KI-Training, SpaceX

KI-Training: SpaceX verkürzt 3-Monats-Prozess auf eine Woche

28.05.2026 - 11:10:50 | boerse-global.de

SpaceX präsentiert eine eigene KI-Trainingssoftware mit zehnfacher Leistung im Vergleich zu Googles JAX. Die Technologie soll Grok-Modelle beschleunigen.

KI-Training: SpaceX verkürzt 3-Monats-Prozess auf eine Woche - Foto: über boerse-global.de
KI-Training: SpaceX verkürzt 3-Monats-Prozess auf eine Woche - Foto: über boerse-global.de

Elon Musks Raumfahrtfirma hat eine hauseigene KI-Trainingssoftware entwickelt – und die soll zehnmal schneller sein als Googles Frameworks.

Das neue System, programmiert in der Sprache C, ist für den Betrieb auf einem Cluster von 220.000 Nvidia GB300-Grafikprozessoren optimiert. Die Verbindung erfolgt über 800G-Netzwerktechnologie. Das Besondere: Durch sogenannte Pipeline-Parallelisierung erreicht die Software laut Musk eine mehr als zehnfache Leistungssteigerung gegenüber Googles JAX-Framework.

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Trainingszeit drastisch verkürzt

Die Auswirkungen auf die KI-Entwicklung wären gewaltig. Bisher benötigte das Training eines Modells mit 10 Billionen Parametern zwei bis drei Monate. Mit der neuen SpaceX-Software könnte dieselbe Aufgabe in etwa einer Woche erledigt sein. Zum Vergleich: Das menschliche Gehirn hat rund 100 Billionen Synapsen – die Dimensionen werden langsam greifbar.

Zum Einsatz kommen soll die Technologie vor allem für künftige Versionen von xAI's Grok-Modellen. Musk setzt damit voll auf vertikale Integration: eigene Hardware, eigene Software, eigene KI-Modelle.

Milliarden für die Energieversorgung

Doch schnelle Chips allein reichen nicht. Die Rechenzentren verschlingen Unmengen an Strom. SpaceX investiert daher 2,8 Milliarden Euro in die Energieinfrastruktur. Ein Vertrag über 805 Millionen Euro sichert die Lieferung von Gasturbinen bis 2029, weitere zwei Milliarden fließen in zusätzliche Kapazitäten.

Hintergrund ist die Colossus 2-Anlage – ein Rechenzentrum, das unabhängig vom öffentlichen Stromnetz arbeiten soll. Angesichts der angespannten Lage bei der Netzstromversorgung in den USA ein strategisch kluger Schachzug.

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Zeitlich befristete Partnerschaft mit Anthropic

Musk stellte zudem klar, dass die Zusammenarbeit mit dem KI-Unternehmen Anthropic nur vorübergehend ist. Der Vertrag läuft über 180 Tage mit einer Kündigungsoption nach 90 Tagen. Anthropic darf das Colossus-System mitnutzen – doch SpaceX behält sich vor, die Kapazitäten jederzeit für eigene Projekte zu priorisieren.

Branche rüstet auf

Während SpaceX die Software-Seite revolutioniert, tut sich auch bei der Hardware einiges:

  • OneQode kündigte eine Partnerschaft mit AMD an. Zum Einsatz kommen AMDs Instinct MI355X-GPUs mit 288 GB HBM3E-Speicher und 8 TB/s Bandbreite. Später soll das Helios-Rack-System mit 1,4 ExaFLOPS folgen.
  • Broadcom arbeitet mit FuriosaAI an KI-Chips der dritten Generation, gefertigt im 2-Nanometer-Verfahren mit HBM4-Speicher.
  • Delos Data stellte die Nonstop-Cluster-Architektur vor, die Engpässe bei der Datenübertragung reduzieren soll. Verfügbar voraussichtlich ab dem vierten Quartal 2026.

Der Wettlauf um die leistungsfähigste KI-Infrastruktur ist in vollem Gange – und SpaceX mischt ganz vorne mit.

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