KI-Sicherheit: BSI-Chefin Plattner fordert staatliche Aufsicht und klare Regeln
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 23:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, hat führende Anbieter von Künstlicher Intelligenz in den USA und China wegen gravierender Mängel bei der IT-Sicherheit gerügt.
In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel stellte die Behördenchefin zudem Haftungsfragen in den Raum, sollten künftig unkontrollierte Angriffe durch solche Systeme nicht wirksamer unterbunden werden, wie aus Berichten vom 22. Oktober 2026 hervorgeht.
Nach Einschätzung von Plattner haben die Entwickler der Sicherheit ihrer eigenen Technologien bislang deutlich zu wenig Beachtung geschenkt. Dieses Versäumnis betreffe ausnahmslos alle großen Entwickler und Plattformbetreiber in den Vereinigten Staaten ebenso wie in China.
Der BSI-Chefin fehlten auf Seiten der Branche das nötige Engagement sowie die erforderliche Ernsthaftigkeit, um die von den Modellen ausgehenden Risiken frühzeitig und konsequent abzuwehren.
Wachsende Gefahr durch automatisierte Cyberangriffe
Hintergrund der deutlichen Mahnung ist eine Verschärfung der aktuellen Bedrohungslage im digitalen Raum. Plattner warnte vor einer steigenden Welle von KI-gestützten Angriffen, bei denen automatisierte Anwendungen bereits aktiv Regierungswebsites attackieren, unbefugt in Netzwerke von Unternehmen eindringen und gezielt irreführende Informationen verbreiten.
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Derzeit besäßen böswillige Angreifer bedauerlicherweise einen klaren Geschwindigkeitsvorteil gegenüber den Verteidigern digitaler Infrastrukturen. Mit einer raschen Entspannung der Sicherheitslage sei vorerst nicht zu rechnen; vielmehr stünden Staat und Wirtschaft turbulente und unruhige Zeiten bevor.
Forderung nach Aufsichtsbehörde und klarer Regulierung
Vor diesem Hintergrund sprach sich die BSI-Präsidentin dafür aus, dass künftige regulatorische Vorgaben zwingend über unverbindliche Selbstverpflichtungen der Technologieunternehmen hinausgehen müssten. Plattner verlangte einen strikt technischen Regulierungsansatz, um Risiken wirksam zu begrenzen.
Dazu zähle eine transparente Klärung der Rahmenbedingungen jedes Modells: Es müsse jederzeit nachvollziehbar sein, welches konkrete System eingesetzt werde, wer die Eigentumsrechte daran halte, wer den Auftrag zur Ausführung erteilt habe und über welche operativen Befugnisse die Software verfüge.
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Zudem betonte Plattner die Notwendigkeit, bestehende Vorschriften zeitnah an die fortschreitende Entwicklung autonom agierender KI-Agenten anzupassen. Um die Einhaltung technischer Standards sowie organisatorischer Auflagen in der Praxis verbindlich zu überwachen, befürwortet die Behördenleiterin die Etablierung einer spezialisierten staatlichen Aufsichtsbehörde beziehungsweise einer zentralen Prüf- und Kontrollstelle für Künstliche Intelligenz.
