KI-Sicherheit, Nvidia

KI-Sicherheit: Nvidia und Palantir drosseln externe Modelle

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 02:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia, Palantir und Booz Allen schränken externe KI wegen Datenrisiken ein, während Analysten den Aktien weiteres Kurspotenzial zutrauen.

Nvidia, Palantir und Booz Allen begrenzen externe KI-Modelle
Ein minimalistischer Serverraum mit moderner Infrastruktur und kühler Beleuchtung, der Sicherheit und Datenschutz symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Führende Technologie- und Beratungsunternehmen ziehen beim Einsatz externer Künstlicher Intelligenz strengere Grenzen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das Branchenportal The Information am 14. September 2026 berichtete, begrenzen Nvidia, Palantir und Booz Allen Hamilton die Nutzung fortschrittlicher KI-Modelle von Anthropic und OpenAI. Hintergrund sind wachsende Sorgen um den Schutz des geistigen Eigentums und vertraulicher Kundendaten.

Vorsicht bei sensiblen Daten und Kernprozessen

Die Vorsichtsmaßnahmen der Konzerne fallen unterschiedlich aus, zielen jedoch auf denselben Schutzmechanismus ab. Der Halbleiterkonzern Nvidia setzt das Anthropic-Modell Fable dem Bericht zufolge lediglich für unkritische beziehungsweise risikoarme Projekte ein.

Für die eigenen Kernprozesse greift das Unternehmen stattdessen auf seine hauseigenen Nemotron-Modelle zurück. Gleichzeitig erwägt Nvidia laut den Berichten eine Ankerinvestition von rund 10 Milliarden US-Dollar in Anthropic bei einer Bewertung von nahe 2 Billionen US-Dollar.

Der Datenanalysespezialist Palantir fordert von den KI-Anbietern verbindliche Zusagen zur vollständigen Nicht-Speicherung von Daten, sogenannte Zero-Data-Retention-Garantien. Das Beratungsunternehmen Booz Allen Hamilton wiederum blockiert den Einsatz des Modells Fable im Bereich der Cybersicherheit vollständig.

Auslöser der Zurückhaltung sind unter anderem die Richtlinien zur Datenverarbeitung. Anthropic speichert seit Juni 2026 Kundendaten beim Modell Fable für einen Zeitraum von 30 Tagen.

Diese Daten werden laut dem Bericht zwar nicht zum Trainieren der Modelle herangezogen, dennoch greifen sowohl Anthropic als auch OpenAI auf Metadaten von Unternehmenskunden zurück. Um den Bedenken der Geschäftskunden zu begegnen, führt Anthropic ab Herbst 2026 spezielle Schutzfunktionen unter der Bezeichnung Enterprise Frontier Safeguards ein.

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Branchenweite Skepsis bei sensibler Infrastruktur

Die Zurückhaltung beschränkt sich nicht auf diese drei Akteure. Auch der Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Northrop Grumman setzt auf quelloffene Open-Source-Modelle auf physisch isolierten Air-Gap-Servern und beschränkt die Nutzung externer Modelle auf öffentliche oder risikoarme Aufgaben.

Die gleiche Beschränkung auf risikoarme Anwendungen gilt beim Pharmaunternehmen Novo Nordisk. Zudem stoppte ein US-Versorgungsunternehmen einen Testlauf mit dem Modell Fable für den Einsatz im Stromnetz.

Vom vorsichtigen Agieren der Großkunden versucht der Softwarekonzern Microsoft zu profitieren: Das Unternehmen wirbt gezielt mit isolierten Cloud-Umgebungen, die keine Daten an externe KI-Anbieter übertragen.

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An den Finanzmärkten bleibt das Vertrauen in die betroffenen Technologiekonzerne derweil hoch. Analysten sehen in ihren Kurszielen deutliches Potenzial: Für Nvidia liegt dieses bei plus 54,35 Prozent, für Palantir bei plus 20,1 Prozent, für Microsoft bei plus 14,55 Prozent und für Booz Allen Hamilton bei plus 9,32 Prozent.

Auch die Aussichten für den KI-Entwickler Anthropic stoßen auf reges Interesse: Auf der Prognoseplattform Polymarket lag die Wahrscheinlichkeit für einen Börsengang des Unternehmens im Jahr 2026 zuletzt bei 86 Prozent.

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