KI-Sicherheit, Agenten

KI-Sicherheit: 92% nutzen Agenten, nur 34% schützen sie

18.06.2026 - 12:08:00 | boerse-global.de

Google führt mit ARD einen offenen Standard ein, damit KI-Agenten Werkzeuge einheitlich finden und prüfen können.

Google ARD-Protokoll: Neuer Standard für KI-Agenten
KI-Sicherheit - A glowing, interconnected network of abstract digital icons and data streams, symbolizing AI agents and standardized resource discovery. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mit „Agentic Resource Discovery“ (ARD) kommt ein offener Standard, der es KI-Agenten ermöglicht, Werkzeuge und Fähigkeiten im Internet einheitlich zu finden und zu verifizieren. Die Ankündigung erfolgte am 17. Juni 2026 – und könnte die Art und Weise, wie Unternehmen KI einsetzen, grundlegend verändern.

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Einheitliche Sprache für KI-Werkzeuge

Das ARD-Protokoll erlaubt es Entwicklern, KI-Fähigkeiten auf ihren eigenen Domains in einem standardisierten Format zu veröffentlichen. Das System besteht aus zwei Kernkomponenten: „Catalogs“ (Kataloge), die als JSON-Dateien auf der Domain des Entwicklers liegen, und „Registries“ (Register), die als föderierte Suchmaschinen diese Fähigkeiten indexieren.

Der gesamte Workflow läuft in vier Phasen ab: Veröffentlichung, Entdeckung, kryptografische Verifikation und direkte Verbindung. Google Cloud hat die Spezifikation, die unter der Apache-2.0-Lizenz veröffentlicht wurde, bereits in die Gemini Enterprise Agent Platform integriert. Das Ziel: Unternehmensagenten sollen zuverlässig die Werkzeuge finden und prüfen können, die sie für komplexe Aufgaben benötigen.

Parallel dazu veröffentlichte Google am selben Tag drei neue Architekturmuster für die Integration deklarativer Benutzeroberflächen (A2UI) mit iframe-basierten Anwendungen (MCP). Diese Muster helfen Entwicklern, die Balance zwischen nativer Rendering-Leistung und individueller Anpassung in agentengesteuerten Anwendungen zu finden.

Sicherheitslücke bei KI-Agenten schließt sich

Die Sicherheitsfirma Okta und Google Cloud gaben am 17. Juni eine erweiterte Partnerschaft bekannt. Sie integrieren Auth0 for AI Agents in die Gemini-Plattform und schaffen damit spezialisierte Authentifizierungs- und Zugriffskontrollen.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Aktuelle Branchendaten zeigen eine gefährliche Sicherheitslücke. Rund 92 Prozent der Führungskräfte setzen bereits KI-Agenten ein – aber nur 34 Prozent haben für diese Agenten die gleichen Sicherheitskontrollen implementiert wie für menschliche Nutzer. Hinzu kommt ein Anstieg identitätsbasierter Angriffe um 127 Prozent. Okta plant zudem die Einführung eines zentralen Agentenregisters, um Identität und Sicherheit für autonome Werkzeuge weiter zu verbessern.

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Ebenfalls am 17. Juni kündigte der Kommunikationsspezialist Dialpad an, seine Gesprächsintelligenz-Daten direkt in Gemini Enterprise für Google Workspace zu integrieren. Nutzer können dann per natürlichsprachlicher Abfragen in Gmail, Docs und Google Chat auf Kundendaten und Transkripte zugreifen.

HSBC setzt auf 200 KI-Anwendungen

Beim Google Cloud London Summit am 17. Juni präsentierte das Unternehmen mehrere prominente KI-Implementierungen in Großbritannien. Die HSBC geht eine mehrjährige Partnerschaft mit Google Cloud ein, um ihre KI-Einführung zu beschleunigen. Die Bank plant, innerhalb von zwei Jahren über 200 KI-Anwendungsfälle zu starten. Der Fokus liegt auf Projekten, die einen Wert von über 100 Millionen Euro generieren sollen – insbesondere in den Bereichen personalisierte Vermögensverwaltung, Kundenservice und Betrugserkennung.

Weitere Höhepunkte des Gipfels:

  • Ineffable Intelligence: Ein neues KI-Startup unter der Leitung von David Silver, das eine Startfinanzierung von rund 1,1 Milliarden Euro erhielt und auf Google-Cloud-Infrastruktur setzt.
  • Deloitte: Eröffnung eines neuen KI-Studios in London und Zertifizierung von 1.000 Mitarbeitern in Google-Cloud-KI-Technologien.
  • Öffentlicher Sektor: Neue KI-Tools für die britische Regierung, die bestimmte Planungsprozesse von zwei Stunden auf zwei Minuten verkürzt haben.

Vom Rechenzentrum aufs Smartphone

Der Fokus auf agentenbasierte Systeme ist kein kurzfristiger Trend. Bereits Mitte Mai hatte Google „Gemini Spark“ vorgestellt – einen stets aktiven KI-Agenten, der auf Gemini 3.5 Flash basiert und rund um die Uhr Workspace-Apps und Drittanbieter-Tools verwalten kann.

Auch das „Universal Cart“ -System wächst weiter. Es nutzt das Universal Commerce Protocol (UCP) und funktioniert bereits bei mehreren Einzelhändlern wie Walmart, Target und Sephora. Im Juni 2026 wurde der KI-gestützte Einkaufsassistent auf den australischen Markt ausgeweitet.

Das „Pixel Drop“ -Update vom Juni 2026 bringt die KI-Revolution schließlich auf mobile Geräte: Gemini Omni ermöglicht Videobearbeitung per Chat, und neue „Screen Reactions“ erweitern die Möglichkeiten von Bildschirmaufnahmen. Die Botschaft ist klar: Agentische KI wandert von den Unternehmens-Clouds direkt in die Hosentasche der Verbraucher.

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