KI-Markt, ChatGPTs

KI-Markt: ChatGPTs Marktanteil fällt erstmals unter 50%

25.06.2026 - 22:46:40 | boerse-global.de

ChatGPTs Marktanteil sinkt erstmals unter 50 Prozent, während Anthropic bei Firmenkunden und zahlenden Nutzern stark zulegt.

KI-Markt im Umbruch: ChatGPT verliert, Claude von Anthropic holt auf
KI-Markt - Abstrakte Darstellung zweier leuchtender neuronaler Netze, eines expandierend und dominanter, symbolisiert Marktanteilsverschiebungen in der KI. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der KI-Markt erlebt eine historische Verschiebung: ChatGPTs Marktanteil fiel erstmals unter 50 Prozent, während Anthropic mit seinen Claude-Modellen massiv aufholt. Besonders im Unternehmenssektor und bei zahlenden Nutzern legt der Herausforderer rasant zu.

ChatGPT verliert, Claude gewinnt

Aktuelle Daten von Sensor Tower zeigen: ChatGPT hielt im Mai 2026 nur noch 46,4 Prozent des Marktes. Google Gemini kommt auf 27,7 Prozent, Anthropics Claude auf 10,3 Prozent. Trotz des Rückgangs bleibt ChatGPT mit rund einer Milliarde monatlicher Nutzer der absolute Platzhirsch – etwa 65 Prozent des weltweiten KI-Traffics entfallen noch auf den Pionier.

Doch die Dynamik hat sich gedreht. Aus US-Kreditkartendaten geht hervor: Die Zahl der zahlenden Claude-Nutzer ist seit Januar um 75 Prozent gestiegen. Auf der Lernplattform DataCamp ist Claude inzwischen der meistgesuchte Begriff – die Nachfrage nach spezialisierten Kursen übertrifft die für ChatGPT im Verhältnis drei zu eins.

Unternehmen setzen verstärkt auf Anthropic

Im Firmenkundengeschäft hat Anthropic OpenAI bereits überholt. Der Ramp AI Index für April und Mai 2026 weist für Anthropic eine Enterprise-Adoption von 34,4 Prozent aus – gegenüber 32,3 Prozent für OpenAI. Noch deutlicher wird der Trend bei Neukunden: Rund 70 Prozent aller erstmaligen Unternehmensverträge gehen an Claude.

Um die Position im Arbeitsalltag zu festigen, brachte Anthropic kürzlich "Claude Tag" für Slack auf den Markt. Die Funktion, derzeit in der Beta-Phase für Enterprise- und Team-Pläne, erlaubt es, den KI-Assistenten direkt in Kanälen zu markieren – für Aufgabenmanagement und Content-Erstellung. Das Unternehmen gibt an, dass 65 Prozent des eigenen internen Produktcodes mittlerweile mit diesem Tool generiert werden. Die Integration nutzt das Flaggschiff-Modell Opus 4.8, das mit einem 200.000-Token-Kontextfenster arbeitet.

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Sicherheitsrekord und staatliche Regulierung

Die technischen Fähigkeiten der Claude-Modelle stellte kürzlich eine spektakuläre Sicherheitsanalyse unter Beweis. In einem einzigen 180-Sekunden-Durchlauf identifizierte das Claude Mythos Modell 271 bestätigte Schwachstellen im Firefox-Browser – darunter 180 mit hohem und 80 mit mittlerem Schweregrad. Mozillas Cheftechnologe zeigte sich angesichts der Geschwindigkeit und Tiefe der Diagnose regelrecht benommen.

Doch der Erfolg hat auch Schattenseiten. Die US-Regierung verhängte im Juni 2026 strenge Auflagen: Das US-Handelsministerium untersagte die Verteilung der Modelle Fable 5 und Mythos 5 an nicht-amerikanische Unternehmen – aus Sicherheitsbedenken. Die regulatorischen Hürden kommen zu einem heiklen Zeitpunkt: Anthropic hat bereits einen Börsengang angemeldet und bereitet sich auf den öffentlichen Markt vor.

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Streit mit Alibaba und Milliarden-Finanzierung

Ein neuer Konflikt eskaliert derweil mit dem chinesischen Tech-Riesen Alibaba. In einem Schreiben an US-Senatoren vom 10. Juni 2026 wirft Anthropic dem Konzern vor, mit sogenannten "Distillation Attacks" die Fähigkeiten von Claude abzusaugen. Konkret sollen rund 25.000 Fake-Accounts zwischen dem 22. April und 5. Juni 28,8 Millionen Interaktionen mit Claude durchgeführt haben – angeblich, um Alibabas Qwen-Modelle in Softwareentwicklung und logischem Denken zu trainieren.

Die Finanzierungsrunden der Branche bleiben atemberaubend: Anthropic sicherte sich kürzlich eine Series-H-Finanzierung von 65 Milliarden US-Dollar – das entspricht rund 60 Milliarden Euro. Die Bewertung des Unternehmens kletterte damit auf 965 Milliarden US-Dollar (etwa 890 Milliarden Euro). Zum Vergleich: OpenAI meldete für 2024 einen Verlust von 5,09 Milliarden Dollar bei Einnahmen von 3,7 Milliarden Dollar. 2025 stieg der Verlust auf 38,5 Milliarden Dollar – belastet durch einmalige Umstellungskosten von über 41 Milliarden Dollar.

Und die Übernahmewelle rollt weiter: SpaceX soll im dritten Quartal 2026 die KI-Coding-Plattform Cursor für 60 Milliarden Dollar in Aktien übernehmen.

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