KI-Rechenzentren, Microsoft

KI-Rechenzentren: Microsoft, Alphabet und Meta investieren 125,7 Milliarden

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 23:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Alphabet und Meta melden negativen freien Cashflow, während Microsoft seine Jahresplanung wegen Chipengpässen auf 170 Milliarden US-Dollar senkt.
Eine weitläufige Baustelle für großflächige Infrastruktur mit massiven Betonfundamenten und Stahlträgern im Dämmerlicht. Illustration mit AI erstellt.

Die drei Technologiekonzerne Microsoft, Alphabet und Meta haben im dritten Quartal 2026 zusammen 125,7 Milliarden US-Dollar in den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz investiert. Die massiven Investitionsausgaben belasten zunehmend die Bilanzen der Hyperscaler und spiegeln sich in sinkenden freien Cashflows sowie deutlichen Marktreaktionen wider.

Alphabet und Meta geraten beim Cashflow ins Minus

Bei Alphabet kletterten die Investitionsausgaben im dritten Quartal 2026 auf 51,4 Milliarden US-Dollar. Zwar stieg der Konzernumsatz um 25 Prozent auf 127,6 Milliarden US-Dollar und die Sparte Google Cloud legte um 103 Prozent auf 30,7 Milliarden US-Dollar zu, doch fiel der Gewinn mit 26,5 Milliarden US-Dollar geringer aus als der Vorjahreswert.

Der Gewinn je Aktie lag bei 2,12 US-Dollar nach 2,87 US-Dollar im Vorjahr. Bei einem operativen Cashflow von 42,3 Milliarden US-Dollar belief sich der freie Cashflow auf minus 9,1 Milliarden US-Dollar – mehr als 9 Milliarden US-Dollar im negativen Bereich. Aktienrückkäufe, die im Vorjahr noch 11,5 Milliarden US-Dollar betrugen, fanden nicht statt.

Dennoch hält das Unternehmen an seiner Investitionsprognose von 195 bis 205 Milliarden US-Dollar für 2026 fest. An den Börsen verlor die Alphabet-Aktie am Donnerstag 13 Prozent, was den stärksten Tagesverlust markierte, nachdem der freie Cashflow das zweite Quartal in Folge negativ ausgefallen war.

Meta verbuchte im dritten Quartal 2026 Investitionsausgaben von 34,91 Milliarden US-Dollar bei einem Gesamtumsatz von 64,6 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 26 Prozent entspricht.

Der Gewinn je Aktie stieg auf 3,83 US-Dollar gegenüber 1,05 US-Dollar im Vorjahr. Allerdings ging das operative Ergebnis um 37 Prozent zurück, belastet durch eine Vergleichszahlung in Höhe von 9,89 Milliarden US-Dollar. Während der operative Cashflow 32,79 Milliarden US-Dollar erreichte, rutschte der freie Cashflow auf minus 2,12 Milliarden US-Dollar ab, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 10,63 Milliarden US-Dollar erzielt worden war.

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Für das Gesamtjahr 2026 sieht Meta Investitionen zwischen 135 und 145 Milliarden US-Dollar vor und plant eine Kapitalerhöhung von bis zu 95 Milliarden US-Dollar. Die Ratingagentur S&P senkte den Ausblick für das Unternehmen bei einer Bonitätsnote von AA- auf negativ.

S&P rechnet bei Meta mit Investitionsausgaben von 140 Milliarden US-Dollar für 2026, 225 Milliarden US-Dollar für 2027 sowie 252 Milliarden US-Dollar für 2028 und prognostiziert für diese Jahre einen freien operativen Cashflow von minus 22 Milliarden, minus 71 Milliarden beziehungsweise minus 39 Milliarden US-Dollar. Seit dem 21. Oktober 2026 verlor die Meta-Aktie 12 Prozent an Wert, während das Kreditrisiko des Unternehmens ein Rekordhoch erreichte.

Microsoft drosselt Investitionsplan wegen Chipmangel

Microsoft meldete für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2027, das die Monate Juli bis September 2026 umfasst, einen Umsatz von 92,3 Milliarden US-Dollar (plus 19 Prozent) und einen Gewinn von 36,6 Milliarden US-Dollar (plus 32 Prozent). Der Cloud-Dienst Azure verzeichnete ein Wachstum von 48 Prozent auf 33,2 Milliarden US-Dollar.

Die Investitionsausgaben beliefen sich auf 39,4 Milliarden US-Dollar. Bei einem operativen Cashflow von 58,0 Milliarden US-Dollar erzielte Microsoft einen freien Cashflow von 18,6 Milliarden US-Dollar. Zur Finanzierung begab der Konzern eine Anleiheemission im Volumen von 25 Milliarden US-Dollar.

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Aufgrund von Lieferengpässen bei Grafikprozessoren senkte Microsoft die Investitionsprognose für das Gesamtjahr 2026 von 175 Milliarden auf 170 Milliarden US-Dollar. Finanzchefin Amy Hood stellte die Bereitstellung der vollen Kapazitäten erst für die erste Hälfte des Jahres 2027 in Aussicht.

Die Microsoft-Aktie gab am Freitag um 1,6 Prozent nach, ungeachtet des über den Erwartungen liegenden Azure-Wachstums und des freien Cashflows von fast 19 Milliarden US-Dollar.

Anleger reagieren vorsichtig auf hohe Ausgaben

Die enormen Kapitalanforderungen hinterlassen Spuren am breiteren Markt. Der Technologieindex Nasdaq 100 verlor im Oktober 2026 insgesamt 6,7 Prozent, was den schwächsten Monatsverlauf seit März 2025 darstellte. Auch die Aktien spezialisierter Neocloud-Anbieter wie CoreWeave, Nebius und IREN gaben nach.

Das Marktforschungsunternehmen Gartner geht davon aus, dass bis 2030 rund 80 Prozent der Neocloud-Firmen übernommen oder ihren Betrieb einstellen werden. Für das Jahr 2027 wird branchenweit erwartet, dass die Investitionsausgaben der Hyperscaler erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar überschreiten.

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