Gehalt, Arbeitgeber

KI schlägt Gehalt: 49% der Arbeitgeber wählen Tools statt Lohnerhöhungen

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 12:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Laut Arbeitsmarktbarometer setzen 49 Prozent der Firmen auf KI statt Gehaltserhöhungen. Der EU AI Act verschärft die Anforderungen an Unternehmen.

ManpowerGroup: KI-Tools gelten als wichtigster Produktivitätshebel für 2026
Ein moderner Büroarbeitsplatz mit einem Laptop, auf dem ein digitales neuronales Netzwerk visualisiert wird. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Arbeitgeber setzen bei der Produktivität zunehmend auf Künstliche Intelligenz statt auf höhere Gehälter. Das zeigt das Arbeitsmarktbarometer der ManpowerGroup für das dritte Quartal 2026.

KI-Tools schlagen Lohnerhöhungen

49 Prozent der befragten Arbeitgeber sehen KI-Tools als wichtigsten Hebel zur Steigerung der Produktivität. Direkte Lohnerhöhungen landen mit 44 Prozent auf Platz zwei. Es folgen KI-Automatisierung (43 Prozent) und Weiterbildungsmaßnahmen (42 Prozent).

Die strategische Ausrichtung europäischer Führungskräfte bestätigt den Trend. Eine Studie von Horváth unter über 1.000 Führungskräften in 32 Ländern weist KI als wichtigste Managementpriorität aus. Branchenübergreifend erwarten die Entscheider Produktivitätssteigerungen zwischen 10 und 15 Prozent. In der Industrie steht die Kostenoptimierung sogar vor der allgemeinen Digitalisierung.

KI-Kompetenz wird monetär belohnt

Die Nachfrage nach KI-Fähigkeiten verändert auch die Gehaltsstrukturen. 60 Prozent der Arbeitgeber wären bereit, für nachgewiesene KI-Kenntnisse eine höhere Vergütung zu zahlen. Technologische Adaptionsfähigkeit wird damit zum messbaren Karrierevorteil.

Der rechtliche Rahmen verschärft sich parallel: Seit dem 2. August 2026 gilt der EU AI Act weitgehend. Unternehmen sind laut Artikel 4 verpflichtet, die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter aktiv zu fördern. Österreich machte bereits 2025 vor, wie das aussehen kann: Rund 30 Prozent der Unternehmen nutzten dort KI – deutlich über dem EU-Schnitt von 20 Prozent. Vier von fünf dieser Anwender boten entsprechende Schulungen an.

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Mehr Arbeit statt weniger

Die erhofften Effizienzgewinne haben einen Haken. Studien der Emory University und Daten des American Time Use Survey zeigen: KI erhöht die Arbeitszeit im Durchschnitt eher, als sie zu senken. Wer intensiv mit KI-Tools arbeitet, verzeichnet oft eine wachsende Gesamtarbeitslast.

In der Praxis führt das zu deutlichen Einschnitten. Im Marketingsektor wurden Teams teils halbiert – die verbleibenden Mitarbeiter kassieren höhere Gehälter, stemmen aber ein größeres Pensum. Branchenanalysten warnen vor der „AI-Layoff-Trap“: Kurzfristige Stellenstreichungen könnten die langfristige Prozessstabilität gefährden.

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Fachkräftemangel trotz Automatisierung

Der Bedarf an IT-Spezialisten bleibt hoch – paradoxerweise auch durch KI. Eine Bitkom-Umfrage unter 850 Unternehmen zeigt: 80 Prozent rechnen mit verstärktem Fachkräftemangel. Während 27 Prozent der Betriebe Stellenabbau durch KI erwarten, prognosticieren 42 Prozent zusätzlichen Personalbedarf, besonders bei IT-Security und IT-Architektur.

Auch bei Bewerbungen ist KI längst Standard. Bereits im Mai 2025 nutzten 61 Prozent der Bewerber KI-Unterstützung, wie eine Stepstone-Untersuchung ergab. Eine Umfrage aus der zweiten Julihälfte 2026 bestätigt: 57 Prozent der Nutzer schätzen die optimierte Darstellung ihrer Stärken, 45 Prozent die sprachliche Qualität. Personalverantwortliche bewerten die Ergebnisse bisher allerdings mehrheitlich nur als durchschnittlich.

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