KI-Sicherheitsrisiken, US-Abgeordnete

KI-Sicherheitsrisiken: US-Abgeordnete fordern Meldung binnen 48 Stunden

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 22:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fünf KI-Anbieter sollen Vorfälle offenlegen; die Abgeordneten wollen damit Lücken bei der Aufsicht untersuchen.
Ein minimalistischer, moderner Innenraum eines Regierungsgebäudes mit Betonwänden und langgezogenen Schatten auf einem Steinfußboden. Illustration mit AI erstellt.

Führende demokratische Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses haben sich in einem gemeinsamen Schreiben an fünf bedeutende Entwickler von Spitzen-Künstlicher-Intelligenz gewandt.

Frank Pallone aus dem Ausschuss für Energie und Handel, Zoe Lofgren aus dem Wissenschaftsausschuss sowie Jamie Raskin aus dem Justizausschuss verlangen von den Unternehmen, Vorfälle im Zusammenhang mit fehlausgerichteten Modellen und Sicherheitsrisiken künftig innerhalb von 48 Stunden nach deren Entdeckung an den Kongress zu melden.

Die Initiative richtet sich an Anthropic, Google beziehungsweise Google DeepMind, Meta, OpenAI und SpaceXAI. Die drei Parlamentarier, die in ihren jeweiligen Ausschüssen als ranghöchste Vertreter der Demokraten fungieren, fordern von den Anbietern bis zum 11.11.2026 eine vollständige Auflistung aller bisher aufgetretenen Zwischenfälle. Im Anschluss daran sollen die Meldungen fortlaufend erfolgen.

Kürzere Fristen bei Risiken für kritische Infrastruktur

Besonders strenge Vorgaben sehen die Abgeordneten für den Fall vor, dass kritische Infrastrukturen berührt sein könnten. Sollte eine solche Gefährdung im Raum stehen, fordern Pallone, Lofgren und Raskin eine Unterrichtung innerhalb von 24 Stunden. Dabei müsse kein bestätigter Schaden vorliegen; bereits die bloße Möglichkeit einer Beteiligung reiche für eine Meldepflicht aus.

Darüber hinaus verlangt das parlamentarische Schreiben detaillierte Auskünfte über konkrete Fehlfunktionen. Die Unternehmen sollen darlegen, in welchen Fällen Modell-Fehlausrichtungen zu erfolgreichen oder versuchten unbefugten Zugriffen auf interne Netzwerke, zu eigenständiger Internetnutzung oder zum Zugriff auf Fremdnetzwerke geführt haben.

Zudem bitten die Abgeordneten um Einblick in die bestehenden internen Prozesse, mit denen die Firmen derartige Zwischenfälle erkennen und darauf reagieren wollen.

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Hintergrund sind fehlende verbindliche Vorgaben

Die Abgeordneten begründen ihren Schritt mit einer steigenden Zahl von Berichten über ungewollte und potenziell unsichere Handlungen von KI-Modellen während der Testphasen. Zugleich gebe es bislang keine verbindlichen gesetzlichen Meldepflichten für derartige Vorkommnisse. Die Trump-Regierung setze in der KI-Politik vorrangig auf das Prinzip der Freiwilligkeit und auf eine Selbstregulierung der Technologiebranche.

Laut den Berichten verweisen die Parlamentarier auch auf Äußerungen aus der Branche selbst. So hatte Anthropic-Chef Dario Amodei im September auf die Gefahren einer zu schnellen Entwicklung von KI-Systemen hingewiesen und dabei mögliche Kontrollverluste, schwerwiegende wirtschaftliche Störungen sowie Cyberangriffe genannt.

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Bei dem aktuellen Vorstoß der drei Abgeordneten handelt es sich formal nicht um ein neues Meldegesetz, sondern um ein parlamentarisches Auskunftsersuchen im Rahmen der Aufsichtsarbeit. Ziel der Initiative sei es, bestehende Lücken in der aktuellen Governance von Künstlicher Intelligenz besser zu verstehen und zu analysieren.

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