KI-Smartglasses in Norwegen: Regierung plant Einschränkungen an sensiblen Orten
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 14:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die norwegische Regierung plant, den Einsatz von KI-Smartglasses mit integrierten Kameras an ausgewählten öffentlichen und sensiblen Orten vorläufig einzuschränken. Einen entsprechenden Vorstoß kündigte die Regierung am 5. Oktober 2026 an. Ein pauschales Verbot von Verkauf oder Besitz der Geräte ist demnach nicht vorgesehen, die private Nutzung soll weiterhin legal bleiben.
Breite Palette an potenziell betroffenen Zonen
Die Überlegungen der Regierung zielen auf eine Vielzahl sensibler und viel besuchter Bereiche ab. Zu den genannten Orten zählen Parks, Strände, Museen, Vergnügungsparks und Einkaufszentren. Auch Bildungseinrichtungen und Orte für Kinder und Jugendliche stehen im Fokus: Diskutiert werden Einschränkungen für Schulen, Kitas, Spielplätze, Jugendclubs, Hochschulen sowie spezielle Kinderveranstaltungsorte.
Ebenfalls erfasst werden könnten Sport- und Kulturveranstaltungen wie Konzerte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf Einrichtungen, in denen der Schutz der Privatsphäre traditionell einen hohen Stellenwert hat. Dazu gehören Kliniken, Schwimmbäder sowie Gesundheits- und Fitnesseinrichtungen mit Umkleiden und Duschen.
Welcher genaue Geräteumfang letztlich reguliert wird und welche Ausnahmen, etwa für schutzbedürftige Gruppen, greifen sollen, ist derzeit noch offen. Neben den kamerabasierten Modellen existieren am Markt auch kamerafreie Varianten wie die Lucyd Aero für 149 US-Dollar.
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Politischer Prozess im Parlament steht noch bevor
Die geplanten Vorgaben sind bislang noch nicht in Kraft getreten. Da Norwegen von einer Minderheitsregierung geführt wird, ist das Kabinett auf die Unterstützung anderer Parteien im Parlament angewiesen. Der Gesetzentwurf liegt dem Storting bisher noch nicht vor, soll den Abgeordneten jedoch so bald wie möglich unterbreitet werden.
Am 8. Oktober 2026 erklärte Norwegens Digitalisierungsminister Torgeir Micaelsen, das Vorhaben habe eine hohe Priorität, es gebe jedoch noch keinen konkreten Zeitplan für die Umsetzung. Ein vollständiges Verbot von KI-Brillen sei von Regierungsseite nicht beabsichtigt.
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Übergangslösung bis zu dauerhaften Vorschriften
Die geplanten Beschränkungen sollen als befristete Maßnahme dienen. Eine eigens eingesetzte Expertengruppe soll parallel dazu Vorschläge für dauerhafte gesetzliche Regelungen erarbeiten. Das geplante Übergangsverbot soll bis zur Vorlage dieser Vorschläge Orientierung und Schutz bieten.
Gänzlich neu sind Beschränkungen im Land allerdings nicht: Auf lokaler Ebene existieren in Norwegen bereits vergleichbare Regelungen. So wurden entsprechende Verbote für derartige Brillen bereits an Schulen in Oslo sowie in Einrichtungen des Energiekonzerns Equinor eingeführt.

