KI-Phishing: 54 Prozent Klickrate statt 12 Prozent
10.06.2026 - 05:16:28 | boerse-global.de
Bei herkömmlichen Nachrichten sind es nur 12 Prozent. Das ergibt eine rund 50-fache Steigerung der Profitabilität für Angreifer, wie der Microsoft Digital Defense Report zeigt.
Die finanziellen Schäden sind enorm. Das FBI beziffert die Verluste durch KI-gestützten Betrug in den USA auf fast 900 Millionen Dollar. Visa schätzt die weltweiten Schäden durch Social Engineering auf knapp eine Milliarde Euro – allein für das zweite Halbjahr 2025.
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Großangriffe auf KI-Dienste
Anfang Mai registrierten Sicherheitsforscher Wellen von bis zu 100.000 gefälschten E-Mails pro Tag. Ziel waren Nutzer in Österreich, der Schweiz und Südafrika. Die Täter gaben vor, Abonnements herabzustufen oder zu verlängern – und griffen dabei Zugangsdaten für ChatGPT und andere KI-Dienste ab.
Ende April traf es über 2.000 Organisationen weltweit. Die Angreifer nutzten manipulierte PDF-Dokumente und gefälschte Cloudflare-Prüfseiten, um Sicherheitsmechanismen zu umgehen.
Soziale Medien sind die neue Hauptangriffsfläche
Ein globaler Sicherheitsbericht für 2026 zeigt: Soziale Netzwerke haben E-Mails als primären Angriffspunkt abgelöst. Verbraucher verloren 2025 rund 442 Milliarden Dollar durch Online-Scams. Eine Umfrage unter 7.000 Konsumenten in sieben Ländern ergab: 14 Prozent wurden bereits Opfer. In den USA und Großbritannien liegt die Quote noch höher.
Besonders perfide: sogenannte Malvertising-Kampagnen. Angreifer schalten gefälschte Anzeigen für Finanzplattformen oder nutzen die Erwartungshaltung bei populären Medien. So tauchten bösartige Beta-Einladungen für Battlefield 6 und The Witcher 4 auf. KI-generierte Fake-Empfehlungen von Elon Musk oder Cristiano Ronaldo locken Nutzer in riskante Investments.
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Entwickler im Visier
Auch mobile Geräte sind betroffen. Nach dem Brokewell-Trojaner auf Android sorgt nun der Miasma-Wurm für Unruhe. Er infizierte im Juni 2026 zahlreiche npm-Pakete und zielte gezielt auf Entwickler-Tools wie Claude, Cursor und VS Code.
Bei Meta ermöglichte ein Fehler in einem KI-Chatbot den Zugriff auf über 20.000 Instagram-Konten. Der OWASP-Bericht vom 8. Juni 2026 liefert einen weiteren Alarmwert: Die Erfolgsquote von Prompt-Injection-Angriffen liegt bei 94,4 Prozent.
Plattformen reagieren
OpenAI integrierte einen neuen Sicherungsmodus, der unautorisierte ausgehende Netzwerkanfragen blockiert. Anthropic schloss im Mai eine kritische Sicherheitslücke in seiner GitHub-Integration. Dennoch warnen Experten vor der zunehmenden Raffinesse der Angriffe – insbesondere vor der „Browser-im-Browser“-Technik. Dabei erzeugen Angreifer täuschend echte, aber manipulierte Anmeldefenster innerhalb des Browsers.
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