KI-Missbrauch, Chinesische

KI-Missbrauch: Chinesische Operateure nutzten ChatGPT für Desinformation

11.06.2026 - 11:37:10 | boerse-global.de

OpenAI unterbindet zwei chinesische Desinformationskampagnen, die ChatGPT gegen die USA einsetzten. Die Aktionen zielten auf KI-Rechenzentren und die US-Handelspolitik.

OpenAI sperrt ChatGPT-Konten chinesischer Desinformations-Operateure
KI-Missbrauch - A digital neural network with glowing nodes, overlaid with subtle Chinese characters, and a red glow, suggesting a security breach. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der KI-Konzern OpenAI hat zwei Netzwerke von Konten gesperrt, die von chinesischen Operateuren gesteuert wurden. Diese nutzten ChatGPT für gezielte Desinformationskampagnen gegen die USA.

Die Aktionen begannen Ende 2025 und zogen sich bis Anfang 2026. Im Fokus standen die US-Handelspolitik und der Ausbau der KI-Infrastruktur. Das gab das Unternehmen am Mittwoch bekannt.

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Kampagne gegen KI-Rechenzentren

Eine der Operationen trug den Namen „Data Center Bandwagon“. Ihr Ziel: lokalen Widerstand gegen den Bau von KI-Rechenzentren in den USA schüren. Die Täter ließen ChatGPT Social-Media-Kommentare und Bilder erstellen. Die Botschaft: Die Anlagen würden die Strompreise für amerikanische Verbraucher drastisch in die Höhe treiben.

Laut einem OpenAI-Bericht vom 10. Juni steckte hinter dieser Aktion vermutlich ein privates chinesisches Technologieunternehmen. Dieses arbeitet für Provinzregierungen in China. Der Zeitpunkt ist brisant: Allein 2025 führte lokaler Widerstand dazu, dass Projekte im Wert von über 150 Milliarden US-Dollar blockiert oder verzögert wurden.

Angriff auf US-Handelspolitik

Die zweite Kampagne mit dem Namen „Tech and Tariffs“ zielte auf die US-Zollpolitik ab. Die Operateure ließen sich von ChatGPT Slogans und politische Karikaturen generieren. Ein Motiv zeigte einen ehemaligen US-Präsidenten, der eine Mauer mit der Aufschrift „Globale Zukunft“ beschädigt.

Bemerkenswert: Die Betreiber wiesen die KI an, den chinesischen Staatschef Xi Jinping aus den Ergebnissen auszuschließen. Außerdem entwickelten sie mit ChatGPT ein „Handbuch“ für glaubwürdige Facebook-Profile und Methoden zur Umgehung der Plattform-Erkennung.

Trotz des Aufwands – die Täter nutzten VPNs und chinesische Eingaben – blieb die Wirkung verschwindend gering. Auf einer fünfstufigen Skala erreichten die Kampagnen nur den Wert eins oder zwei.

Sicherheitslage im Cyberraum

Die OpenAI-Enthüllung fällt in eine Zeit verstärkter chinesischer Cyberaktivitäten. Aktuelle Daten von Lumen Black Lotus Labs zeigen, dass ein Teil des „JDY“-Botnetzes kürzlich auf über 1.500 kompromittierte Router und Geräte angewachsen ist. Der Fokus liegt auf US-Militärinteressen. Bereits im Januar 2024 hatte das FBI ähnliche Botnetz-Cluster zerschlagen.

Erst kürzlich beschlagnahmte das US-Justizministerium zudem 13 gefälschte Beratungs-Websites. Sie dienten offenbar der Anwerbung von Personen mit US-Sicherheitsfreigaben.

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Die chinesische Botschaft in Washington wies die Vorwürfe zurück. Sie sprach von unbegründeten Anschuldigungen. OpenAI selbst stellte fest, dass die gewählten Themen – Stromkosten und Handel – ohnehin in den USA heiß diskutiert werden. Das könnte erklären, warum die Kampagnen kaum Wirkung entfalteten.

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