KI-Steuererklärung, ChatGPT

KI-Steuererklärung: ChatGPT & Claude liefern in 34% Falschinformationen

20.06.2026 - 17:48:13 | boerse-global.de

Experten warnen vor der Nutzung allgemeiner KI-Chatbots für Steuererklärungen. Fehlerquote und Datenschutzrisiken sind hoch.

KI-Risiken bei Steuererklärung: Datenlecks und Rechenfehler drohen
KI-Steuererklärung - A hand interacts with a holographic tax form interface, showing complex data and AI neural network patterns, symbolizing AI in tax filing. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Generative KI wie ChatGPT oder Claude birgt erhebliche Risiken bei der Steuererklärung – von Datenlecks bis zu Rechenfehlern.

Steuerberater und Aufsichtsbehörden haben am heutigen Samstag eindringlich vor der Nutzung allgemeiner KI-Tools wie ChatGPT, Claude oder Gemini für die Steuererklärung gewarnt. Zwar hält Künstliche Intelligenz zunehmend Einzug in Finanzprozesse, doch für die komplexe Rechtsmaterie der Steuererklärung sind die Chatbots nach Einschätzung von Experten schlicht ungeeignet.

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Datenpannen und Rechenfehler vorprogrammiert

Fachleute von Unternehmen wie Deloitte und ClearTax sehen gleich mehrere Gefahrenquellen. Die KI-Tools liefern häufig inkonsistente Steuerberechnungen und interpretieren komplexe Vorschriften falsch. Besonders kritisch: die falsche Auswahl von Steuerformularen oder die unzureichende Angabe bestimmter Einkunftsarten.

Ein zentrales Problem bleibt der Datenschutz. Wer sensible Informationen wie Steuer-IDs oder Kontodaten in öffentliche KI-Oberflächen eingibt, riskiert Sicherheitslücken. Vertreter von ClearTax und der Bombay Chartered Accountants' Society (BCAS) bezeichnen KI daher als Co-Piloten, nicht als Autopiloten. Die rechtliche Haftung für Fehler trage stets der Steuerzahler selbst.

Eine aktuelle Studie untermauert die Skepsis: Demnach verbreiten KI-Chatbots in 34 Prozent der Fälle Falschinformationen. Die Empfehlung der Experten ist daher eindeutig: Wer KI nutzt, muss die Angaben abschließend von einem Fachmann prüfen lassen.

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Software-Pannen und manuelle Korrekturen

Neben den KI-Warnungen kämpfen auch die Steuerbehörden mit technischen Problemen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO wies darauf hin, dass die Online-Software der britischen Steuerbehörde HMRC die Kapitalertragssteuer nicht korrekt berechnet. Statt der seit Oktober 2024 geltenden Sätze von 18 Prozent für Basissteuerzahler und 24 Prozent für Besserverdienende wendet das System teils veraltete Werte an. Betroffene müssen die Beträge manuell korrigieren, um Strafzahlungen zu vermeiden.

In Indien veröffentlichte die Steuerbehörde unterdessen ein Excel-Tool für die Steuererklärung des Steuerjahres 2025/26. Die Abgabepflicht greift dort ab einem Jahreseinkommen von umgerechnet rund 4.400 Euro.

Regionale Fristen und spezialisierte KI-Tools

Die Steuersaison 2026 bringt international unterschiedliche Entwicklungen:

  • Südafrika: Die Steuerbehörde SARS wird ab Juli rund 6 Millionen automatische Steuerbescheide versenden. Die reguläre Einreichungsfrist läuft vom 13. Juli bis 23. Oktober.
  • USA: Kleine Unternehmen müssen bis zum 6. Juli geänderte Steuererklärungen für Forschungs- und Entwicklungskosten einreichen. Zudem warnte die US-Steuerbehörde IRS vor einer Zunahme von KI-bezogenen Steuerbetrugsmaschen.
  • Spezialisierte Plattformen: Anders als allgemeine Chatbots dringen zunehmend spezielle KI-Buchhaltungstools auf den Markt. Eine neue Plattform verspricht eine Trefferquote von 95,9 Prozent bei der Kategorisierung von Transaktionen – speziell für Freiberufler und kleine Unternehmen.

Die Botschaft der Experten ist klar: Steuerzahler sollten auf spezialisierte, steuerspezifische Plattformen oder traditionelle Steuerberater setzen – nicht auf ungeprüfte KI-Chatbots. Denn bei der Steuererklärung geht es um Haftung, nicht um Experimente.

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