KI-Sicherheit, Bessent

KI-Sicherheit: Bessent schlägt Krisenkanal zwischen USA und China vor

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 18:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Beim Gipfel im Weißen Haus stehen KI-Sicherheit und Halbleiter im Fokus; verbindliche Absprachen gelten als unwahrscheinlich, Pekings Antwort auf einen US-Vorschlag fehlt.

Trump und Xi treffen sich zu Gesprächen über KI und Halbleiter
Die neoklassizistischen Säulen eines Regierungsgebäudes unter einem klaren Himmel. Illustration mit AI erstellt.

US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping kommen am Donnerstag im Weißen Haus zu einem mit Spannung erwarteten Gipfeltreffen zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die Rivalität beider Großmächte, Halbleiterfragen sowie die Sicherheit im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).

Für Xi markiert die dreitägige Reise vom 23. bis zum 25. September 2026 den ersten Staatsbesuch in den USA seit mehr als einem Jahrzehnt nach seinem Besuch bei Barack Obama im Jahr 2015. Es ist zugleich das dritte persönliche Zusammentreffen beider Staatschefs in diesem Jahr nach ersten Gesprächen im Mai in Peking.

Nach dem Empfang Xis durch Trump auf der Joint Base Andrews am Mittwoch ist für Donnerstag der offizielle Besuch im Weißen Haus mit militärischen Ehren vorgesehen. Neben rund 480 angetretenen Soldaten umfasst das Zeremoniell einen Überflug von einem B-2-Tarnkappenbomber und vier F-22-Kampfflugzeugen.

Am Freitag folgen eine Teestunde sowie ein Besuch der National Archives. Am Donnerstagabend nehmen zudem führende US-Technologiechefs an einem Staatsdinner teil, darunter Jeff Bezos (Amazon), Sundar Pichai (Alphabet), Sam Altman (OpenAI), Tim Cook (Apple), Elon Musk (Tesla), Mark Zuckerberg (Meta) und Jensen Huang (Nvidia).

Geringe Erwartungen an konkrete KI-Abkommen

Trotz der hochrangigen Besetzung gelten die Aussichten auf verbindliche Vereinbarungen zur KI-Sicherheitskooperation als gering. Bonnie Glaser vom German Marshall Fund betonte im Vorfeld, dass auf beiden Seiten kaum mit zählbaren Ergebnissen gerechnet werde.

Zur Vorbereitung hatten US-Finanzminister Bessent und Chinas Vize-Premier He Lifeng am 20. September in New York ein achtstündiges Gespräch geführt, das sich neben Handel und kritischen Mineralien auch um KI drehte.

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Bessent schlug dabei die Einrichtung eines bilateralen Mechanismus vor, um schwerwiegende Sicherheits- oder National-Security-Vorfälle im KI-Bereich gegenseitig zu melden. Ziel sei eine gemeinsame Vorstellung über übergreifende Ziele und Bedrohungen. Eine öffentliche Zusage Pekings zu dem Vorstoß liegt bislang nicht vor.

Fachleute sehen in einem solchen Kommunikationskanal Möglichkeiten zur Krisenbewältigung, zum Austausch von Sicherheitsbewertungen und zur Meldung missbräuchlicher Nutzung.

Jean-Marc Rickli vom Geneva Centre for Security verwies in diesem Kontext auf historische Parallelen zur US-sowjetischen Krisenhotline nach der Kubakrise 1962. Zugleich betonte Matt Sheehan von der Carnegie-Stiftung, dass die wirksamsten Kontrollmaßnahmen vor allem innenpolitischer und nicht bilateraler Natur seien.

Divergierende Haltungen in Politik und Technologiebranche

Der bilaterale Dialog vollzieht sich vor dem Hintergrund wachsender internationaler Besorgnis. UN-Generalsekretär António Guterres rief die führenden Mächte jüngst vor der Generalversammlung zu einem strukturierten Dialog über KI-Risiken auf, während eine Gruppe von 22 Staaten verbindliche Sicherheitsmaßnahmen und Prüfpflichten vor der Veröffentlichung fortschrittlicher Modelle forderte.

Weder die USA noch China schlossen sich diesem Aufruf an. Trump wies internationale Regulierungsansätze bei den Vereinten Nationen zurück und erklärte, sein Land führe im Technologierennen.

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Auch innerhalb der US-Industrie gehen die Positionen auseinander. Während OpenAI-Chef Sam Altman und Anthropic-Chef Dario Amodei für internationale Sicherheitsstandards und Kontrollen warben, spielten Spitzenmanager wie Nvidia-Chef Jensen Huang und Meta-Chef Mark Zuckerberg die Notwendigkeit externer Aufsicht herunter.

Neben technologischen Fragen prägen wirtschaftliche Rahmenbedingungen das Treffen: Am 10. November läuft eine bestehende Handelswaffenruhe zwischen beiden Ländern aus. Weitere bilaterale Gespräche zwischen Trump und Xi könnten sich im November im Rahmen des APEC-Gipfels in Shenzhen sowie beim G20-Gipfel in Miami im Dezember anschließen.

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