KI-Preiskampf: DeepSeek kostet ein Drittel von ChatGPT
27.05.2026 - 04:30:27 | boerse-global.deRund 40 Prozent der monatlichen Einnahmen von zwei Milliarden Euro stammen bereits von Geschäftskunden.
Der Schritt vom 27. Mai 2026 markiert das Ende der Experimentierphase. OpenAI will generative KI als stabile Infrastruktur für die Wirtschaft etablieren. Mit einem neuen „Garantierte Kapazitäten“-Programm können Firmen Rechenleistung für ein bis drei Jahre reservieren – vorausgesetzt, sie verarbeiten mindestens eine Milliarde Tokens pro Minute.
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Wettbewerbsdruck aus China wächst
Doch die Konkurrenz schläft nicht. Chinesische KI-Modelle von DeepSeek, MiniMax und Zhipu haben auf der Plattform OpenRouter inzwischen einen Token-Anteil von 60 Prozent erreicht. 2024 lag dieser Wert noch bei einem Prozent. Der Grund: massive Preisunterschiede.
Was eine Standardaufgabe mit ChatGPT 3.357 Euro kostet, erledigt DeepSeek für 1.071 Euro. Zhipus GLM-Modell verlangt gerade einmal 544 Euro. Viele Unternehmen setzen daher auf eine „Advisor-Architektur“: Teure Spitzenmodelle überwachen die Arbeit günstigerer Spezial-KIs.
Sicherheitspartnerschaft mit Japan
OpenAI sucht sein Heil auch in geopolitischen Geschäften. Am 26. Mai bot das Unternehmen der japanischen Regierung exklusiven Zugang zu seinem GPT-5.5-Cybermodell an. Es soll 15 kritische Infrastruktursektoren vor KI-gestützten Cyberangriffen schützen. Ex-US-General Paul Nakasone, Mitglied des OpenAI-Verwaltungsrats, führte die Gespräche.
Hintergrund: Japans KI-Investitionen lagen zwischen 2019 und 2023 bei umgerechnet zehn Milliarden Euro – ein Bruchteil der 329 Milliarden aus den USA und 133 Milliarden aus China.
Governance-Risiken und teure Schulungen
Während Unternehmen autonome KI-Agenten einführen, warnen Analysten vor Kontrollverlust. Gartner prognostiziert, dass bis 2027 rund 40 Prozent der Firmen ihre autonomen Systeme zurückstufen oder abschalten müssen – wegen unzureichender Aufsicht.
Die Nachfrage nach KI-Know-how bleibt dennoch enorm. US-Großbanken wie Citigroup und Bank of America zahlen bis zu 25.000 Euro pro Tag für Intensivtrainings. Ein fünftägiger Kurs kostet bis zu 125.000 Euro – und ist monatelang ausgebucht.
Microsoft und Salesforce setzen voll auf KI
Microsoft machte am 13. Mai seine Copilot-Studio-Computer-Use-Agenten allgemein verfügbar. Sie bedienen jede Software mit grafischer Oberfläche, Kostenpunkt: rund vier Cent pro Schritt. Salesforce-CEO Marc Benioff kündigte an, 2024 rund 300 Millionen Euro für Code-Agenten auszugeben.
Der Widerspruch der Branche
Die KI-Industrie lebt von einem Paradox: Milliardenschwere Investitionen bei gleichzeitigem Sparkurs. Meta entließ am 26. Mai 8.000 Mitarbeiter, will aber 125 bis 145 Milliarden Euro in KI investieren – mehr als doppelt so viel wie 2025.
OpenAI-Chef Sam Altman räumte auf einer Konferenz in Australien ein, dass er sich mit seinen Prognosen zu KI-bedingten Jobverlusten verschätzt habe. Die erwartete „Arbeitsplatz-Apokalypse“ sei ausgeblieben. Einstiegspositionen im Büro hätten sich als widerstandsfähiger erwiesen als gedacht.
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Ausblick: Zwischen Börsengang und Sicherheitsbedenken
OpenAI bereitet seinen Börsengang vor. Analysten schätzen die Bewertung auf über 800 Milliarden Euro. Die Kryptobörse Binance listete bereits einen Pre-IPO-Kontrakt für OpenAI – Anleger können auf den künftigen Börsenwert spekulieren.
Parallel sucht das Unternehmen einen Senior Machine-Learning-Ingenieur für sein Preparedness-Team. Das Gehalt: bis zu 445.000 Euro. Die Aufgabe: hochriskante Szenarien analysieren, etwa die rekursive Selbstverbesserung von KI-Systemen.
Ob OpenAIs Strategie aufgeht, hängt davon ab, ob Unternehmen die Governance-Lücke bis zur prophezeiten Deadline 2027 schließen können. Gelingt das nicht, droht der Rückzug autonomer Agenten – und das teure Enterprise-Geschäft wäre gefährdet.
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