.

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Dieser interne Wandel folgt auf die Zusammenlegung von ChatGPT und Codex im Mai 2026. OpenAI bereitet sich offenbar auf einen Börsengang im vierten Quartal vor. Die Produktivitätssprünge sind branchenweit sichtbar: Kunal Shah, Gründer von CRED und neu ernannter globaler WhatsApp-Chef, berichtet, dass 90 Prozent des Codes bei CRED inzwischen von KI geschrieben werden. Nur etwa zehn Prozent der Mitarbeiter erreichten durch diese Werkzeuge eine exponentielle Produktivität – es entsteht eine tiefe Kluft zwischen KI-Profis und dem Rest der Belegschaft.

Vertrauenskrise und „KI-Hirnverbrennung"

Trotz hoher Akzeptanz in Vorreiterunternehmen sinkt die allgemeine Bereitschaft der Belegschaft. Der zweite jährliche Kyndryl People Readiness Report vom 25. Juni zeigt: Nur 23 Prozent der Führungskräfte glauben, dass ihre Mitarbeiter für KI bereit sind – ein Rückgang um sechs Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Zwar ist KI bei 57 Prozent der Unternehmen in Kernprozesse integriert, doch nur 32 Prozent haben mindestens ein größeres KI-Ziel erreicht.

Die globalen KI-Ausgaben werden 2026 voraussichtlich 2,35 Billionen Euro erreichen – ein Anstieg von 44 Prozent. Doch das Vertrauen bleibt das größte Hindernis: Gerade einmal 25 Prozent der Führungskräfte trauen KI-Systemen, ohne menschliche Aufsicht zu arbeiten.

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Die menschlichen Kosten werden ebenfalls sichtbar. Eine Studie in „Psychology Today" beschreibt das Phänomen „KI-Hirnverbrennung" – eine kognitive Erschöpfung durch die Bedienung mehrerer KI-Tools. Die produktivsten Nutzer arbeiteten zwar schneller und länger, waren aber 88 Prozent häufiger von Burnout betroffen und doppelt so oft bereit zu kündigen.

Staatliche Kontrolle und radikale Konsequenzen

Die Politik reagiert: Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnete am 25. Juni eine Verfügung zur Einrichtung des ersten landesweiten KI-Arbeitsmarkt-Dashboards. In Zusammenarbeit mit der University of California soll das Tool monatlich über KI-bedingte Jobverluste informieren.

In der Privatwirtschaft zeichnen sich bereits drastische Einschnitte ab. Der Tata-Vorsitzende Natarajan Chandrasekaran prophezeite kürzlich, dass KI-Agenten die Hälfte der 600.000 Stellen bei Tata Consultancy Services (TCS) ersetzen könnten. Der Konzern hat bereits 12.000 Stellen abgebaut und will die Neueinstellungen weiter reduzieren, während er verstärkt auf automatisierte Agenten setzt.

de | wissenschaft | 69631789 |