KI-Produktivität: 89% der Firmen sehen keinen Mehrwert
29.06.2026 - 05:06:09 | boerse-global.de
Laut einer aktuellen Studie haben 89 Prozent der befragten Firmen bisher keine signifikante Steigerung durch KI erzielt. Nur zehn Prozent der Mitarbeiter glauben, dass ihre Arbeitgeber von der Technologie profitieren.
Milliarden-Markt mit Rendite-Lücke
Die Kluft zwischen Hype und Realität könnte kaum größer sein. Marktforscher wie Gartner prognostizieren für agentische KI eine massive Expansion: von rund sieben Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf 46 Milliarden bis 2030. Langfristig soll der Markt bis 2035 auf über 450 Milliarden US-Dollar anwachsen – eine jährliche Wachstumsrate von etwa 50 Prozent.
Doch die Praxis hinkt hinterher. Trotz hoher Investitionen fehlt vielerorts der messbare Return on Investment. Unternehmen investieren kräftig, sehen aber kaum betriebswirtschaftliche Effekte.
Agenten übernehmen das Ruder
Die Technologie entwickelt sich rasant weiter. OpenAI veröffentlichte am 26. Juni 2026 neue Daten: Bereits 85 Prozent aller generierten Output-Tokens entstehen in Kontexten von KI-Agenten. Diese Systeme arbeiten zunehmend autonom und übernehmen komplexe Aufgaben.
KPMG-Erhebungen zeigen: 68 Prozent der Angestellten nutzen bereits entsprechende Anwendungen. Ende Juni brachte OpenAI die GPT-5.6-Serie mit den Varianten Sol, Terra und Luna auf den Markt. Das Spitzenmodell Sol erreichte im Terminal-Bench 2.1 einen Wert von 91,9 Prozent.
Während KI-Systeme immer autonomer arbeiten, rücken rechtliche Rahmenbedingungen wie der EU AI Act in den Fokus von Unternehmen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Risikoklassen für den sicheren Einsatz von KI. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Microsoft zog am 28. Juni nach: Der Copilot ist jetzt als eigenständige App im Microsoft Store verfügbar. Die Preisstruktur für Business- und Enterprise-Lizenzen wurde angepasst – teilweise mit Wirkung ab Juli 2026.
Speziallösungen für Fachbereiche
Einzelne Branchen gehen eigene Wege. Im Rechtswesen startete am 24. Juni die Plattform „Computer for Counsel“. Sie orchestriert über 20 verschiedene KI-Modelle für juristische Aufgaben. Die Kanzlei Gunderson Dettmer meldet eine Nutzungsrate von 80 Prozent bei monatlich rund 35.000 Anfragen.
Auch der Mittelstand entdeckt konkrete Einsatzfelder:
Beschaffung: KI-gestützte Plattformen senken die Kosten um fünf bis 15 Prozent. Die Zeitersparnis liegt bei bis zu 85 Prozent. Den Return on Investment erreichen Unternehmen typischerweise nach 18 bis 36 Monaten.
Der Einsatz von KI-Tools in Fachbereichen wie der Beschaffung oder dem Engineering bringt neue Sicherheitsanforderungen mit sich, die viele Verantwortliche noch nicht kennen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Cyberrisiken Unternehmen jetzt im Blick haben müssen. Gratis-Report zu neuen KI-Gesetzen und Cyberrisiken anfordern
Engineering: Regionale Kooperationen wie in Ostwestfalen-Lippe treiben Use Cases voran: automatisierte SPS-Programmierung und Predictive Maintenance speziell für kleine und mittlere Unternehmen.
Lokale KI als Datenschutz-Alternative
Ein wachsender Trend: KI-Prozesse wandern zurück auf lokale Hardware. Der Open-Source-KI-Server oMLX, veröffentlicht am 28. Juni, ermöglicht den Betrieb von Sprachmodellen ohne Cloud-Anbindung. Das kommt Datenschutzanforderungen entgegen.
Parallel senken kostenlose Angebote die Einstiegshürden. GitHub Copilot Free bietet limitierten Zugang zu KI-gestützter Code-Vervollständigung und Agenten-Modi – ein Signal, dass die Anbieter um Entwickler kämpfen.
