KI-Phishing, Angriffe

KI-Phishing: 86 Prozent aller Angriffe nutzen künstliche Intelligenz

23.06.2026 - 14:08:49 | boerse-global.de

WhatsApp testet Browser-Telefonie und Screen-Sharing, während Sicherheitsfirmen vor KI-Phishing und Malware-Kampagnen warnen.

WhatsApp Web-Anrufe: Neue Funktionen und Sicherheitswarnungen
KI-Phishing - Smartphone-Bildschirm zeigt WhatsApp, Laptop im Hintergrund mit Webbrowser. Glühende Linien verbinden die Geräte, symbolisieren Datenaustausch und Sicherheitsrisiken. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Parallel warnen Sicherheitsfirmen vor neuen Malware-Kampagnen und KI-gestützten Betrugsversuchen.

Web-Telefonie und Screen-Sharing in der Testphase

Die Meta-Tochter testet derzeit direkte Sprach- und Videoanrufe über den Browser. In einer ersten Phase unterstützt WhatsApp 1:1-Anrufe, geplant sind Gruppen mit bis zu 32 Teilnehmern sowie Terminlinks.

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Zusätzlich integriert die Plattform eine Screen-Sharing-Funktion für Dokumente. Die Verschlüsselung läuft weiterhin über das Signal-Protokoll. Damit positioniert sich WhatsApp als Alternative zu etablierten Videokonferenz-Lösungen.

Parallel modernisiert das Unternehmen die Codebasis. Der Media-Parser wechselt von C++ zu Rust – ein Schritt gegen Speicherfehler. Der Code-Umfang sank von 160.000 auf rund 90.000 Zeilen. Weltweit profitieren etwa drei Milliarden Geräte von diesen Sicherheitsmaßnahmen.

Kaspersky identifiziert mehrsprachige Malware-Kampagne

Das Sicherheitsunternehmen Kaspersky warnt vor einer großangelegten Malware-Kampagne, die kompromittierte WhatsApp-Konten nutzt. Angreifer versenden VBScript-Dateien (.vbs), getarnt als Rechnungen oder Mahnungen.

Die Dateinamen sind in Deutsch, Englisch, Französisch und Portugiesisch lokalisiert – gezielt für Geschäftskunden. Die Infektionskette läuft mehrstufig ab: Ein Skript deaktiviert die Benutzerkontensteuerung und installiert Fernwartungs-Software.

Etwa 80 Prozent der Infektionen wurden in Malaysia registriert. Doch auch Nutzer in Europa und Deutschland sind betroffen.

KI-Phishing überholt Ransomware als größtes Risiko

Der „Global Cybersecurity Outlook 2026" des Weltwirtschaftsforums zeigt eine veränderte Bedrohungslage: KI-gestützte Phishing-Angriffe haben Ransomware als Hauptrisiko abgelöst. 73 Prozent der Führungskräfte berichten von Betroffenheit.

Laut FBI-Daten erreichten die Schäden durch Business Email Compromise (BEC) 2025 ein Rekordniveau von rund 2,8 Milliarden Euro. Mittlerweile nutzen 86 Prozent aller Phishing-Angriffe KI-Technologien. Die Erfolgsquote liegt bei 54 Prozent – klassische Methoden schaffen nur 12 Prozent.

Besonders gefährlich ist der „Boss Scam": Angreifer kapern WhatsApp-Web-Sitzungen über manipulierte Dateien und geben sich als Vorgesetzte aus. Zusätzliche Risiken entstehen durch Datenlecks bei Drittanbietern. Eine aktuelle Phishing-Welle mit gefälschten Hotel-Nachrichten geht auf ein Datenleck bei Booking.com im April zurück.

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Führungswechsel bei WhatsApp

WhatsApp vollzieht einen Wechsel an der Spitze. Will Cathcart, rund sieben Jahre Chef der Plattform, übergibt an Kunal Shah – Gründer des indischen Fintech-Unternehmens CRED. Cathcart leitet künftig KI-Projekte innerhalb des Meta-Konzerns.

Meta investierte rund 900 Millionen Euro in CRED und hält damit etwa 20 Prozent an dem Unternehmen, das bei dieser Finanzierungsrunde mit 4,5 Milliarden Euro bewertet wurde. Von Shah erwarten Analysten eine stärkere Monetarisierung von WhatsApp durch Handelsfunktionen und KI-Dienste. CRED wickelt in Indien bereits 40 Prozent aller Kreditkartenzahlungen ab und zählt 17 Millionen monatliche Nutzer.

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